Bei den Deutschen Meisterschaften im Faustball in Bardowick haben sich der Ahlhorner SV und der TSV Pfungstadt die Titel gesichert. Während die Frauen aus Ahlhorn in einem umkämpften Finale gegen den TSV Dennach ihren Vorjahreserfolg wiederholten, setzte sich Pfungstadt bei den Männern mit 3:0 gegen den TV Brettorf durch.
Frauenfinale: Ahlhorn dreht das Spiel gegen Dennach
Ahlhorner SV – TSV Dennach 3:1
(8:11, 11:8, 11:7, 15:13)
Der Ahlhorner SV bleibt das Maß der Dinge im deutschen Frauen-Faustball. Mit einer beeindruckenden kämpferischen Leistung setzte sich der Titelverteidiger im Finale mit 3:1 gegen den TSV Dennach durch. Nach verlorenem Auftaktsatz steigerten sich die Niedersächsinnen und krönten eine starke Aufholjagd im vierten Durchgang mit dem erneuten Gewinn der Deutschen Meisterschaft.
Pünktlich zur ersten Angabe von Dennachs Sonja Pfrommer öffnete der Himmel seine Schleusen. Beide Mannschaften ließen sich von den schwierigen Bedingungen jedoch nicht beeindrucken und starteten mit ihren erfolgreichen Formationen vom Vortag in die Partie.
Bis zum 7:7 entwickelte sich ein ausgeglichener Schlagabtausch. In der entscheidenden Phase des ersten Satzes war Dennach jedoch zur Stelle: Denise Kuhn rettete einen schnellen Ball mit einer starken Abwehraktion, anschließend sorgte Pfrommer für den Zwei-Punkte-Vorsprung. Ein Übertritt von Mieke Kienast besiegelte schließlich den 11:8-Satzgewinn für die „Pink Ladies“.
Auch im zweiten Durchgang erwischte Dennach zunächst den besseren Start und führte mit 7:4. Dann rückte die Ahlhorner Defensive mit Sarah Albrecht und Michaela Grzywatz immer stärker in den Mittelpunkt. Jordan Nadermann nutzte die guten Vorlagen konsequent und setzte mit sechs Punkten in Serie entscheidende Nadelstiche. Den zweiten Satzball verwandelte der ASV zum 11:8 und damit zum Ausgleich.
Im dritten Satz blieb die Begegnung zunächst offen. Beim Stand von 7:7 übernahm Ahlhorn jedoch die Kontrolle und entschied auch diesen Durchgang mit einer Punkteserie für sich. Damit gingen die Titelverteidigerinnen erstmals nach Sätzen in Führung.
Dennach reagierte und setzte im vierten Satz mit starken Aktionen von Sonja Pfrommer und Maya Mehle neue Akzente. Die Baden-Württembergerinnen erspielten sich eine 9:5-Führung und schienen auf dem Weg in den Entscheidungssatz zu sein. Doch Ahlhorn bewies erneut große Moral. Der ASV holte den Rückstand auf und erspielte sich den ersten Matchball.
Pfrommer wehrte sich erfolgreich gegen die drohende Niederlage und führte ihr Team in die Verlängerung. Es entwickelte sich ein dramatischer Schlagabtausch, in dem Dennach insgesamt drei Matchbälle abwehrte und zwischenzeitlich selbst einen Satzball erhielt. Ahlhorn ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Beim Stand von 14:13 hielt die ASV-Abwehr einem druckvollen Pfrommer-Service stand. Anschließend vollendete die herausragende Jordan Nadermann, die zur besten Spielerin der Begegnung gewählt wurde, zum 15:13 und zum erneuten Titelgewinn.
