Turn-Team Deutschland

Trampolinteams verpassen Medaillenränge

Das deutsche Frauen-Team in Portugal. | Bild: Thomas Rösler

Männer landen im EM-Finale von Portimão auf Rang sechs, Frauen auf Platz sieben.

Die deutschen Trampolinteams haben bei den Europameisterschaften im portugiesischen Portimão keinen Podestplatz erreicht. Bei den Männern beendeten Fabian Vogel, Matthias Schuldt und Lars Garmann das Mannschaftsfinale auf Rang sechs, bei den Frauen belegten Aurelia Eislöffel, Aileen Rösler und Christine Schuldt Rang sieben. Die Siege gingen an Formationen aus Weißrussland und Russland, die jeweils unter neutraler Flagge starteten. 

“Fabian und Matthias haben ihre Sache gut gemacht, unser Neuling Lars war ein bisschen nervös und konnte nur acht Sprünge ins Tuch bringen”, erzählte Bundestrainerin Katarina Prokesova. “Ein vierter Platz wäre drin gewesen. Ansonsten war die Konkurrenz zu stark.” Die Frauen zeigten Nerven, und nur Christine Schuldt konnte ihre Übung durchturnen. “Vielleicht haben Aurelia und Aileen zu viel gewollt”, vermutete die Expertin. 

Keine Finalteilnahme im Einzel

Im Einzel standen bei den Aktiven die Halbfinals an. Dabei lösten die Deutschen keine Endkampf-Tickets. Vogel präsentierte als Elfter mit 58,780 Punkten den besten Vortrag. Matthias Schuldt gelangen die Strecksprünge zu Beginn nicht so gut, der Dietzenbacher fing zweimal an und kam nicht bis zum Ende durch. “Er war eigentlich gut vorbereitet und hat das auch im Teamfinale gezeigt”, sagte Prokesova. Mehr als Rang 20 war so aber nicht drin.   

Bei den Frauen musste Eislöffel vorzeitig passen. “Sie ist zu vorsichtig in die Übung gegangen”, erklärte die Bundestrainerin. Rösler glückte derweil ein solider Vortrag, der für Rang 15 mit 52,570 Punkten reichte. “Nach ihrer langen Verletzungspause ging das völlig in Ordnung”, sagte Prokesova. Dennoch sei sie insgesamt enttäuscht, “vor allem was die Stabilität angeht”.

Auch im Nachwuchsbereich, wo die Juniorinnen mit Leni Reithofer, Emely Schmal und Mila Welling nach ihrem dritten Platz in der Qualifikation in der Endabrechnung den siebten Platz verbuchten, sollte sich das nicht viel besser darstellen. “Sie müssen noch Erfahrungen sammeln”, resümierte Prokesova. 

Eschke im Halbfinale auf Rang zwei

Das “Highlight” des vorletzten Wettkampftages war für Prokesova Ryan Eschkes Performance in der U21. Der Frankfurter brachte im Halbfinale die zweitbeste Kür aller Teilnehmer aufs Tuch, wurde dafür mit 57,60 Punkten belohnt und zog souverän in die Medaillenentscheidung ein. “Das war total verdient, und im Finale ist für ihn etwas drin”, sagte Prokesova. 

Die Turnerinnen der gleichen Altersklasse knüpften in dieser zweiten Runde an ihre Trainingsleistungen an. Das reichte für Mila Welling (50,320) und Emely Schmal (49,560) allerdings nur zu den Plätzen 15 und 17, und so verpassten auch sie das Weiterkommen.  

DMT-Frauen um einen Platz am Podest vorbei

Auch am Doppelminitrampolin reichte es für die DTB-Riegen nicht zu Edelmetall. Die Frauen belegten beim Triumph eines “neutralen” Teams den vierten Platz, wobei Anastasia Heinrich im Finale noch einen persönlichen Schwierigkeitsrekord verbuchte. Das Trio ergänzten Leonie Heuschmann und Imani Saprautzki.

Die Männer hatten Pech, denn Moritz Braig berührte als Erster gleich die Abdeckung, was einen Nuller-Durchgang bedeutete. “Damit waren sie schon aus dem Rennen”, sagte der verantwortliche Trainer Olaf Schmidt. Philipp Kleidernigg und Adrian Thomson zeigten dann zwar noch gute Sprünge. Doch mehr als Rang fünf war beim Sieg eines weiteren “neutralen” Teams nicht möglich.  

Kleidernigg im Einzelfinale

Als “sensationell” bezeichnete Schmidt den Finaleinzug von Kleidernigg im Einzel. Der 18-Jährige rangierte im Halbfinale mit 27,70 Punkten auf dem vierten Platz. “Ich freue mich, dass unser Jüngster so gut Fuß gefasst hat”, kommentierte der Coach. Adrian Thomson schaffte mit 26,80 Punkten zumindest noch die Top Ten.

Die Junioren zeigten “gute Ansätze”, so Schmidt. Der Frankfurter Maximilian Klug belegte als Zehnter mit 23,80 Punkten und einem neuen Schwierigkeitsrekord den ersten Reserveplatz für die Medaillenentscheidung. Michael Leitner wurde 12. mit 23,40 Zählern.

“Wir befinden uns im Umbruch und haben viele Neue dabei”, sagte Schmidt. Aber die bisherigen Resultate zeigten, “dass wir in der Spur sind”.