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GKV-Projekt AuF-Leben | Bildquelle: Fotolia

 

AuF-Leben

Gesundheitsförderung älterer Menschen in der Lebenswelt Kommune

Am 01.03.2019 ist das vom GKV-Bündnis für Gesundheit geförderte Interventionsprogramm „Im Alter Aktiv und Fit Leben (AuF-Leben) in der Kommune – Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Kommune“ gestartet, welches durch eine Kombination von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen zur Steigerung der körperlichen Aktivität älterer Menschen und zur Verbesserung der Bewegungsverhältnisse innerhalb der Kommune beitragen soll.

In enger Abstimmung mit dem GKV-Bündnis für Gesundheit setzt der DTB das Interventionsprogramm gemeinsam mit dem Rheinhessischen Turnerbund, dem Sächsischen Turn-Verband und dem Landesturnverband Sachsen-Anhalt als Pilotprojekt für 24 Monate um.

Demografischer Wandel

Immer mehr ältere Menschen und steigende Lebenserwartung

 

Der demografische Wandel ist im vollen Gange und die Anzahl der über 65-Jährigen in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen. War 1950 nur jede zehnte Person über 65 Jahre, gehört heutzutage mehr als jede fünfte Person zur Generation 65 plus, 6 Prozent sind hochaltrig     (> 80 Jahre). Vorausrechnungen lassen einen weiteren Anstieg erwarten - 2060 wird voraussichtlich jede dritte Person älter als 65 Jahre sein (siehe Abbildung rechts).

Auch die Lebenserwartung ist aufgrund der immer besseren Lebensbedingungen (wie z.B. Fortschritte im Gesundheitswesen, gesündere Lebensweisen und bessere Arbeitsbedingungen) kontinuierlich angestiegen und liegt aktuell laut Statistischem Bundesamt in Deutschland für neugeborene Jungen bei 78,4 Jahren. Mädchen werden mit knapp 83,2 Jahren sogar noch älter. Auch hier ist ein Ende des ansteigenden Trends noch nicht abzusehen.


Die Grafik stellt die altersbezogene Bevölkerungsverteilung in Deutschland im Jahr 2019 dar (getrennt nach Geschlecht). Die grüne, gestrichelte Linie zeigt die Bevölkerungsvorausrechnung für das Jahr 2060 an. Es wird deutlich, dass ein weiterer Anstieg der Anzahl älterer Menschen erwartet wird.  [Quelle: https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/]

Gesundheitsförderung in Lebenswelten

Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung erhalten Lebenswelten einen immer wichtigeren Stellenwert, da die Menschen hier einen großen Teil ihrer Zeit verbringen und sich die vorherrschenden Bedingungen auf ihre Gesundheit auswirken. Der sog. Setting-Ansatz zielt darauf ab, gesundheitsfördernde Maßnahmen in Lebenswelten zu verankern, die möglichst vielen Menschen - insbesondere vulnerablen Gruppen - zugänglich ist. Stellen bspw. für Kinder und Jugendliche die Kita und die Schule wichtige Lebenswelten dar und für den Berufstätigen der Arbeitsplatz, gewinnt für ältere Menschen (im Ruhestand) die Lebenswelt Kommune eine immer wichtigere Bedeutung.

Das Projekt "AuF-Leben" befasst sich mit der Zielgruppe der älteren Menschen (> 60 Jahre), fokussiert auf langfristig inaktive und dementsprechend gesundheitlich gefährdete und in ihren Bewegungsfunktionen eingeschränkte Ältere sowie immobile Ältere und Hochaltrige (> 80 Jahre). Als lebensweltorientiertes Interventionsprogramm nimmt es daher die Kommune in den Fokus. Durch eine Kombination von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen sollen dabei zum einen neue (niederschwellige) Bewegungsangebote in den Turn- und Sportvereinen eingerichtet werden, um die körperliche Aktivität von älteren Menschen zu steigern und langfristig ihre Fitness, ihre Gesundheit sowie ihre Selbstständigkeit damit zu verbessern oder zumindest zu erhalten. Zum anderen stellt die Schaffung und/oder Modifizierung von geeigneten Bewegungswelten ein wichtiges Projektziel dar, um langfristig die Kommunen dabei zu unterstützen, die Gesundheit der älteren Menschen zu fördern und ein Aktivitätslevel aufrecht zu erhalten.

