Turn-Team Deutschland

Adem Asil holt sich EM-Titel zurück

Dunkel beeindruckt beim Mehrkampfsieg des Türken mit Rang fünf

Als er ganz am Ende, nach seinem Vortrag am Königsgerät, auch noch seinen Reck-Abgang sauber stand, ballte Adem Asil beide Fäuste und öffnete den Mund zu einem Begeisterungsschrei. Der türkische Turner hat sich bei den Europameisterschaften in Leipzig den Mehrkampftitel zurückerobert, den er 2023 in Antalya schon einmal gewonnen hatte. Mit 82,398 Punkten hielt der Führende nach fünf Geräten den Franzosen Leo Saladino (81,430) und Krisztofer Meszaros aus Ungarn (81,164) deutlich auf Distanz, Der am Ende sechstplatzierte Schweizer Noe Seifert vergab seine Chance auf einen Podestplatz, als er als allerletzter Starter des Abends bei seiner Landung nach der Reckkür auf den Boden griff (80,631).

Dunkels bester Wettkampf

Nils Dunkel, der lange Zeit auf dem dritten Platz gelegen hatte, aber nach Reck zurückfiel, belegte mit 80,932 Punkten Rang fünf, die bislang beste EM-Platzierung des gebürtigen Thüringers. Mixed-Europameister Timo Eder kam auf 79,231 und Rang 13. Beide Deutschen zeigten einen stabilen Wettkampf ohne größere Fehler.

“Unglaublich”, kommentierte Dunkel seinen Auftritt. “Ich habe mir im Vorfeld Gedanken gemacht, was noch drin sein könnte. Die Medaillenplätze waren ein bisschen weit weg, aber ich dachte mir, eine Top-fünf-Platzierung einmal in der Karriere, das wäre schon ziemlich geil.” Am meisten stolz sei er allerdings darauf, einen fast fehlerfreien Wettkampf gezeigt zu haben und einen, “der fast auf den Punkt geturnt war”. Das gelinge ihm im Training fast nie, dass alle Übungen so gut klappten. Geholfen habe ihm dabei das Turnfest-Publikum. “Das hat mir richtig viel Spaß gemacht und zeigt mir, warum ich turne. Das war wirklich Gänsehaut.”

“Die ersten drei Geräte hätten ein bisschen besser laufen können, aber ich bin zufrieden”, resümierte Eder. “Morgen werde ich sicher noch mal trainieren, um mich fit zu halten.” Dann werde er versuchen, im Barren-Finale am Samstag, das er gemeinsam mit Dunkel bestreitet, “noch einmal alles zu geben”.

Deutlich besser am Pauschenpferd

Dunkel erwischte vor 5292 Zuschauern in der Messehalle eins am Pauschenpferd einen starken Start. Der EM-Dritte von 2022 zeigte eine deutlich bessere Übung als noch im Vorkampf und wurde mit 14,10 Punkten belohnt. Der starke Vortrag ging an den nächsten Geräten weiter, und nach Ringen (13,50) und Sprung (13,266) lag der Hallenser auf dem dritten Rang,

Eder war zu Beginn die Müdigkeit nach bereits neun Geräten in den vergangenen beiden Tagen anzumerken; bei dem Ludwigsburger schlichen sich an Pauschenpferd (13,066) und Ringen (12,20) Fehler ein. Nach Sprung (13,433) lieferte der Finalist dann jedoch eine überzeugende und sehr saubere Generalprobe am Barren (13,90). Dunkel musste hier nach dem Abgang einen Ausfallschritt in Kauf nehmen (13,733), konnte seinen dritten Platz aber behaupten. Auch am Reck ließ er sich wenig zu schulden kommen, musste jedoch nach Problemen beim Adler bei seinem Doppelsalto mit Doppelschraube als Abgang erneut einen kleinen Step einschieben und fiel mit 12,733 auf den sechsten Rang zurück. Eder hielt sich mit 13,166 auf Rang 15 und verabschiedete sich kurz darauf am Boden nach kleinen Hüpfern zwischendrin mit 13,466 Punkten. Dunkel schloss mit einer schönen Performance mit sicheren Landungen und wurde mit 13,60 Punkten belohnt.