Am letzten Wettkampftag (13.08.2025) für die Sportarten des Deutschen Turner-Bundes bei den World Games in China standen für die Faustball-Teams die Finalspiele an. Die Faustballerinnen konnten sich dabei eindeutig mit 3:0 gegen Österreich die Bronzemedaille sichern. Die Männer mussten sich gegen die überzeugend spielenden Brasilianer mit 3:0 geschlagen geben und gewannen Silber. Damit konnten die Faustball-Mannschaften nach dem Doppel-Gold bei den vergangenen World Games erneut zwei Medaillen mit nach Hause nehmen.
Faustballerinnen mit ungefährdetem Sieg
Nach dem verlorenen Halbfinale mussten die deutschen Frauen die Enttäuschung schnell abschütteln, um im Spiel um die Bronzemedaille nochmal an die Leistungsgrenze zu gehen. Mit dieser Aufgabe betrauten die Bundestrainer Henriette Schell und Helle Großmann im Angriff, sowie Annkathrin Motteler, Denise Zeiher und Ida Hollmann.
Im ersten Satz fanden beide Teams eher schleppend ins Spiel, punkteten immer wieder mit Halbfeldbällen rund um die gegnerische Mitte, ansonsten führten zahlreiche Eigenfehler zu Punkten. In Summe deutete sich aber bereits an, dass Deutschland in diesem Spiel das dominierende Team sein würde, der 11:8 Satzerfolg war am Ende nicht gefährdet. Im zweiten Satz zog Deutschland das Tempo merklich an, und spielte nun deutlich verbessert und zielstrebiger. Österreich konnte dieses Tempo nicht mitgehen, und musste den Kontrahenten von Anfang an ziehen lassen. Mit 11:5 gestalteten die deutschen Frauen das Spiel einseitig. Svenja Schröder, Pia Neuefeind, Maya Mehle und Michaela Grzywatz kamen zu Beginn des dritten Satzes ins Spiel, am Spielverlauf änderte das allerdings nichts. Die neuen Spielerinnen reihten sich direkt nahtlos ein, und knüpften genau da an, wo ihre Teamkolleginnen im vorherigen Satz aufgehört hatten. Mit dominantem Faustball zeigte das Team D dem Gegner die Grenzen auf, und gewann auch diesen deutlich mit 11:6.
So nüchtern wie das Spiel verlaufen war, so ausgelassen feierten die deutschen Frauen nach dem verwandelten Matchball den Gewinn der Bronzemedaille, was mit Blick auf den Turnierverlauf am Ende noch ein gutes Ergebnis ist. Auch beim Team herrschte natürlich Zufriedenheit und Freude, nach einer überwältigenden Veranstaltung mit dem Medaillengewinn zum Abschluss, was Abwehrspielerin Ida Hollman in drei Worten zusammenzufassen wusste: „Es war geil!“
Brasilien zu stark - Männer gewinnen Silber
Ins Finale um den World Games Titel ging Deutschland mit Timon Lützow, Johannes Jungclaussen, Hauke Spille, Tom Hartung und Oliver Kraut.
Direkt die ersten beiden Punkte, gaben einen Eindruck, was das Spiel für die Zuschauer bereithalten sollte. Ein extrem aggressives Zuspiel der Brasilianer, die die Leinennähe mit aller Macht suchten, geriet zu weit, und brachte den ersten Punkt für Deutschland, Bruno Arnold ließ ein Ass folgen. So lief das gesamte Spiel: Brasilien nahm das Heft des Handelns in die Hand und brachte seine beiden Angreifer Bruno Arnold und Gabriel Heck immer wieder in beste Positionen, und auch aus Einzelaktionen wussten die beiden Ausnahmeathleten zu überzeugen. Deutschland gelang im ersten Satz nicht alles, dennoch blieb man immer in Schlagdistanz. Auch im zweiten Satz zeigte sich, dass Brasilien ohne Kompromissbereitschaft das Spiel dominieren wollte. Im dritten Satz spielten sich die Südamerikaner in einen regelrechten Rausch und entschieden auch diesen mit 5:11 für sich.
Betreuer Lukas Schubert nahm seinen enttäuschten Spielern nach der Partie das Statement zum Spiel ab: „Wir haben eine etwas nervöse und unglückliche Anfangsphase gespielt und die Abstimmung hat nicht gut gepasst. Da wir anfangs nicht den nötigen Druck aus der Angabe entwickelt haben, hatten die Brasilianer die Bälle wie auf dem Silbertablett von uns vorbereitet. Natürlich muss man sagen, dass die Brasilianer heute unglaublich stark gespielt haben, und sich den Sieg absolut verdient haben. Dennoch haben wir den Teil des Spiels, den wir beeinflussen konnten, auch nicht so gestaltet wie gewünscht. Da uns die Brasilianer ihrerseits keine Chance zum Atmen gelassen haben, konnten wir uns auch leider nie ins Spiel zurück kämpfen. Brasilien ist der verdiente World Games Sieger, und unsere Jungs haben ein Riesenturnier gespielt, sich in jedes Spiel reingehauen und sich die Silbermedaille absolut verdient.“
(Texte: Faustball Deutschland)