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GKV-Projekt AuF-Leben | Bildquelle: Fotolia

 

AuF-Leben

Gesundheitsförderung älterer Menschen in der Lebenswelt Kommune

Am 01.03.2019 ist das vom GKV-Bündnis für Gesundheit geförderte Interventionsprogramm „Im Alter Aktiv und Fit Leben (AuF-Leben) in der Kommune – Gesundheitsförderung in der Lebenswelt Kommune“ gestartet, welches durch eine Kombination von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen zur Steigerung der körperlichen Aktivität älterer Menschen und zur Verbesserung der Bewegungsverhältnisse innerhalb der Kommune beitragen soll.

In enger Abstimmung mit dem GKV-Bündnis für Gesundheit setzt der DTB das Interventionsprogramm gemeinsam mit dem Rheinhessischen Turnerbund, dem Sächsischen Turn-Verband und dem Landesturnverband Sachsen-Anhalt als Pilotprojekt für 24 Monate* um.

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* Hinweis: Bedingt durch die rasante Ausbreitung von COVID-19 konnte das Interventionsprogramm nicht wie geplant durchgeführt werden und geplante oder bereits gestartete Maßnahmen mussten gestoppt werden. Das GKV-Bündnis für Gesundheit hat daher frühzeitig entschieden, das Programm um vier Monate zu verlängern. Die Pilotierung läuft somit offiziell bis zum 30.06.2021.

Hintergrund des Programms

Demografischer Wandel

Immer mehr ältere Menschen und steigende Lebenserwartung

Der demografische Wandel ist im vollen Gange und die Anzahl der über 65-Jährigen in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten enorm angestiegen. War 1950 nur jede zehnte Person über 65 Jahre, gehört heutzutage mehr als jede fünfte Person zur Generation 65 plus, 6 Prozent sind hochaltrig       (> 80 Jahre). Vorausrechnungen lassen einen weiteren Anstieg erwarten. Bis 2060 wird voraussichtlich jede dritte Person älter als 65 Jahre sein.

Auch die Lebenserwartung ist aufgrund der immer besseren Lebensbedingungen (bedingt u.a. durch Fortschritte im Gesundheitswesen, gesündere Lebensweisen und bessere Arbeitsbedingungen) kontinuierlich angestiegen und liegt laut Statistischem Bundesamt in Deutschland für neugeborene Jungen bei 78,5 Jahren. Mädchen werden mit knapp 83,3 Jahren sogar noch älter. 

Gesunde Lebenswelten

Gesundheitsförderung in der Kommune

Der Setting-Ansatz

Im Bereich der Prävention und Gesundheitsförderung erhalten Lebenswelten einen immer höheren Stellenwert, da die Menschen hier einen großen Teil ihrer Zeit verbringen und sich die vorherrschenden Bedingungen auf ihre Gesundheit auswirken.

Der Lebenswelt-Ansatz, auch als Setting-Ansatz bezeichnet, zielt darauf ab, gesundheitsfördernde Maßnahmen in Lebenswelten zu verankern, die möglichst vielen Menschen zugänglich sind. 


Die Lebenswelt Kommune

Für ältere Menschen (im Ruhestand) stellt dabei die Kommune eine einflussreiche Lebenswelt dar. Der unmittelbare, fußläufig erreichbare Wohnraum ist ein zentraler Bezugsort im Alter, da hier zwischenmenschliche Kontakte bestehen und das tägliche Leben stattfindet. Umso stärker die Mobilität durch bspw. gesundheitliche Einschränkungen beeinträchtigt ist, umso mehr gewinnt der unmittelbar erreichbare Wohnraum an Bedeutung.


Das Programm "AuF-Leben"

Zielgruppe

"AuF-Leben" richtet sich an ältere Menschen ab 60 Jahren, die gerne mehr Bewegung in ihr Leben bringen wollen. Der Fokus liegt dabei auf langfristig inaktiven und dementsprechend gesundheitlich gefährdeten und in ihren Bewegungsfunktionen eingeschränkten Ältere. Ihnen soll der Einstieg in ein bewegtes Leben erleichtert und Freude an Bewegung vermittelt werden.

 

Zielstellung

Durch die Kombination von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen sollen zum einen neue (niederschwellige) Bewegungsangebote in den Vereinen eingerichtet werden, um die körperliche Aktivität von älteren Menschen zu steigern und langfristig ihre Fitness, ihre Gesundheit sowie ihre Selbstständigkeit damit zu verbessern oder zumindest zu erhalten. Zum anderen stellt die Schaffung und/oder Modifizierung von geeigneten Bewegungswelten ein wichtiges Projektziel dar, um langfristig die Kommunen dabei zu unterstützen, die Gesundheit der älteren Menschen zu fördern und ein Aktivitätslevel aufrecht zu erhalten. Dies sind bspw. Maßnahmen wie der Ausbau eines Gehweges mit ausreichend Sitzgelegenheiten oder die Kennzeichnung von Walking-Rundwegen mit Kilometer-Angaben durch Grünanlagen.

