Am Mittwochabend (19.08.2026) starteten die Turner in die Europameisterschaften in Zagreb (CRO). „Mit dem Einzug ins Teamfinale haben wir die Minimalzielstellung erreicht, auch wenn Pferd natürlich ärgerlich ist“, resümierte Cheftrainer Jens Milbradt den Wettkampf.
Der Auftakt gelang der DTB-Riege um Timo Eder (MTV Ludwigsburg), Gabriel Eichhorn (MTV Stuttgart), Alexander Kunz (TSV Pfuhl), Lucas Kochan (SC Cottbus) und Radomyr Stelmakh (SC Cottbus) am Barren sehr gut. Mit 13,933, 13,700 und 13,400 Punkten brachten Stelmakh, Eichhorn und Eder ihre Zähler in die Teamwertung ein.
Ihre gute Form bestätigten die Männer auch am Reck. Drei Übungen mit einem perfekten Abgang in den Stand ließen das Punktekonto des Teams auf 81,865 anwachsen. Nichtsdestotrotz mussten die Turner hier einen ersten kleinen Dämpfer hinnehmen, denn der vermutlich beste Reckturner und Deutsche Meister an diesem Gerät, Gabriel Eichhorn, überstach leider seinen Adlerschwung mit ganzer Drehung und musste dafür enorme Abzüge in Kauf nehmen. Teamkollege Radomyr Stelmakh, der aufgrund der Fernsehzeiten sehr lange auf seinen Start warten musste, ließ sich davon nicht beirren und turnte eine saubere Übung perfekt in den Stand. Mit 14,033 Punkten auf Platz sechs wird er auch in den Gerätfinals wieder am Reck an den Start gehen.
Am Boden führten zu viele Standunsicherheiten zu Abzügen der ansonsten stabilen Übungen. Ehe es am Pauschenpferd zu größeren Problemen kam. Kunz kam zunächst gut durch seine Übung, rutschte beim Abgang jedoch weg, sodass unterm Strich 11,866 Punkte standen und damit auch etwas mehr Druck auf den noch kommenden Athleten lag. Timo Eder (13,766) präsentierte im Anschluss eine gute Übung, während Stelmakh das gleiche Schicksal ereilte, wie Kunz zu Beginn. Er blieb beim Abgang hängen und musste so viele Punktabzüge in Kauf nehmen (12,433 Punkte). Und auch der Abgang seines Cottbuser Teamkollegen gelang nicht (12,433 Punkte). „Das war heute der Knackpunkt und hängt uns natürlich an“, sagte Milbradt.
An den Ringen eröffnete Gabriel Eichhorn mit einer Übung, die er in den Stand zimmerte (12,566 Punkte). Mit den Übungen von Alexander Kunz (13,333 Punkte) und Radomyr Stelmakh kam das deutsche Team vor der letzten Rotation auf eine Gesamtpunktzahl von 199,761 und reihte sich damit auf Platz acht ein.
Artur Sahakyan (TZ Bochum-Witten) startete als Spezialist und Einzelstarter an den Ringen. Dort bewies der amtierende Deutsche Meister auch auf internationalem Niveau sein Können und erhielt nach einer sauberen Übung in den perfekten Stand 14,100 Punkte, gleichbedeutend mit Platz acht. Daran änderte sich auch nach der letzten Rotation nichts mehr, sodass Sahakyan ins Ringefinale einzog.
Mit ihren Sprungleistungen steigerte sich die Mannschaft letzten Endes nochmal deutlich von Platz acht auf Position sechs (240,960 Punkte) und steht damit auch souverän im Teamfinale. Die besten deutschen Mehrkämpfer waren Radomyr Stelmakh auf Platz acht mit 80,731 Zählern und Timo Eder auf Position elf mit 80,298 Punkten.
Richtig spannend wurde es im Kampf um den Mehrkampftitel in der Einzelentscheidung. Hier setzte sich Illia Kovtun (CRO) mit 82,833 Punkten und dem somit denkbar kleinsten Abstand von lediglich 0,001 Punkten gegen den neutralen Athleten Arsenii Dukhno (WG2) und Daniel Marinov (WG2) mit 81,899 Zählern durch.