„Das war ein Auf und Ab der Gefühle“, sagte Ahlhorns Sarah Albrecht. „Wir sind optimistisch in das Spiel gestartet. Dennach liegt uns, andererseits hatten sie noch eine Rechnung mit uns offen. Wir haben etwas Zeit gebraucht, aber am Ende war es ein Sieg des Willens. Starke Rettungsaktionen haben uns zusätzlich beflügelt.“
Nach der erfolgreichen Titelverteidigung richtet sich der Blick des Ahlhorner SV bereits auf die kommenden internationalen Aufgaben. „Wir bleiben heute Abend hier und feiern. Dann geht es bald mit dem Champions Cup bei uns in Ahlhorn und dem Weltpokal in Chile weiter“, so Albrecht.
Ahlhorner SV: Jordan Nadermann, Sarah Albrecht, Michaela Grzywatz, Felicia Gißler, Mieke Kienast
TSV Dennach: Denise Kuhn, Ann-Kathrin Motteler, Maya Mehle, Sonja Pfrommer, Laura Schinko, Anna-Lisa Aldinger
Männerfinale: Pfungstadt holt den Titel zurück
TV Brettorf – TSV Pfungstadt 0:3
(9:11, 3:11, 9:11)
Der TSV Pfungstadt ist Deutscher Meister im Faustball. Der Südmeister setzte sich im Finale mit 3:0 gegen den TV Brettorf durch und holte den Titel zurück nach Hessen. Das deutliche Satzergebnis täuscht allerdings über den Verlauf hinweg: Brettorf leistete insbesondere im ersten und dritten Durchgang starke Gegenwehr und verlangte dem Favoriten viel ab.
Pfungstadt begann in gewohnt druckvoller Manier und erarbeitete sich im ersten Satz früh einen Vorsprung. Brettorf ließ sich jedoch nicht abschütteln, verkürzte mehrfach und begeisterte das Publikum mit sehenswerten Abwehraktionen. Während Pfungstadt häufig direkt zum Punkt kam, benötigten die Oldenburger oftmals mehrere Anläufe.
Beim Stand von 9:9 gelang Brettorf der Ausgleich. Pfungstadt behielt in der entscheidenden Phase jedoch die Nerven, erspielte sich den ersten Satzball und nutzte diesen zum 11:9.
Im zweiten Durchgang geriet Brettorf früh ins Hintertreffen. Nach einigen unglücklichen Aktionen in Abwehr und Angriff lag der TVB schnell mit 1:6 zurück. Das Trainergespann Tabke/Lemke reagierte nach einer Auszeit und brachte Lorenz Neu für Hauke Rykena in die Partie.
Pfungstadt ließ sich von der Umstellung nicht aus dem Konzept bringen. Der Favorit kontrollierte den Satz, erspielte sich sieben Satzbälle und verwandelte gleich die erste Gelegenheit nach einer eigenen Auszeit zum deutlichen 11:3.
Auch im dritten Durchgang erwischten die Südhessen den besseren Start und gingen mit 6:2 in Führung. Brettorf nahm eine Auszeit und brachte Rykena zurück. Dieser übernahm umgehend den Hauptschlag von Johannes Jungclaussen und verlieh dem Spiel der Niedersachsen neue Impulse.
Angeführt von einer starken Defensive kämpfte sich Brettorf Punkt für Punkt heran. Besonders der erst 16-jährige Jugendnationalspieler Mats Leevi Hinrichs überzeugte mit mehreren spektakulären Aktionen. Beim Stand von 7:7 war der Ausgleich geschafft.
Pfungstadt antwortete jedoch im Stil eines Meisters. Patrick Thomas brachte sein Team mit einem Ass wieder auf Kurs, anschließend nutzten die Hessen ihren Matchball und machten den 3:0-Erfolg perfekt.
Hinrichs wurde gemeinsam mit Pfungstadts Youngster Sven Trautmann als wertvollster Spieler der Begegnung ausgezeichnet.
Mit dem Finalsieg krönte der TSV Pfungstadt eine starke Meisterschaft und kehrte auf den deutschen Faustball-Thron zurück. Der TV Brettorf musste sich zwar geschlagen geben, bewies aber insbesondere in den engen Phasen, dass die Mannschaft dem langjährigen Spitzenreiter auf Augenhöhe begegnen kann.