Während in der Qualifikation noch das System 5-4-3 gefahren wurde, zählte im Teamfinale am Sonntag (16.08.2026) jede Übung (5-3-3). Die Turnerinnen um Helen Kevric (MTV Stuttgart), Lea Quaas (TuS Chemnitz-Altendorf), Pauline Schäfer-Betz (KTV Chemnitz), Karina Schönmaier (TuS Chemnitz-Altendorf) und Silja Stöhr (SG Heddesheim) lieferten sich im Kampf um Bronze ein enges Duell mit Frankreich (159,263 Punkte) und Großbritannien (157,764 Punkte). Auch wenn es am Ende nicht für das Podest gereicht hat, haben sie trotzdem einen guten fünften Platz mit 156,664 Punkten erzielt und somit die vorab ausgesprochene Zielstellung erreicht. Gold ging an die neutralen Athletinnen mit 165,430 Zählern und Silber an die Italienerinnen mit einer Gesamtpunktzahl von 161,796.
Den deutschen Frauen gelang mit Lea Quaas ein guter Auftakt am Stufenbarren (13,066 Punkte). Europameisterin Helen Kevric bestätigte ihr herausragendes Ergebnis aus der Qualifikation mit 14,700 und turnte die Verbindung vom Downie in den Paksalto, den sie im Gerätfinale noch ausließ, da sie zu nah am Gerät war. Auch Schönmaier präsentierte eine starke Vorstellung (13,000 Punkte). Damit lag die deutsche Riege nach der ersten Rotation auf Position zwei mit 40,766 Punkten. Am Schwebebalken lief es dann etwas weniger rund. Lea Quaas startete mit einem sicheren Aufgang, stürzte jedoch bei der ersten Verbindung vom Gerät (11,800 Punkte). Helen Kevric (12,700 Punkte) und Pauline Schäfer-Betz (13,600 Punkte) kam mit leichten Unsicherheiten durch ihre Übung (12,700 Punkte), blieben jedoch oben und stellten einen sicheren Abgang auf die Matte. Zur Halbzeit lagen die deutschen Turnerinnen auf Position drei mit einem haudünnen Vorsprung von 0,335 Zählern vor den Französinnen. Am Boden wurden die deutschen Frauen dann von den Französinnen überholt und rutschten auf Platz vier. Doch da auch die Französinnen sich einen Fehler am Stufenbarren leisteten, keimte kurzzeitig noch Hoffnung auf, die zwei Punkte über sehr gute Sprungleistungen doch noch aufzuholen. Letzten Endes konnten die deutschen Frauen das Ruder nicht mehr rumreißen und die Britinnen zogen durch ihre guten Sprünge noch vorbei.
Unterm Strich steht jedoch eine starke Leistung der Frauen bei diesen Europameisterschaften über alle Wettkämpfe hinweg, die mit zwei Einzelmedaillen am Samstag gekrönt wurde. „Ich bin sehr zufrieden“, resümierte Cheftrainer Gerben Wiersma. „Die Mädels haben sehr gut zusammengearbeitet und das Team war sehr stark. Wir haben jetzt eine neue Generation mit Ausnahme von Pauline und damit eine Mischung aus jungen Talenten, die aber auch schon Erfahrung gesammelt haben und einer sehr erfahrenen Turnerin, die gezeigt hat, dass sie noch zu Europas Besten gehört.“