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Willkommen beim Deutschen Turner-Bund

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Der Turnergruß und die vier F

Im Umkreis des Turnsports gibt es vor ihnen kein Entkommen: Die vier F. Mittlerweile von vielen Turnvereinen und Verbänden als Symbol genutzt, war dies für Prof. Dr. Harald Braun ein Anlass, sich mit der Bedeutung und Entstehung der vier F und dem Turnergruß auseinanderzusetzen. 

 

Nach der „Allgemeine(n) Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste“ (Leipzig 1875, S. 350) „findet sich im Althochdeutschen der Kruoz oder gruoz, ursprünglich und eigentlich im Sinne des Anrufes, des freundlichen wie des feindlichen“. In der Regel versteht man unter dem Grüßen das freundliche Begegnen oder Scheiden, das den Gruß als Zeichen der Beachtung bzw. der teilnehmenden Achtung definiert. Wird der Gruß unterlassen, so soll damit die Achtung respektive Beachtung versagt bleiben. Zu den Sitten und Bräuchen der alttestamentlichen Juden gehörten Segen und Gruß, die die Anwünschung von Glück, Heil, Friede, Segen von Gott, Freude usw. beinhalten. Nicht nur die antiken Völker des Mittelmeerraumes kannten den Gruß, verschiedene Lexika wiesen ihn bei Völkern aller Kontinente nach. Den Germanen galt das Erheben der offenen Hand bei ausgestrecktem Arm als Zeichen des Vertrauens, dass man sich waffenlos, also freundschaftlich, begegnete. Spätestens seit der Christianisierung – Kaiser Karl der Große (768-814) hatte den Monat Dezember wegen der Geburt des Heilands Hel, d. h. Heilmonat genannt – haben sie auch das „Heil“ in ihren Gruß mit aufgenommen, so geschehen bei der Wahl des Sachsenherzogs Heinrich (Herr Heinrich saß am Vogelherd recht froh und wohlgemut...) zum König des deutschen Stämme im Jahr 919. Seit der Zeit der Völkerwanderung galt also neben dem Ausdruck friedlicher Begegnung, des Glück- und Segenswunsches, der Gruß auch als Zeichen der Unterwerfung, d. h. das auf Leistung beruhende charismatische Heil galt dem siegreichen Helden (Meyers Lexikon, 1938, S. 563 f). Der Nazi-Gruß war aus der spätgermanischen Zeit hergeleitet (Brockhaus, 1989, Bd. 9, S. 604).

In der höfischen Kultur des Mittelalters war u. a. der Gruß „Gut Heil“ Brauch. Laut Jacob und Wilhelm Grimms „Deutsches Wörterbuch“ (Leipzig 1877, S. 818) war dieser Gruß schon im frühen Mittelhochdeutschen bekannt. Tatsächlich findet er sich bereits um 1140 im Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht, um 1170 im Rolandslied des Pfaffen Konrad, 1204 im Iwein mit dem Löwen von Hartmann von Auf, 1544 in der Fabel Reinecke Fuchs von Frater Pauli und anderen Dichtungen. Die Landsknechte wünschten einander vor dem Kampf „viel guot heil“. Selbst in Schriften von Kant und Arndt, in Dichtungen von Goethe und Schiller und in Opern von Mozart, Beethoven und Wagner kommt der Gruß „Gut Heil“ noch im 18. und 19. Jahrhundert vor.

Klopfa, Klopfa hämmerla
`s brod liegt im Kämmerla
`s messer ligt darnöben;
seltmer eppes göben
guthaal, guthaal
und mein gsellen a an thaal(Teil)!

So riefen die Kinder in Franken bei dem sog. Anklopfets mit dem Hämmerchen im Heilmonat (Dezember), um für sich und ihre „Gesellen“ eine Gabe zu erhalten. (Schettler, in: DTZ, 1879, S. 156) Diese Gut-Heil-Rufen war nach Haltaus (Kalendarium von 1729) und nach den „Nördlinger Nachrichten“ von 1760 auch im Volksmund gebräuchlich. Friedrich Ludwig Jahn will nach eigener Aussage das „Gut Heil“ 1817 gebraucht haben. Der Heidelberger Turner K. Wassmassdorf (DTZ, 1862, S. 50 u. 1884, S. 430) bezweifelte dies, da der Gruß erst 1823 in Jahns Lied von der „Altvorderen Trinksprüche“ – abgedruckt in J. B. Metzler, Deutsches Liederbuch, Stuttgart 1823, S. 37 und in Lübecks „Lieder für Deutschlands turnende Jugend“ von 1842 erschien:

Die Alten hielten frohen Sang,
ebst frommem Wunsch in Ehren,
Sie mochten gern mit hellem Klang
Die Wunschesbecher leeren.

Ihr erst „Gut Heil“ scholl all`zeit
Dem deutschen Vaterlande;
Es grün und blüh`in Ewigkeit
Im heil`gen Reichsverbande

Der Turner Gruß „Gut Heil“ stammt nicht von Jahn, sondern kam aus Plauen im Vogtland, wo Otto Leonhard Heubner, Sachsens Turnvater, beim Gutenbergfest 1840 zusammen mit der Einweihung des allgemeinen städtischen Turnplatzes eine Rede hielt und darin das Heil gebrauchte, was Gustav Finke 1843 bei der Gründung des TG Plauen zum Gut Heil anregte (Schettler, in DTZ, 1879, S. 179). Der Gruß breitete sich schnell aus, denn auf dem ersten schwäbischen Turnfest in Pforzheim 1845 wurden die ankommenden Turner mit Gut Heil begrüßt, und auch den Siegern erscholl dieser Ruf. Mit den „Liedern für Männer-Turngemeinden“, die von der TG Heilbronn anlässlich des Turnfestes 1846 herausgegeben wurden, beginnt und schließt das Vorwort mit Gut Heil. Obwohl sich 1846 eine lebhafte Diskussion um einen allgemeinen Turnergruß in den regionalen Turnzeitungen, so im „Turner“ (Steglich, Dresden), im „Nachrichtsblatt“ (Ravenstein, Frankfurt) und in der „Turnzeitung“ (Euler und Lamey, Karlsruhe) entwickelte, wobei u. a. „GutsMuths“, „Heil Auf“, „Frisch auf“ als Turnergruß vorgeschlagen wurden, hat sich der Gruß Gut Heil seit dem Heilbronner Turnfest 1846 bei den Turnern durchgesetzt. Zum Empfang der Turner am 23. Mai 1847 zur großen nationalen Turnfahrt hat die TG Bingen die Teilnehmer mit folgendem Vers begrüßt:

Gut Heil Euch, Turngenossen
Zur Wanderfahrt am Rhein;
Laßt ziehn uns unverdrossen;
Frisch, fromm, froh, frei uns sein

(Braun, BD 1, S. 120)

In Ravensteins „Nachrichtenblatt“ (1846, Nr. 11) und in Steglichs „Turner“ (1846, S. 261 f) hat sich Jahn zum Gut Heil geäußert und als Turnergruß empfohlen:

„Gut Heil“ ist ein deutscher Gruß,
wie nur irgend einer (...) Heil will
erstrebt, errungen, erworben, erhal-
ten und bewahrt sein. So ist Gut Heil
für das Wesen der Turnkunst
bezeichnend, wo Selbsttätigkeit
erst Selbstständigkeit gewinnt.
Darum mag der Turner, der in der
Turnkunst eine Verjüngung der
altersschwachen Menschheit ge-
wahrt und eine Heilung kranker
Zustände ahnt, mit vollem Bewusst-
sein sich untereinander durch Gut
Heil ermuntern.

Darum, liebe Turner! laßtt euch
nicht irren noch verwirren. Grüßt
unverzagt, unbekümmert um
Sprachmäkelei nach wie vor,
mit „Gut Heil“

(Gg. Hirth. Das gesamte Turnwesen. 2. Aufl. v. R. Gasch, 1893, S. 277 ff)

Der Arbeiter-Turnerbund (1893 – 1933) hat auf seinem 4. Bundestag in Nürnberg 1899 den Turnergruß Gut Heil in Frei Heil umgeändert. Die Skiläufer rufen sich Ski Heil, die Angler Petri Heil, die Jäger Weidmanns Heil zu. Den Ausspruch Jahns von 1846 sollten sich die heutigen Turnerinnen und Turner zu eigen machen. Ihre Berührungsängste mit Gut Heil gründen in dem Missverständnis, der Turner-Gruß sei dem Nazi-Gruß verwandt. Wenn unsere Väter und Großväter nach der Machtübernahme der Nazis freiwillig oder auf Druck Turnergruß gegen den Nazigruß eintauschten, dann war das aus heutiger Sicht eine unerträgliche Verirrung: darum, liebe Turnerinnen und Turner (...) grüßt unverzagt (...) mit Gut Heil.

 

 

Symbole sind Zeichen, „die etwas Geistiges vergegenwärtigen (...) als Botschaft oder Signal, sind Mittel der zwischenmenschlichen Kommunikation“, zu verstehen als „Bindemittel für Gemeinschaften“, z. B. der großen Religionen der Welt ebenso wie in Turnen und Sport (Hg. Kling: Hessenturner 1994, Se. 530). Wer sich zu einem Symbol bekennt, identifiziert sich mit einer Organisation und akzeptiert deren Ziele (Bernett, 1992 HI, S. 16).
Fr. L. Jahn hat den Turnerwahlspruch „frisch, fromm, fröhlich, frei“ als Mittel der Werbung für den guten Zweck des Turnens geschaffen. Er steht heute noch so an der Giebelseite seines Hauses in Freyburg/Unstrut. Da Jahn sehr belesen war, ist davon auszugehen, dass er ihn einem endreimenden Spruch des 16. Jahrhunderts zum Ruhm studentischer Lebensart in Gegensatz zu Philistertum und Besitzdenken übernommen hat:

Frisch, frei, fröhlich, fromb;
Sind des Studenten Reichtumb!

