Turn-Team Deutschland

Drei Medaillen für deutsche Turnerinnen in Kanada

Lea Quaas, Karina Schönmaier und Lara Baumgartl beim Gymnix in Montréal

Silber und Bronze für Schönmaier, Baumgartl mit Bronze am Boden

Die deutschen Frauen absolvierten beim International Gymnix in Montréal (CAN) zwei erfolgreiche Wettkampftage und traten die Heimreise mit einer Silber- und zwei Bronzemedaillen im Gepäck an. Am Sonntag (09.03.2026) erzielten Karina Schönmaier, Lara Baumgartl und Lea Quaas (alle TuS Chemnitz-Altendorf) gleich mehrere starke Finalplatzierungen. Zudem sicherte sich Karina Schönmaier am Sprung Silber sowie am Stufenbarren die Bronzemedaille. Ihre Teamkollegin Lara Baumgartl gewann Bronze am Boden mit einer starken Übung.

Am Sprung zeigte Europameisterin Karina Schönmaier zwei hochwertige Sprünge und sicherte sich mit 13,75 Punkten im Schnitt die Silbermedaille. Ihre gute Form bewies die 20-Jährige ebenfalls am Stufenbarren. Mit einer sauberen und stabilen Übung turnte sie sich auf Platz drei erneut aufs Podium (13,200 Punkte). Knapp dahinter platzierte sich mit einer ebenfalls überzeugenden Barrenübung Teamkollegin Lea Quaas auf Position vier mit 13,133 Punkte. Lediglich am Schwebebalken lief es für die beiden Chemnitzerin nicht ganz rund. Sowohl Schönmaier als auch Quaas musste jeweils das Gerät einmal verlassen. Trotz der Fehler erreichte Lea Quaas Rang sechs, während Karina Schönmaier auf Position acht landete. 

Für einen krönenden Abschluss sorgte das jüngste Teammitglied der deutschen Mannschaft, Lara Baumgartl, am Boden. Die 15-Jährige überzeugte in einem hochklassig besetzten Finale mit einer ausdrucksstarken und sauberen Übung. Das Kampfgericht belohnte diese Leistung mit einer Wertung von 12,767, mit der sie sich die Bronzemedaille sicherte. 

“Die Mädels präsentierten sich beim Wettkampf erneut konkurrenzfähig auf internationalem Parkett und sammelten in Kanada wichtige Finalerfahrung gegen starke internationale Konkurrenz. Besonders für Lara freue ich mich, dass sie bei ihrem ersten großen Wettkampf eine Bronzemedaille mit nach Hause nehmen kann”, sagte Tatjana Bachmayer zum Abschluss des International Gymnix.

Zusätzliche Herausforderungen in der Qualifikation

Die Qualifikation am Samstag musste das deutsche Team in reduzierter Besetzung bestreiten, da Charleen Pach (TZ DSHS Köln) aufgrund von Schulterproblemen kurzfristig ausfiel. Für das Trio um Schönmaier, Quaas und Baumgartl bedeutete dies, dass es den Mehrkampf ohne Streichwertung zu absolvieren galt. Eine zusätzliche Herausforderung für die junge Lara Baumgartl, die in Kanada ihren ersten großen internationalen Wettkampf bei den Seniorinnen bestritt. 

Am Sprung startete das Team solide in den Wettkampf. Schönmaier hatte bei ihrer Doppelschraube leichte Probleme mit dem Absprung vom Brett, blieb jedoch sturzfrei als sie die Landung abfangen musste. Daraufhin wählte die Chemnitzerin ihren zweiten Sprung etwas erleichtert und zeigte nur die gehockte Version. Trotz der Schwierigkeiten und der Umstellung sicherte sich die 20-Jährige ihren Platz im Finale. Baumgartl zeigte einen sauberen Yurchenko-Strecksalto und Quaas eine gute Yurchenko-Schraube. Am Stufenbarren eröffnete Baumgartl, musste jedoch nach ihrem Shaposhnikova mit halber Drehung das Gerät verlassen. Ihre Übung brachte sie anschließend sicher zu Ende. Schönmaier präsentierte eine starke Übung und übernahm mit 13,200 Punkten vorübergehend die Führung. Auch Lea Quaas konnte ihre Übung stabil durchturnen. Quaas und Schönmaier qualifizierten sich beide für das Finale an dem Gerät. An ihrem “Zittergerät”, dem Schwebebalken, überzeugte Schönmaier mit 13,0 Punkten und einer sehr gelungenen Übung. Baumgartl musste hier ihrer Nervosität Tribut zollen und verließ das Gerät insgesamt dreimal. Lea Quaas beendete den Durchgang für das deutsche Team ebenfalls mit einer sauberen Übung, sodass sie sich erneut mit Teamkollegin Schönmaier für das Finale qualfizierte. Auch die zwischenzeitliche Unterbrechung durch einen Feueralarm in der Halle brachte das deutsche Team nicht aus der Ruhe. Im Gegenteil: Lara Baumgartl zeigte am Boden eine schöne Übung mit der sie sich für das Finale qualifizeirte. Nach ihrer langen Verletzungspause turnte Lea Quaas ihre Übung noch erleichtert, aber sehr sauber durch. Auch Schönmaier trat am Boden mit einer erleichterten Schwierigkeit an, musste jedoch zwei Landungsfehler mit Verlassen der Fläche in Kauf nehmen. 

Unterm Strich konnten sich alle drei Athletinnen mindestens eine Finalteilnahme sichern, sodass es das deutsche Team im Teamfinale auf Platz vier (146,433 Punkte) hinter Kanada, Japan und Kanada 2 mit insgesamt sechs Finalplätze brachte.