Deutsche Turnjugend

Dein BFD als Sprungbrett – Übernimm Verantwortung

BFD-Abschlussseminar | Foto: DTJ

Am 6. Mai ist der bundesweite Aktionstag der Freiwilligendienste – für mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit.

Vom 6. bis zum 21. Mai macht die Aktion #NextLevelAnerkennung deutlich, was längst überfällig ist: Freiwilligendienstleistende verdienen mehr Wertschätzung – nicht nur in Worten, sondern auch im Alltag. Sie bringen sich mit Engagement, Verantwortung und Zeit ein und leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Dennoch bleibt die Anerkennung oft hinter dem zurück, was eigentlich angemessen wäre.

Doch wie fühlt sich ein solcher Freiwilligendienst im Alltag wirklich an? Welche Erfahrungen nehmen Engagierte mit – und welche Türen können sich daraus öffnen? Jarne's persönlicher Einblick zeigt, wie der Bundesfreiwilligendienst beim DTB nicht nur Orientierung gibt, sondern sogar den Einstieg ins Berufsleben erleichtern kann.

Das Interview zeigt beispielhaft, wie wertvoll ein Bundesfreiwilligendienst sein kann – nicht nur für die persönliche Entwicklung, sondern auch als Sprungbrett in die berufliche Zukunft. Gleichzeitig wird deutlich, dass neben der eher geringen finanziellen Vergütung zusätzliche Formen der Anerkennung notwendig sind. Denkbar wären etwa Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr, in Kultureinrichtungen oder im Einzelhandel, die das Engagement sichtbar honorieren und den Alltag erleichtern.

 

Jarne, mich interessiert, wie du eigentlich zum Bundesfreiwilligendienst (BFD) beim DTB gekommen bist vor allem, da du ja auch nicht direkt aus dem Turnen kommst?
Jarne: Ich wollte nach dem Abitur ein FSJ machen, aber nicht wieder direkt im Fußball, weil ich das schon als Hobby viel hatte. Also habe ich mich erst mal allgemein informiert und dabei überhaupt erfahren, was der BFD ist. Relativ schnell bin ich dann beim DTB gelandet, weil ich Turnen schon immer beeindruckend fand und dachte mir, ich probiere es einfach mal aus.
 

Hattest du vorher konkrete Erwartungen?
Jarne: Ja, ich hatte schon Vorstellungen, mich haben schon immer die politischen Entscheidungen in den großen Sportverbänden interessiert, auch im Hinblick auf meine spätere Berufswahl.

 

Wie sah dein Arbeitsalltag aus?
Jarne: Mein Tag begann früh, ich saß oft schon um 7:30 Uhr im Büro. Dadurch konnte ich auch früher gehen, meist gegen 14 oder 15 Uhr. Meetings starteten oft ab 9 Uhr, dienstags hatten wir unseren Jour Fix. Ich bekam Aufgaben von meiner Chefin oder Kollegen, z. B. Präsentationen vorbereiten, Sitzpläne erstellen oder Teilnehmendenlisten pflegen. Um 12 Uhr war meistens Mittagspause, oft gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen. Das war auch wichtig, um Kontakte zu knüpfen und sich kennenzulernen.
 

Was konntest du aus dem BFD mitnehmen?
Jarne: Vor allem Teamarbeit. In der Schule arbeitet man viel allein, hier musste man sich ständig abstimmen. Außerdem habe ich gelernt, strukturierter zu arbeiten, nicht nur im Job, sondern auch im Alltag. Diese feste Tagesstruktur hat mir sehr geholfen.
 

Gab es ein Highlight?
Jarne: Ja! Besonders war die Olympia-Qualifikation in Rüsselsheim. Das Event hatte sportlich viele emotionale Momente, aber auch das Miteinander im Team war sehr schön – vor, während und nach der Veranstaltung. Generell haben Events dazu beigetragen, dass man sich auch privat besser kennengelernt hat.
 

Wie war das mit dem Altersunterschied im Team?
Jarne: Das war gar kein Problem. Im Sport hat man oft ein ähnliches Mindset, unabhängig vom Alter. Außerdem wurde ich von Anfang an als gleichwertige Person behandelt, das hat vieles einfacher gemacht.
 

Hat der BFD deine berufliche Orientierung beeinflusst?
Jarne: Auf jeden Fall. Es hat meine Richtung eher bestätigt. Ich habe gemerkt, dass mir die Arbeit im Sportbereich gefällt. Deshalb habe ich mich auch für ein BWL-Studium entschieden, statt direkt etwas Spezifisches wie Sportmanagement zu studieren.
 

Wie kam es dazu, dass du als Werkstudent bleiben konntest?
Jarne: Es gab bereits Werkstudenten in der Abteilung, daher wusste ich, dass es möglich ist. Meine Chefin wollte mich gerne behalten, und da ein anderer Werkstudent aufgehört hat, konnte ich seine Aufgaben übernehmen. So war der Übergang ziemlich einfach.
 

Wie viele Stunden arbeitest du jetzt?
Jarne: Ich habe mit 20 Stunden angefangen, das war neben dem Studium aber zu viel. Jetzt arbeite ich 15 Stunden pro Woche, das funktioniert gut, vor allem wegen flexibler Arbeitszeiten und Homeoffice.
 

Was sind die Unterschiede zwischen BFD und Werkstudentenstelle?
Jarne: Ich arbeite jetzt nicht mehr nur unterstützend, sondern habe eigene Aufgaben, die ich selbstständig bearbeite. Gleichzeitig helfe ich weiterhin bei Themen, die ich schon aus dem BFD kenne. Ein Nachteil ist, dass ich meine Kolleginnen und Kollegen seltener sehe, weil ich nicht mehr jeden Tag vor Ort bin.