Gemeinsam stark in der Kommune

Teilhabe der Zielgruppe: Partizipativer Ansatz

Ausgehend von einer Standortanalyse (Wie sieht die Altersstruktur der Kommune aus?) sowie einer Analyse der Bewegungsangebote (Welche Angebote für Ältere gibt es aktuell in den lokalen Turn- und Sportvereinen?) sollen die spezifischen Anforderungen des Standorts ermittelt und diese bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen berücksichtigt werden.

Die Zielgruppe soll dabei in die Entscheidung mit eingebunden werden - bspw. durch die Einrichtung von "runden Tischen". Durch ihre Teilhabe können (niederschwellige) Bewegungsangebote eingerichtet werden, die für ältere Menschen ansprechend sind, sowie Bewegungs-/Gestaltungsräume gesucht werden, an denen sich die Zielgruppe vermehrt aufhält und körperlich aktiv sein kann. Nur durch einen solch partizipativen Ansatz ist ein langfristiger Erfolg der Maßnahmen - die Steigerung der körperlichen Aktivität und die Verbesserung der Gesundheit der älteren Menschen - zu erwarten.

Im Mittelpunkt steht das Tandem

Wesentlich für das Gelingen und der erste entscheidende Schritt des Projekts ist, dass die Kommune und der Turn- und Sportverein in Kontakt treten und ein Tandem bilden - dabei kann eine Kommune mit einem oder aber auch mit mehreren lokalen Turn- und Sportvereinen zusammenarbeiten. Darüber hinaus ist der Aufbau eines Netzwerks von Unterstützern ein enorm wichtiger Schritt und fortlaufender Prozess, denn nur so können möglichst viele Zugangswege geöffnet werden, um die Zielgruppe der inaktiven Älteren zu erreichen.

Geeignete Netzwerkpartner sind all diese, die einen direkten Kontakt zur Zielgruppe haben - beispielhaft sind Caritasverbände, Kirchen oder andere gemeinnützige Vereine zu nennen. Hierbei sind keine Grenzen gesetzt, denn umso größer das Netzwerk ist, desto erfolgreicher wird eine Umsetzung des Vorhabens und eine langfristige Verankerung der Maßnahmen in der kommunalen Struktur sein.

Professionelle Projektbegleitung

Die Kommune und der Turn- und Sportverein werden während der gesamten Projektlaufzeit professionell begleitet und bei allen Aufgaben unterstützt - von der Tandembildung bis hin zur Planung und Umsetzung der Projektmaßnahmen.

Die sog. AuF-Berater/innen (pro Landesturnverband zwei Personen; geschult durch den DTB) stellen die direkten Ansprechpartner für die Kommune und den Turn- und Sportverein dar. Als Schnittstelle des Tandems übernehmen sie eine entscheidende Schlüsselfunktion und beraten das Tandem hinsichtlich kommunaler Gesundheitsförderung.

Um bedarfsgerechte Angebote für ältere Menschen in der kommunalen Lebenswelt zu integrieren, benennt der Turn- und Sportverein eine/n Seniorensportbeauftragte/n, der/die für das Thema „Bewegungsförderung von Älteren“ verantwortlich ist und sich um die Umsetzung der Maßnahmen kümmert.

Vorgängerprojekt AUF Leben

Bei der Umsetzung des Projekts "AuF-Leben" können der DTB und die drei Pilot-Landesturnverbände auf Erkenntnisse und Erfahrungen aufbauen. Im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat der DTB im Zeitraum von 2013 bis 2015 das Netzwerkprojekt „Im Alter Aktiv und Fit Leben“ (AUF Leben) erfolgreich durchgeführt. Erkenntnisse und Erfahrungen mit der Zielgruppe der Hochaltrigen und Menschen mit Demenz wurden in einem Handlungsleitfaden zusammengefasst.

Weitere Informationen zum Projekt AUF Leben sowie den Handlungsleitfaden finden Sie hier.

Bei Fragen zum Projekt "AuF-Leben" wenden Sie sich an:

Marisa Sann

GKV-Projekt AuF-Leben

Tel.: 069/67801-100

E-Mail: marisa.sann(at)dtb.de

Weitere Informationen zum GKV-Bündnis für Gesundheit finden Sie unter: