Wenn vom 31. Juli bis 3. August die Finals 2025 ausgetragen werden, ist auch das deutsche Gerätturnen der Frauen wieder im Rampenlicht. Im Rahmen des Multisport-Events kämpfen die besten Athletinnen des Landes nicht nur um nationale Titel, sondern wollen sich auch auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Topform präsentieren. Die Finals gelten als Schaufenster des deutschen Spitzensports und bündeln in diesem Jahr erneut über 20 nationale Meisterschaften an einem Wochenende. Für die deutschen Turnerinnen sind die Deutschen Meisterschaften damit nicht nur die Titelkämpfe, sondern auch eine wichtige Etappe in der Saisonplanung und eine Gelegenheit, sich dem breiten Publikum zu präsentieren.
Austragungsort und Zeitplan
Die Wettkämpfe der Frauen finden in der JOYNEXT ARENA in Dresden statt. Am Freitag (01.08.2025) stehen die Qualifikationen und der Mehrkampf auf dem Programm, während am Samstag und Sonntag die Gerätfinals ausgetragen werden. Die genauen Startzeiten werden rechtzeitig vor dem Event veröffentlicht.
„Ich freue mich wirklich darauf. Beinahe das komplette Europameisterschafts-Team, also Janoah Müller, Karina Schönmaier, Lea Quaas und Silja Stöhr werden dabei sein, nur Helen Kevric leider nicht“, sagt Gerben Wiersma, Bundestrainer der deutschen Turnerinnen. Kevric hatte sich bei den vergangenen Europameisterschaften in Leipzig beim Sprung eine Knieverletzung zugezogen und wird deswegen bei den Deutschen Meisterschaften nicht dabei sein. Dennoch stehen hochkarätige Duelle auf dem Programm. Bei den Qualifikationswettkämpfen vor der EM hatten fast alle Turnerinnen um die 52 Punkte erzielt. Wiersma erwartet deshalb „einen spannenden Wettkampf“.
Zwischen EM und WM: Standortbestimmung auf höchstem Niveau
Strategisch liegen die Deutschen Meisterschaften in diesem Jahr genau zwischen den Europa- und den Weltmeisterschaften. „Ich denke, die Athletinnen werden zwar nicht ihre höchsten Schwierigkeitspunkte zeigen, aber ich bin mir sicher, dass sie trotzdem ihre bestmögliche Leistung abrufen wollen“, so der Bundestrainer. Besonders für die jungen Turnerinnen, die erstmals in der Senioren-Altersklasse starten, bietet sich die Bühne an, um neue Elemente zu zeigen und ihre Schwierigkeit weiter zu steigern. „Ich rechne also mit viel großartigem Turnen bei den Deutschen Meisterschaften“, betont Wiersma.
Titelverteidigerinnen und Favoritinnen
Im vergangenen Jahr sicherten sich neben Kevric (Mehrkampf und Boden) u. a. Elisabeth Seitz (Stufenbarren) und Sarah Voss (Schwebebalken) Goldmedaillen bei den Deutschen Meisterschaften. Beide Athletinnen werden in diesem Jahr jedoch nicht teilnehmen. Während Seitz ihre Karriere beendet hat, fehlt Voss bereits seit längerer Zeit. So richtet sich der Blick in diesem Jahr zum einen auf die Europameisterin aus München am Schwebebalken, Emma Malewski und die amtierende Europameisterin am Sprung, Karina Schönmaier. Die 19-Jährige holte sich im Vorjahr den Titel am Sprung und zählt auch diesmal wieder zu den stärksten Turnerinnen an diesem Gerät. Ihre kraftvollen und technisch sauberen Sprünge machen sie erneut zur Favoritin.
Aber auch Nachwuchstalente aus dem Kreis der ersten Jahrgangs-Seniorinnen machen sich Hoffnungen, bei den Finals auf sich aufmerksam zu machen und sich für den WM-Kader zu empfehlen.