Gemeinsam stark in der Kommune

Kommune und Verein

Im Mittelpunkt steht das Tandem

Wesentlich für das Gelingen ist der Zusammenschluss der Kommune und des Turn- und Sportvereins zu einem Tandem.
Um dem Bewegungsmangel älterer Menschen entgegenzuwirken und einen maßgeblichen Beitrag zur Gesundheits-förderung zu leisten, müssen sie an einem Strang ziehen und eng zusammenarbeiten. Nur so kann es gelingen, dass Menschen gesund alt werden und noch lange selbstbestimmt in ihrem bewährten Umfeld leben können. Dabei übernimmt die Kommune als politische Kraft die Einrichtung und Leitung des kommunalen Netzwerkes. Der Verein ist der Experte für Bewegung, Sport und Gemeinschaft und unterstützt bei der Einrichtung des Netzwerkes.

Netzwerkpartner

Unterstützung in allen Bereichen

Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Aufbau eines Netzwerks von Unterstützern. Denn nur so können möglichst viele Zugangswege geöffnet werden, um die Zielgruppe der inaktiven Älteren zu erreichen und neue Bewegungsräume zu erkennen und zu gestalten.
Geeignete Netzwerkpartner sind all diese, die einen direkten Kontakt zur Zielgruppe haben - beispielhaft sind Caritasverbände, Kirchen oder andere gemeinnützige Vereine zu nennen. Hierbei sind keine Grenzen gesetzt, denn umso größer das Netzwerk ist, desto erfolgreicher wird eine Umsetzung des Vorhabens und eine langfristige Verankerung der Maßnahmen in der kommunalen Struktur sein.

Die Zielgruppe

Partizipativer Ansatz

Ausgehend von einer Standortanalyse (Altersstruktur) sowie einer Analyse der bestehenden Bewegungsangebote für Ältere sollen die spezifischen Anforderungen des Standorts ermittelt und diese bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen berücksichtigt werden.
Die Zielgruppe soll dabei in die Entscheidung mit eingebunden werden - bspw. durch die Einrichtung von "runden Tischen" oder Begehungen der Kommune. Durch ihre Teilhabe können Bewegungsangebote eingerichtet werden, die für ältere Menschen ansprechend sind, sowie Bewegungs-/Gestaltungsräume gesucht werden, an denen sich die Zielgruppe vermehrt aufhält und körperlich aktiv sein kann.

Professionelle Projektbegleitung

Die AuF-Berater*innen der Landesturnverbände

Die Kommunen und der Turn- und Sportvereine werden während der gesamten Projektlaufzeit professionell begleitet und bei allen Aufgaben unterstützt - von der Tandembildung bis hin zur Planung und Umsetzung der Projektmaßnahmen.

Die sogenannten AuF-Berater*innen (je Landesturnverband zwei Personen) wurden in zwei Ausbildungsblöcken durch den DTB geschult und somit speziell für ihre Aufgaben im Rahmen des Pilotprogramms vorbereitet. Als direkte Ansprechpersonen und Schnittstelle zwischen Kommune und Turn- und Sportverein nehmen sie eine entscheidende Schlüsselposition ein und unterstützen die Tandems hinsichtlich kommunaler Gesundheitsförderung und dem Aufbau des Netzwerks AuF-Leben.


Die Pilotregionen "AuF-Leben"

Umsetzung des Interventionsprogramms in zehn Kommunen

Vorgängerprojekt AUF Leben

Bei der Umsetzung des Projekts "AuF-Leben" können der DTB und die drei Pilot-Landesturnverbände auf Erkenntnisse und Erfahrungen aufbauen. Im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat der DTB im Zeitraum von 2013 bis 2015 das Netzwerkprojekt „Im Alter Aktiv und Fit Leben“ (AUF Leben) erfolgreich durchgeführt. Erkenntnisse und Erfahrungen mit der Zielgruppe der Hochaltrigen und Menschen mit Demenz wurden in einem Handlungsleitfaden zusammengefasst.

Weitere Informationen zum Projekt AUF Leben sowie den Handlungsleitfaden finden Sie hier.

 

Bei Fragen zum neu aufgesetzten Interventionsprogramm "AuF-Leben" wenden Sie sich gerne an die Projektleitung:

Marisa Sann

GKV-Projekt AuF-Leben

Tel.: 069 67801-100

E-Mail: marisa.sann(at)dtb.de

Allgemeine Informationen zum GKV-Bündnis für Gesundheit sowie die Darstellung des Interventionsprogramms "AuF-Leben" finden Sie unter folgenden Links:

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