Faustball

Goldener Sommer für Deutschlands Faustball-Nationalmannschaften

Mannschaftsfoto der U21-Faustballnationalmannschaft nach der gewonnenen Europameisterschaft

Die Bilanz der deutschen Faustball-Nationalmannschaften in diesem Sommer ist beeindruckend: vier Titel und zwei weitere Silbermedaille bei den diesjährigen Welt- und Europameisterschaften.

Dank großartiger Leistungen von der U18 bis zu den Frauen und Männern standen alle deutschen Teams auf dem Podest. Damit unterstreicht Faustball Deutschland einmal mehr seine herausragende Stellung im internationalen Faustball.

Nach den Deutschen Meisterschaften im niedersächsischen Bardowick bei Lüneburg warteten auf zahlreiche Spielerinnen und Spieler die internationalen Höhepunkte des Sommers. Auf der großen Bühne überzeugten die deutschen Auswahlmannschaften mit starken Leistungen, großem Kampfgeist und beeindruckender Nervenstärke.

U18: Weltmeistertitel verteidigt, Silber erkämpft

Den Auftakt machten die Weltmeisterschaften der männlichen und weiblichen U18-Kader vom 23. bis 26. Juli 2026 im schweizerischen Reiden.

Die männliche U18 knüpfte nahtlos an den Erfolg von 2024 in Llanquihue (Chile) an und verteidigte ihren Weltmeistertitel. Bereits in der Vorrunde blieb das Team ungeschlagen und sicherte sich souverän den Gruppensieg. Im Halbfinale setzte sich Deutschland mit 3:0 gegen die Schweiz durch. Im Finale gegen Österreich entwickelte sich ein hochklassiges und spannendes Duell. Deutschland behielt mit 3:1 die Oberhand und durfte anschließend den erneuten Weltmeistertitel feiern.

Auch die weibliche U18 startete furios in das Turnier. Ohne Satzverlust erreichte das Team die K.-o.-Runde und setzte sich anschließend sowohl im Viertelfinale gegen Dänemark als auch im Halbfinale gegen die Schweiz jeweils mit 3:0 durch. Im Finale kam es erneut zum Duell mit Österreich – und damit zur Neuauflage des Endspiels von 2024. Dieses Mal musste sich Deutschland erneut geschlagen geben. Die Silbermedaille ist dennoch ein großartiger Erfolg für die junge Mannschaft.

Frauen: Erfolgreiche Titelverteidigung bei der EM

Parallel zu den U18-Weltmeisterschaften kämpften die Frauen um den Europameistertitel. Deutschland ging als Favorit in das Turnier – und wurde dieser Rolle eindrucksvoll gerecht. Nach drei Siegen in der Vorrunde ließ die Mannschaft auch im Halbfinale gegen Serbien nichts anbrennen und setzte sich souverän mit 3:0 durch. Im Finale wartete Gastgeber Schweiz. Doch auch hier behielt Deutschland klar die Oberhand.

Mit einem weiteren 3:0 sicherte sich die Mannschaft den Europameistertitel ohne einen einzigen Satzverlust und verteidigte damit erfolgreich den 2023 in Grieskirchen (Österreich) gewonnenen Titel. Für Bundestrainerin Ann-Kathrin Kühner war es zugleich der erste große Titel mit der Frauen-Nationalmannschaft.

Männer: Dramatisches Halbfinale und Silber

Drei Wochen später folgte die Europameisterschaft der Männer im dänischen Tondern. In der Vorrunde setzte sich Deutschland gegen Italien und die Schweiz durch. Lediglich gegen Topfavorit Österreich musste sich das Team geschlagen geben und zog als Gruppenzweiter in die K.-o.-Runde ein.

Im Viertelfinale gegen Belgien gelang ein souveräner 3:0-Erfolg. Anschließend wartete im Halbfinale erneut die Schweiz – und es entwickelte sich ein echter Krimi. Nach wechselnden Satzführungen lag Deutschland zwischenzeitlich mit 2:3 nach Sätzen zurück. Im sechsten Satz stand es sogar 2:7, doch die Mannschaft bewies unglaublichen Kampfgeist. Deutschland wehrte einen Matchball ab und drehte die Partie schließlich zum 4:3-Erfolg. Ein Halbfinale auf höchstem Niveau, das den deutschen Spielern alles abverlangte.

Im Finale kam es erneut zum Duell mit Österreich. Der Gegner präsentierte sich von Beginn an äußerst stark und ließ Deutschland nur in der Anfangsphase der Partie Chancen. Am Ende stand eine 0:4-Niederlage – und dennoch ein hervorragender zweiter Platz bei der Europameisterschaft.

U 21: Beide Teams holen den Europameistertitel

Den krönenden Abschluss des internationalen Sommers bildeten die Europameisterschaften der U21 in München. Sowohl die männliche als auch die weibliche Auswahl sorgte dabei für einen erfolgreichen Abschluss der Titelkämpfe.

Die U21 der Männer wollte nach dem dritten Platz im Vorjahr in diesem Jahr wieder ein ernsthaftes Wort bei der Titelvergabe mitreden. Das gelang eindrucksvoll. Nach dem Gruppensieg folgte im Halbfinale ein souveräner 3:0-Erfolg gegen Italien. Im Finale wartete Titelverteidiger Österreich. Deutschland erwischte den besseren Start, ging mit 2:0 Sätzen in Führung und hatte im dritten Satz bereits Matchbälle. Österreich kämpfte sich jedoch zurück und erzwang den Satzausgleich. Im Entscheidungssatz wurde es dann dramatisch: Deutschland lag bereits 1:7 zurück, wehrte einen Matchball der Österreicher ab und kämpfte sich zurück. In der Verlängerung machte die deutsche Mannschaft schließlich den Europameistertitel perfekt.

Auch die U21 der Frauen durfte am Ende jubeln. Nach Siegen gegen Österreich und Italien musste das Team in der Vorrunde zwar eine überraschende Niederlage gegen die Schweiz hinnehmen, zeigte danach aber die richtige Reaktion. Im Halbfinale gegen Italien und im Finale gegen Österreich ließ Deutschland keinen weiteren Satz mehr zu. Mit zwei souveränen Siegen sicherte sich die Mannschaft den Europameistertitel und damit die erfolgreiche Titelverteidigung.

Ein Sommer mit vier Titeln

Weltmeistertitel, Europameistertitel und Medaillen in allen Altersklassen: Die deutschen Faustball-Nationalmannschaften haben in diesem Sommer eindrucksvoll gezeigt, wie breit und erfolgreich der deutsche Faustball aufgestellt ist. Vier von sechs möglichen Titeln sowie zwei weitere Medaillen sind die starke Bilanz einer internationalen Saison, die von Teamgeist, Leistungsstärke und großem Willen geprägt war. Ein goldener Sommer für Faustball Deutschland.