Turn-Team Deutschland

EM-Silber für Synchronpaar Vogel/Schuldt

Fabian Vogel und Matthias Schuldt | Bild: Thomas Rösler

Deutsche Trampolinturner fliegen mit Edelmetall aus Portimão zurück

Die deutschen Trampolin-Spezialisten haben bei den Europameisterschaften im portugiesischen Portimão erneut ihre Stärke im Synchronturnen bewiesen. Zum Abschluss am Sonntag sicherten sich der Dietzenbacher Matthias Schuldt und Fabian Vogel vom MTV Bad Kreuznach die Silbermedaille in der Paar-Entscheidung. Die beiden Routiniers mussten sich mit 51,810 Punkten nur den weißrussischen Konkurrenten Stanislau Yaskevich/Ivan Melnikau (52,520) geschlagen geben, die unter neutraler Flagge starteten. Rang drei ging an die Niederländer Jordy Mol/Ralph van Tilborg (49,190). 

“Es waren anstrengende fünf Wettkampftage, und sie haben bei allen an den Kräften gezehrt”, sagte Bundestrainerin Katarina Prokesova. “Aber die beiden haben es gut gemacht und eine schöne Übung geturnt. Sie können es einfach, und das haben sie heute gezeigt.” Für Schuldt und Vogel war es der erste gemeinsame Wettkampf; die beiden waren nur wegen der Erkrankung von Caio Lauxtermann zu einem Paar zusammengestellt worden. “Von daher ist das wirklich ein Top-Ergebnis. Wir sind sehr stolz auf sie", resümierte Prokesova.  

“Es hat unglaublich viel Spaß gemacht”, kommentierte Vogel. “Wir sind gut reingekommen, und ich hatte die ganze Zeit über ein gutes Gefühl. Wir sind super happy mit dem Ergebnis.” Der 31-Jährige konnte damit auch seinen Medaillensatz bei Synchron-Europameisterschaften komplettieren, hatte er doch bereits 2021 Bronze mit Caio Lauxtermann und 2022 Gold mit Matthias Pfleiderer gewonnen. 

“Fabian und ich sind beide schon lange im Geschäft”, ergänzte Schuldt. “Wir kennen unsere Stärken und Schwächen und wissen, worauf wir uns einstellen müssen.” So fanden die beiden schnell zusammen. “Die Expertise von Fabian kam uns da natürlich entgegen. Er ist schon so lange ein guter Synchronturner, und ich habe darin auch schon Erfahrung und konnte meine individuelle Stärke einbringen." 

Bei den Frauen landeten Luisa Braaf und Aurelia Eislöffel nach einem Abbruch auf dem siebten Platz. “Da wäre eine Medaille möglich gewesen, aber ohne selbst eine ganze Übung zu turnen, brauchen wir nicht zu schauen, was die Konkurrenz macht”, sagte Prokesova. 

Eschke turnt knapp an einer Medaille vorbei

Den einzigen Einzelfinalplatz der gesamten Delegation auf dem Großtuch konnte der Frankfurter Ryan Eschke in der U21 vorweisen. Mit 57,250 Punkten belegte der Hesse den fünften Platz und verpasste um nicht mal vier Zehntel eine Medaille. “Er hat das wirklich super und konsequent gemacht”, lobte Prokesova. “Das ist wirklich aller Ehren wert, und damit können wir arbeiten.”

Bei den Junioren schaffte es das Duo Ben Graeser/Michael Leitner im Synchronturnen mit 45,560 Zählern auf den vierten Rang. Die beiden waren erst vor Ort als Paar zusammengekommen. “Für diese kurze Vorbereitung haben sie es super gemacht. Besser ging es nicht”, betonte Prokesova. 

Trotzdem sei das Gesamtergebnis “ernüchternd”, so die Teamchefin weiter. “In Richtung Weltmeisterschaften müssen wir sehen, was wir besser machen können.”

Kleidernigg gibt Anlass zu Optimismus

Am Doppelminitrampolin beendete Überraschungsfinalist Philipp Kleidernigg die erste Finalrunde mit 27,20 Punkten auf dem fünften Platz und verpasste damit den Medaillenkampf der besten Vier. “Er hat noch einmal richtig gut performt”, lobte der verantwortliche Trainer Olaf Schmidt. “Hochachtung für ihn, der ja erst 18 Jahre alt ist. Da dürfen wir uns auf mehr in der Zukunft freuen.”