Im Gerätturnen lässt sich bereits zum jetzigen Zeitpunkt auf viele sportliche Highlights in diesem Jahr zurückblicken. Zeitgleich wirft mit den Einzel-Weltmeisterschaften in Jakarta ein weiterer Höhepunkt seine Schatten voraus. Am zweiten Septemberwochenende werden die Turnerinnen und Turner im Rahmen der Nationalmannschafts-Lehrgänge in Frankfurt (Frauen, 13.9.) und Kienbaum (Männer, 14.9.) die erste Qualifikation für die Weltmeisterschaften Mitte Oktober bestreiten. Die WM im nach-olympischen Jahr ist immer wieder ein besonderes Event, schließlich entfällt traditionell die Teamwertung, sodass der Fokus ausschließlich auf den individuellen Leistungen liegt.
Die Zielstellung des Männer- und Frauenteams ist dabei sehr ähnlich. Das Jahr nach Paris steht für die Cheftrainer Jens Milbradt (Männer) und Gerben Wiersma (Frauen) im Zeichen der inhaltlichen Weiterentwicklung und langfristigen Vorbereitungen. Nichtsdestotrotz will das deutsche Team auch in Indonesien auf internationaler Bühne um Finalplatzierungen und Medaillen kämpfen und wird daher nur mit den Turnerinnen und Turnern an den Start gehen, die in den Qualifikationen internationales Final- oder Medaillenniveau zeigen können.
Janoah Müller muss verletzungsbedingt auf WM verzichten
„Wir hatten viele Athletinnen, die ihre Karriere beendet haben, einige sind verletzt und andere arbeiten daran, ihren Schwierigkeitswert in den Übungen mit Blick auf das nächste Jahr zu verbessern. Daher erwarte ich eine kleine deutsche WM-Mannschaft. Wir wollen die Athletinnen in ihren jeweiligen Entwicklungsstadien bestmöglich unterstützen und so optimal auf den weiteren Olympiazyklus vorbereiten“, erklärte Wiersma. Zuletzt musste auch die Mannheimerin Janoah Müller aufgrund einer Verletzung am rechten Fuß, die sie sich am Boden zuzog, pausieren und damit ihren Verzicht auf die Teilnahme an der WM-Qualifikation bekannt geben.
Europameisterin Karina Schönmaier, aber auch Lucas Kochan, Gabriel Eichhorn und Tom Schultze werden als Sonderregelung die erste Qualifikation nicht bestreiten, sondern stattdessen beim World Challenge Cup in Paris antreten. „Die Wertung in Paris zählt für Karina genauso, wie die Wertung der anderen Athletinnen bei der ersten internen Qualifikation“, so Wiersma.
Eine Regelung, die auch für die drei DTB-Männer gilt, wie Jens Milbradt erläutert: „Die Jungs sollen gegen internationale Konkurrenz turnen. Lucas beispielsweise hat bei den Deutschen Meisterschaften sein Comeback nach seiner Knieverletzung gegeben. Auf der internationalen Bühne hat er sich daher lange nicht mehr sehen lassen. Das gilt es zu ändern“, so Milbradt. „Unsere Nominierungskriterien sind bewusst anspruchsvoll gesetzt. Wir wollen, dass sich die Turner inhaltlich weiterentwickeln. Wenn sie bei der WM antreten, sollen sie auch realistische Chancen auf internationale Top-Platzierungen haben.“ Bei der zweiten und finalen WM-Qualifikation am 27. September in Saarbrücken werden dann alle Turnerinnen und Turner, die sich für die WM qualifizieren wollen, an den Start gehen.