In Bad Harzburg stand am Pfingstwochenende, 23.-25.05.2026, ein vollgepacktes Meisterschaftswochenende auf dem Programm. In gleich drei Sprintformaten wurden die Deutschen Meister 2026 ermittelt: Im klassischen Einzelsprint, in der Sprintstaffel und im erstmals ausgetragenen KnockOut-Sprint. Dem aktuell stärksten deutschen Sprint-OLer, Anselm Reichenbach, gelang dabei ein Clean-Sweep, er gewann alle drei Meistertitel für den SSV Planeta Radebeul. Im Einzelsprint der Damen siegte Jule Roßner (OK Leipzig), im KnockOut-Sprint gewann Maren Guthier (OLV Steinberg).
Zum Auftakt ging es, nach dem Qualifikationslauf am Samstag, am Sonntagmorgen zur DM Sprint nach Osterwieck. In der Kleinstadt auf sachsen-anhaltinischer Seite kam es neben einem hohen Lauftempo besonders darauf an, in solch hohem Tempo präzise zu orientieren. Alles entscheidend waren dabei die Routenwahlen – es galt die symmetrischen Gebäudeblöcke auf der kürzest möglichen Strecke zu umlaufen und im Flow zu bleiben.
In der Damenelite gelang dies am besten Jule Roßner (OK Leipzig). Als Sprintspezialistin profitierte sie besonders von ihrer Routine und einem im Vergleich zur Konkurrenz höheren Grundtempo. Trotzdem wurde es noch einmal spannend: Zum Ende der Strecke verdrehte sie ihre Karte und verlor viel Zeit. Sie sicherte sich den Sieg mit zwei Sekunden Vorsprung vor Robyn Astridge aus Kanada. Die Silbermedaille der DM ging an Stanja Lindig (SSV Planeta Radebeul), Bronze erlief Hanna Müller (Gundelfinger Turnerschaft).
Auch bei den Herren gewann mit Anselm Reichenbach (SSV Planeta Radebeul) der Topfavorit. Dabei war die Sache alles andere als eindeutig: Im Ziel lag er nur zehn Sekunden vor Silbermedaillengewinner Konstantin Kunckel (USV TU Dresden). Den dritten Podestplatz sicherte sich Marek Pompe (SV Robotron Dresden).
Am Nachmittag desselben Tages ging es zurück nach Bad Harzburg. In Bündheim standen die Finalrunden der DM KnockOut-Sprint an. Dieses Wettkampfformat, das international seit 2017 im Weltcupprogramm ist, wurde in diesem Jahr erstmalig als Meisterschaft ausgetragen. Anders als bei anderen Einzelformaten wird in diesem im Massenstart gegen fünf Konkurrent*innen gestartet. Wer zuerst die Ziellinie überquert, rückt in die nächste Runde vor. Im Finale werden die Platzierungen ausgelaufen.
Dieses äußerst zuschauerfreundliche Format feierte eine stimmungsvolle Premiere. Optimal geeignet war dazu das Gestüt Junicke, auf welchem das Wettkampfzentrum platziert war. Eine Vielzahl an Zuschauenden sorgte für eine würdige Atmosphäre.
Deutsche Meisterin im KnockOut-Sprint wurde Maren Guthier (OLV Steinberg), nach einem spannenden Duell mit Einzelsprintsiegerin Jule Roßner. In der Konkurrenz der Herren setzte sich erneut Anselm Reichenbach durch, er gewann den Zielsprint gegen Marek Pompe. Im Gegensatz zum Einzelsprint wurden die Titelkämpfe nur für Jugend und Elite ausgetragen, im Jugendbereich setzten sich Jannika Wetzel (SV Robotron Dresden) und Jacob Imbsweiler (TV Oberbexbach) durch.
Zur DM Sprintstaffel versammelte sich das Startfeld am Pfingstmontag unweit in Hornburg. Hohe Temperaturen und schmale Gassen warteten in einem eher laufbetonten Wettkampf auf die Teilnehmenden. Staffeltypisch kommt das taktische Element der Läuferaufstellung hinzu, das bei der Sprintstaffel in der Reihenfolge Frau – Mann – Mann – Frau vorgeschrieben ist.
Der SV Robotron Dresden stellte seine beiden stärksten Läufer*innen auf die Startpositionen: Juniorin Stanja Lindig und Anselm Reichenbach starteten stark und brachten das Team weit in Front. Ole Baath schaffte es, den Vorsprung zu verwalten, bevor die erst siebzehnjährige Margarethe Ellke den Sieg nach Hause brachte. Silber ging an den USV TU Dresden (P. Siegert, K. Jobke, K. Kunckel, M. Fritz), die Bronzemedaille gewann der SV Robotron Dresden (J. Wetzel, M. Pompe, L. Dequiedt, L. Pompe).