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Andreas Toba mit Flatow-Medaille ausgezeichnet

Andreas Toba und Dr. Alfons Hölzl (v.r.n.l.)

Würdigung für außergewöhnliche sportliche Leistungen und Vorbildfunktion

Der Deutsche Turner-Bund hat Andreas Toba im Rahmen von Die Finals in der ZAG Arena in Hannover am 26. Juli mit der Flatow-Medaille ausgezeichnet. Mit der höchsten Ehrung des DTB werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in besonderer Weise um den Turnsport verdient gemacht haben.

Andreas Toba prägte über viele Jahre das deutsche Gerätturnen. Der mehrfache Olympiateilnehmer, mehrfache Deutsche Meister, zweifacher Vizeeuropameister und langjährige Nationalturner überzeugte nicht nur durch seine sportlichen Erfolge, sondern auch durch seinen außergewöhnlichen Teamgeist, seine Fairness und seine Vorbildfunktion. Unvergessen bleibt sein Einsatz bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, als er trotz einer schweren Knieverletzung am Pauschenpferd turnte und damit maßgeblich zum Einzug der deutschen Mannschaft ins Finale beitrug. Sein Auftritt brachte ihm den Beinamen Hero de Janeiro ein.

Andreas Toba hat den deutschen Turnsport über viele Jahre geprägt – mit außergewöhnlichen sportlichen Leistungen, großem Einsatz für seine Mannschaft und einer Haltung, die weit über den Wettkampf hinaus Vorbildcharakter besitzt. Mit der Flatow-Medaille würdigen wir einen Athleten, der den Deutschen Turner-Bund auf und neben der Wettkampffläche in herausragender Weise repräsentiert hat und dem Turnsport auch künftig mit großer Leidenschaft verbunden bleibt, sagte DTB-Präsident Dr. Alfons Hölzl.
Eine besondere Note erhielt die Ehrung dadurch, dass Toba bei den Finals in seiner Heimatstadt Hannover noch einmal selbst an den Geräten stand. 

Dem Turnsport bleibt Andreas Toba jedoch weiterhin erhalten. Bereits seit dem vergangenen Jahr bringt er seine Erfahrung als Bundesstützpunkttrainer Nachwuchs in Hannover ein und begleitet dort junge Talente auf ihrem sportlichen Weg. Mit dem Wechsel vom Athleten an den Mattenrand setzt er sein langjähriges Engagement für den deutschen Turnsport fort.

Der Deutsche Turner-Bund verleiht die Flatow-Medaille in Erinnerung an Gustav Felix Flatow und Alfred Flatow, Olympiasieger von 1896, die wegen ihrer jüdischen Abstammung von den Nationalsozialisten verfolgt wurden und im Konzentrationslager Theresienstadt eines gewaltsamen Todes gestorben sind. Sie kann an Athlet*innen sowie Trainer*innen vergeben werden, die in einer der vom Deutschen Turner-Bund vertretenen Sportarten aktiv sind und durch sportliche Erfolge sowie durch ihre Persönlichkeit besondere Verdienste erworben haben. 

Zur Mahnung und Erinnerung an die Verfolgung von Juden in der Deutschen Turnerschaft von 1933 bis 1945 hat der Deutsche Turner-Bund 1986 die Verleihung der Flatow-Medaille ins Leben gerufen, die seit Berlin 1987 regulär bei Deutschen Turnfesten verliehen wird.