Turn-Team Deutschland

Männer eröffnen zweite Woche der Turn-EM

Lucas Kochan bei der WM in Antwerpen 2023

Entscheidung um Einzel-Mehrkampftitel im Rahmen der Qualifikation / Junioren starten am Donnerstag in die JEM

Nachdem in der vergangenen Woche die kontinentalen Titel bei den Frauen und Juniorinnen vergeben wurden, starten am Mittwoch (19.08.2026) die Männer in die Turn-EM in Zagreb (CRO). „Unser Ziel ist es, im Kampf um das Teamfinale mitzumischen“, sagte Cheftrainer Jens Milbradt. „Die Weiterentwicklung des Teams ist auf dem Weg in Richtung Olympische Spiele 2028 in Los Angeles der wichtigste Grundstein.“ Auch bei den Einzelentscheidungen zeigt sich der Cheftrainer optimistisch, denn „das ein oder andere Einzelfinale ist sicherlich im Bereich des Möglichen.“ 

Die Männer-Riege setzt sich aus Radomyr Stelmakh (SC Cottbus), Alexander Kunz (TSV Pfuhl), Timo Eder (MTV Ludwigsburg) Gabriel Eichhorn (MTV Stuttgart) und Lucas Kochan (SC Cottbus) zusammen. Letzterer feiert bei den Europameisterschaften ein “kleines Comeback”. Kochan, der seit 2024 immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, steht seit den Europameisterschaften 2023 in Antalya wieder auf der großen internationalen Bühne. Das ist schon ein bisschen unrealistisch und wie so ein kleiner Traum, der jetzt frühzeitig in Erfüllung geht, sagte der Cottbuser, der aufgrund seiner Schulterprobleme ursprünglich mit einer Rückkehr im Oktober gerechnet hat und plötzlich der Älteste im Team ist. Es gab so einen kleinen Alterswechsel und auf einmal stehe ich hier als Ältester, was ein bisschen unwirklich ist. Es ist aber ein gutes Zeichen für den deutschen Turnsport, dass man sieht, dass wir wieder Nachwuchs haben, der nachkommt und ein gutes Team zusammenstellen können. Der frisch gebackene Deutsche Meister an den Ringen, Artur Sahakyan (TZ Bochum-Witten), komplettiert als Einzelstarter die deutsche Auswahl bei den Europameisterschaften in der kroatischen Hauptstadt.

Viel Erfahrung in jungen Jahren

Bundestrainer Nachwuchs Robert Hirsch kann bei seinen Junioren auf Turner mit zum Teil viel Erfahrung für ihr Alter bauen. Angeführt von Nikita Prohorov (TuS Witten-Stockum 1945) und Philipp Steeb (TV Wetzgau), die beide bereits bei den Junioren-Weltmeisterschaften (JWM) und dem European Youth Olympic Festival (EYOF) geturnt haben, vervollständigen Davyd Alshanov (SC Cottbus), Kimi Köhnlein (TV Wetzgau) und Andrei Mihai (TV Lahr) das Team.

Der starken Konkurrenz bei der JEM ist sich Hirsch bewusst, schließlich konnte er sich zuletzt beim Jugendländerkampf Ende Juli in Kienbaum einen Eindruck davon verschaffen. „Wir werden versuchen, unser maximales Potenzial anzubieten. Mit einer guten Mischung aus anspruchsvollen Übungen, einer sehr sauberen Präsentation und etwas Glück haben wir dann vielleicht die Chance um eine Medaille zu kämpfen“, sagte Hirsch. Bei einigen Schützlingen besteht aus Sicht des Bundestrainers Nachwuchs durchaus die Möglichkeit, Einzelfinals zu erreichen. „Wenn Nikita und Davyd durch ihre Pferdübungen kommen, können sie mit ihrer sauberen Ausführung und ihrem hohen Schwierigkeitswerten einen Finalplatz erturnen. Betrachtet man die Prognosewerte hat Kimi durch seinen D-Werte eine Chance an den Ringen und auch am Boden, genauso wie Philipp. Allerdings ist die Konkurrenz am Boden sehr dicht beieinander.“ Zum aktuellen Zeitpunkt befinden sich die Junioren „auf einem guten Weg“. Bei der JEM hofft Hirsch, „dass sie mit einer gewissen Lockerheit nach Zagreb anreisen, denn wir brauchen uns dort auf keinen Fall verstecken. Das konnten wir spätestens beim Jugendländerkampf Ende Juli nachweisen.“