Turn-Team Deutschland

Starker EM-Auftakt der Turnerinnen

Frauen-Team jubelt über Erfolg in der Qualifikation

Einzug ins Teamfinale am Sonntag und drei Einzelgerätfinals am Samstag

Ein Auftakt nach Maß gelang den deutschen Frauen bei den Turn-Europameisterschaften in Zagreb (CRO) am Donnerstagabend (13.08.2026). Auf Position vier konnte sich die DTB-Riege um Helen Kevric (MTV Stuttgart), Lea Quaas (TuS Chemnitz-Altendorf), Pauline Schäfer-Betz (KTV Chemnitz), Karina Schönmaier (TuS Chemnitz-Altendorf) und Silja Stöhr (SG Heddesheim) sicher für das Teamfinale qualifizieren. „Das ist wirklich geil, dass wir am Sonntag im Teamfinale sind. Wir haben eine unglaublich tolle Stimmung im Team“, sagte Pauline Schäfer-Betz. Gleichzeitig sicherten sich Karina Schönmaier, Helen Kevric und Pauline Schäfer-Betz jeweils einen Platz im Gerätfinale. 

Pauline Schäfer-Betz eröffnete für die deutsche Frauen-Riege die kontinentalen Titelkämpfe am Sprung. Zwei Jahre nach den Olympischen Spielen in Paris meldete sie sich mit einem guten Sprung und 13,533 Punkten am ersten Gerät auf der internationalen Bühne zurück. Nahtlos schloss Lea Quaas an die Leistung ihrer Teamkollegin an. Bei der Landung verließ sie durch einen kleinen Hüpfer die Markierung, bekam aber dennoch eine Wertung von 13,350 Punkten. Silja Stöhr konnte ihren Sprung nicht stehen, was für das Team jedoch aufgrund des 5-4-3 Systems keine Konsequenzen hatte. An vierter Position stand schließlich noch mit Karina Schönmaier die amtierende Sprung-Europameisterin. Mit ihrem Yurchenko Doppelschraube (14,000 Punkte) und dem Omelianchik gestreckt mit halber Drehung (13,633 Punkte) erzielte sie mit dem Bonus von 0,2 insgesamt 14,016 Punkte für die deutsche Teamwertung. Auf Platz zwei sicherte sich die Chemnitzerin souverän den Platz im Sprungfinale.

An ihrem Paradegerät, dem Stufenbarren, feierte Helen Kevric nach ihrer schweren Knieverletzung bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr ein fulminantes Comeback. Mit herausragenden 14.766 Punkten überzeugte sie auf ganzer Linie: Sie zimmerte nach einer blitzsauberen Übung auch ihren Abgang fest in den Stand und zog als Qualifikationsbeste ins Stufenbarrenfinale am Samstag ein. „Ich bin heute schon sehr zufrieden mit meiner Leistung, auch wenn es immer Kleinigkeiten gibt, an denen man noch arbeiten kann“, sagte Kevric, die am Samstag selbstbewusst ans Gerät gehen will, „weil ich weiß, dass ich es kann.“ Ebenso sicher turnten die beiden Chemnitzerinnen Lea Quaas (13,233 Zähler) und Karina Schönmaier (13,266 Punkte) ihren Abgang in den Stand und ließen damit das Punktekonto auf 82,164 Punkte weiter anwachsen.

Die Schwebebalken-Weltmeisterin aus 2017 Pauline Schäfer-Betz zeigte an ihrem Lieblingsgerät, dass sie auch fast zehn Jahre später noch zu den Besten Europas gehört. Hatte ihr ihr Element, der Schäfer-Salto, im Podiumtraining noch etwas Probleme bereitet, so stand sie ihn in der Qualifikation mit einem kleinen Wackler und kam auch sonst sehr gut durch ihre Übung, gekrönt mit ihrem neuen Abgang in den Stand. „Ich habe auch eben nochmal kurz geweint, weil es sehr emotional war und sich die Arbeit auszahlt. Sicherlich lief noch nicht alles rund, aber ich bin sehr zufrieden“, gab Pauline Schäfer-Betz nach dem Wettkampf einen Einblick in ihre Gefühlswelt. Auf Position sechs (nach der Nationenwertung Platz fünf) qualifizierte sie sich mit 13,500 Punkten für das dritte Gerätfinale an diesem Tag bei den Frauen. Knapp hinter ihrer Teamkollegin reihte sich Kevric mit 13,200 Punkten auf Position zehn rein. Hatte Stöhr zuvor am Stufenbarren mit ihrem Abgang noch Probleme, so beendete sie ihre Übung am Schwebebalken schlafwandlerisch sicher in den Stand (12,566 Punkte). Für eine erfolgreiche Rotation am Schwebebalken sorgte Lea Quaas, die ihren Wackler klasse abfing und auch als vierte deutsche Turnerin oben blieb (12,533 Punkte).

Vor dem letzten Gerät lagen die deutschen Frauen mit 121,430 Punkten klar auf Kursrichtung Teamfinale. Das änderte sich auch nach dem Boden nicht. Silja Stöhr verpasste mit einer guten Performance um 0,133 Punkte den Einzug ins Gerätfinale knapp. Mit 158.963 Punkten beendete das Team die Qualifikation auf Rang vier. An erster Stelle qualifizierten sich die unter neutraler Flagge startenden Athletinnen (WG2) mit 164,797 Punkten, gefolgt von den Italienerinnen mit 160,931 Zählern. Dicht dahinter reihten sich die Britinnen mit einer Gesamtwertung von 160,795 ein. 

Den Mehrkampftitel gewann am Donnerstagabend Angelina Melnikova (WG2) mit 55,932 Punkten vor der ebenfalls als neutrale Athletin startenden Anna Kalmykova (54,632 Zähler). Bronze ging an die Französin Elena Colas mit 53,966 Punkten.

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