Vom 25. bis 26. Oktober 2025 hat der Landesturnverband Mecklenburg-Vorpommern in Rostock eine Schulung für Interessierte angeboten, die zukünftig als Referent*innen neue Bewegungstreffleiter*innen ausbilden möchten.
Hintergrund ist der große Erfolg des Bewegungstreffs, der als niedrigschwelliges Bewegungsangebot (inaktive) ältere Menschen in Bewegung und vor allem auch in Gemeinschaft bringt. Deutschlandweit gibt es bisher nur vereinzelt Referent*innen, die diese Schulung durchführen können. Seit dem letzten Oktoberwochenende sind es nun zehn Referent*innen mehr, die in Mecklenburg-Vorpommern (aber auch über die Landesgrenze hinaus) einen wichtigen Beitrag zur Bewegungsförderung älterer Menschen leisten können.
Der Bewegungstreff
Der Bewegungstreff ist eine offene Organisationsform, bei der sich Menschen zu einem Bewegungsangebot im Freien treffen. Das Bewegen in der Gruppe ist vor allem für ältere Menschen eine wertvolle soziale Komponente und stärkt die persönliche Motivation.
Das inhaltliche Angebot ist niedrigschwellig und zielt auf die Förderung bzw. den Erhalt der wichtigsten körperlichen Kernkompetenzen ab: Ausdauer, Muskelkraft, Beweglichkeit/Dehnen/Mobilisation sowie Gleichgewicht/Balance.
Der Bewegungstreff
- findet im Freien (in der Natur) statt.
- findet regelmäßig (1x pro Woche) statt.
- findet am gleichen Ort statt (fester Treffpunkt).
- findet an einem festen Tag/feste Uhrzeit statt.
- sollte 45-60 Minuten dauern.
Die Teilnahmevoraussetzungen sind gering. Teilnehmende brauchen nur die Fähigkeit, selbstständig etwa 30 Minuten gehen zu können.
Die Bewegungstreffleiter-Schulung
Die Schulung wird von den Landesturnverbänden angeboten und stellt eine niedrigschwellige Ausbildungsform da. Sie spricht vorrangig Personen an, die bisher keine Übungsleiter*innen sind und/oder keine Gruppe angeleitet haben. Es sind daher keine Lizenzen oder Vorerfahrungen notwendig. Aber auch geschulte Übungsleiter*innen können sich zum/zur Bewegungstreffleiter*in ausbilden lassen. Von Vorteil ist es, wenn die Person bereits Mitglied in einem Verein ist, um die zukünftigen Bewegungstreffs über diesen Verein anbieten zu können.
Die Schulung findet an einem oder zwei Tagen statt und umfasst ein festgelegtes Schulungskonzept. Dieses vermittelt die Bedeutung von körperlicher Aktivität im Alter und legt den Fokus auf den Erhalt der Kernkompetenzen. In einer Modellstunde wird der Bewegungstreff simuliert, sodass die Teilnehmenden selbst einmal den Ablauf des Bewegungstreffs erleben. Gemeinsam wird im Theorie- und Praxisteil besprochen, wie ein Bewegungstreff initiiert werden kann, welche Vorbereitungen getroffen werden müssen und welche Kontakte sinnvoll sind.
Der Bewegungstreff im Rahmen von AuF leben
Im Rahmen der Schulung wurde auch die Einordnung des Bewegungstreffs in das Projekt „Im Alter AKTIV und FIT leben (AuF leben) – Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Kommune“ des Deutschen Turner-Bundes thematisiert. Der Ansatz von AuF leben verfolgt die enge Zusammenarbeit von Kommune und Turn- und Sportvereinen, die sich gemeinsam dem Thema Bewegungsförderung älterer Menschen widmen und ihre Kommune diesbezüglich nachhaltig gestalten wollen. Ziel ist, die körperliche Aktivität älterer Menschen zu steigern sowie die Bewegungsverhältnisse innerhalb der Kommune nachhaltig zu verbessern. Der Fokus liegt auf der Ansprache inaktiver älterer Menschen. Die Durchführung von Bewegungstreffs hat sich als sehr effektiv erwiesen, um diese Zielgruppe zu erreichen.
Eine Chance für den Verein neue Engagierte zu gewinnen
Die Bewegungstreffleiter-Schulung stellt für Vereine eine große Chance dar, neue Engagierte zu gewinnen, die als Bewegungstreffleiter*in tätig werden. Denn aufgrund der Niedrigschwelligkeit der Schulung können interessierte Personen ohne Lizenzen oder Nachweis teilnehmen. Durch diese (erste) Tätigkeit im Vereinsbereich kann sich eine weitere Zusammenarbeit entwickeln und die neuen Engagierten können langfristig in die Vereinsstrukturen integriert werden (z. B. weitere Übungsleitertätigkeiten und/oder ehrenamtliches Engagement).