Ringtennis

Überraschungssiege bei den Deutschen Ringtennis-Meisterschaften 2025

Ringtennis Match, Männereinzel, Fangen kurzer Ring

Keine Titelverteidigung in der Meisterklasse erfolgreich

Die Deutschen Ringtennis-Meisterschaften 2025 in Karben waren geprägt von spannenden Wettkämpfen, überraschenden Wendungen und der beeindruckenden Dominanz der lokalen Jugend. Mit 16 von 30 möglichen Goldmedaillen, von denen 13 auf das Konto der Nachwuchssportler*innen gehen, verteidigte die TG Groß-Karben bereits zum vierten Mal in Folge den ersten Platz im Medaillenspiegel. Erfolgreichster Spieler an diesem Wochenende war Evan Stegerwald, der alle vier Titel in der Schülerklasse gewinnen konnte.

 

Überraschungen bei den Mixed-Wettbewerben

Die Meisterschaften begannen am Freitag mit den Mixed-Spielen. In der Meisterklasse sorgten Lydia Schidelko und Timo Hufnagel (TV Kieselbronn) für die erste große Sensation. In einem knappen Finale besiegten sie die favorisierten Mixed-Weltmeister Naemi Singrün und Maurice Binder. Für den 47-jährigen Hufnagel war es der zweite Mixed-Titel in der Meisterklasse, 20 Jahre nach seinem ersten Sieg.

 

Hufnagel und Singrün glänzen im Einzel

Am Samstag standen die Einzel-Wettbewerbe im Mittelpunkt. Timo Hufnagel setzte seine Erfolgsserie fort und krönte sich nach sechs aufeinanderfolgenden Finalniederlagen (seit 2017) erstmals wieder zum Deutschen Meister im Einzel. In der spannenden zweiten Verlängerung des Halbfinals gegen Sven Reichenberg (SKG Roßdorf) musste der amtierende Einzelmeister Maurice Binder eine überraschende Niederlage hinnehmen. Im Finale revanchierte sich Hufnagel dann für seine Gruppenniederlage gegen Reichenberg und sicherte sich seinen achten Einzeltitel in der Meisterklasse – damit zieht er mit den Rekordhaltern Gernot Horn und Christian Herzog gleich.
Bei den Frauen setzte sich Naemi Singrün (TV Kieselbronn) durch. In einem hart umkämpften Finale gegen Valerie Häßlich (SG Suderwich) konnte Singrün sich gegen Ende einen Vorsprung erspielen und gewann so ihren zweiten Deutschen Meistertitel.

 

Nervenkitzel in den Doppel-Disziplinen

Besonders spannend war das alternierende Doppel der Männer-Meisterklasse. Die Titelverteidiger Hufnagel und Binder verloren überraschend im Halbfinale gegen ihre Herausforderer aus Rübenach, Maximilian Speicher und Alexander Wiß. Im Finale lieferten sich Hendrik Freitag und Jonas Kruse (TG Groß-Karben) ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Speicher/Wiß. In einer packenden Verlängerung setzten sich die Karbener schließlich durch und sicherten sich überraschend den Titel.
Bei den Frauen triumphierten Michaela Güthling und Valerie Häßlich (SG Suderwich) souverän und feierten damit Güthlings achten Titel in dieser Disziplin.

Beim klassischen Doppel der Männer deutete zunächst alles auf eine Wiederholung der Finalspiele der letzten beiden Jahre hin. Sowohl die SKG Roßdorf als auch der TV Kieselbronn zogen als Gruppensieger in die K.o.-Runde ein. Die Deutschen Meister von 2023, Binder/Hufnagel aus Kieselbronn, setzten sich im Halbfinale mit 18:13 gegen Sven Reichenberg und Jan Langner (SKG) durch. Das andere Halbfinale zwischen den Titelverteidigern Thomas Tregel/Felix Schulteß und ihren Herausforderern Wiß/Speicher, entschied sich erst in der letzten Sekunde der Verlängerung, als ein Konter der Titelverteidiger im Netz landete und Wiß/Speicher mit 05:04 in das Finale einzogen. Im Finale ließen Binder und Hufnagel dann aber nichts mehr anbrennen. Sie erspielten sich schnell einen komfortablen Vorsprung von 07:01 zur Halbzeit, den die Rübenacher bis zum Ende nicht mehr aufholen konnten.
Auch bei den Frauen siegten die Favoritinnen Michaela Güthling und Valerie Häßlich erneut souverän und holten sich ihren zweiten Titel bei diesen Meisterschaften.

 

Ehrung für Axel Runkel

Im Rahmen der Deutschen Meisterschaften wurde Axel Runkel, der langjährige Vorsitzende des Technischen Komitees, für sein Jahrzehnte langes Engagement mit der Ehrennadel in Silber des Deutschen Turner-Bundes ausgezeichnet. Runkel wurde von den anwesenden Ringtennis-Spieler*innen mit einem Spalier empfangen und nahm die Auszeichnung sichtlich gerührt entgegen. Sein Nachfolger Jonas Kruse überreichte ihm, als weiteres Zeichen der Anerkennung, ein T-Shirt mit den Unterschriften vieler Weggefährten.