Aus dem 14. Jahrhundert ist die Reihung „frisch, fro, frey“ überliefert (Metzner, DT.3.1990, zit. n. H. Polesny, 1981, Se. 49).
Jahn hat in seinem Buch „Die deutsche Turnkunst“ im Kapitel Turngesetze die zweite Zeile des Studenten-Spruches in „das ist der Turner Reichtum“ zweckentsprechend abgewandelt. Obwohl sich im Neuhochdeutschen der Zweizeiler nicht mehr reimt, hat Jahn einer Umstellung der Vier F-Wörter in seinem Aufsatz zur „Ehrenrettung des From“ von 1846 nicht zugestimmt.

„In den vier Worten ist die Steige-
rung unverkennbar, jede Umstel-
lung verändert den Sinn und ver-
schwächt ihn. Der Spruch ist
Inschrift eines Ringes um das tur-
nerische Leben. Das Weglassen nur
eines Wortes macht den Reifen
brüchig. Selbst die Verwandlung des
„fröhlich“ in „froh“ entstellt die
Sinnschrift, weil, so nahe verwandt,
sich auch beide Worte fügen, froh
mehr die innere Stimmung bezeich-
net und das Wirkende, fröhlich hin-
gegen das Offenbarwerden in äußerer
Escheinung (...) fröhlich muß mit-
teilen, gemeinsam empfinden (...)
bedarf der Gesellschaft“.

(Hirth1, Gasch 2. Aufl., 1893, S. 207f).

Trotzdem wurde später die Jahnsche Reihung verändert zu

Frisch, fromm, fröhlich, frei
das andere Gott befohlen sei!

Während des Heilbronner Turnfestes 1846 schlug der Kupferdrucker Heinrich Felsing, aus Darmstadt die bereits von ihm auf der Fahne des 1843 gegründeten Schülerturnvereins abgebildeten vier F in Kreuzform vor. „Den Spruch“, so Felsing

„in seinen vier Anfangsbuchstaben
abe ich zusammengestellt in 4 F.
Ich habe sie zum Zeichen vereint,
sie bilden – wie die Turnerschaft –
gleiche Kraft, gleiche Form und
Stärke nach allen Seiten. Es ist das
Viereck überall gleich stark, fest in
den vier Ecken stehend. Nehmts`
wie ihr wollt, es ist das F aus dem
FF. Vergeßt nur nicht, dass es auch
das Christenzeichen ist.“

Felsig hatte diese Form der vier F einer preußischen Münze, einem Zweigroschenstück von 1693, der Zeit des letzten Kurfürsten von Brandenburg, Friedrich III. (ab 1701 König von Preußen, Friedrich I.) nachgebildet (DTZ, 1876, S. 128). Eine weitere Gestaltung der vier F hatte sich der Breslauer Alte Turnverein ausgedacht: Es standen die F mit ihren unteren Enden gegeneinander, so dass die Form den Flügeln einer Windmühle ähnelte, sich aber bei den Turnern nicht durchsetzte. An Felsings Vorschlag schieden sich die Geister: Der Delegierte des Mannheimer TV, Dr. Eller, sprach sich entschieden gegen das „Fromm“ und das Christenzeichen mit der Begründung aus, er sei Jude und die Zeit des Jahnschen Spruches längst vorüber. Man solle nicht an altem Plunder kleben, sondern das Unzeitgemäße fallen lassen (Braun, BD 1, S. 44; Wieser, in: ZSGS, 1993, H1, S. 32). A. Spieß, der Begründer des Schulturnens, befürwortete das Zeichen und meinte, „wenn von einem Stifter einer solch edlen Sache ein solcher Kernspruch besteht, so muss dieser heilig und ehrwürdig sein für alle Zeit.“ (Braun, BD 1, S. 44). Felsings Turnzeichen wurde von den Bevollmächtigten abgelehnt. Es fand aber bei den Turnern in der Hauptversammlung mehr Zuspruch und setzte sich im Laufe der Zeit als Symbol durch. Auf dem Turnfest in Frankfurt 1847 waren als Turnwappen Schwert und Flammenkeule mit der Umschrift Frisch, Fröhlich, Frei in Rot und Gold auf schwarzem Grund beschlossen worden (Ebd. S. 126). Auch der 1846 gegründete TV Alzey (Volkerstadt aus der Nibelungensage) hat noch 1861 die vier F hintereinander gereiht, so wie sie auf der Unstrut zugekehrten Seite des Jahnhauses in Freyburg heute noch zu sehen sind. In der Nr. 28 der Deutschen Turnzeitung von 1876 heißt es, dass „auch die außerdeutschen Länder dieses (Felsing-) Symbol angenommen hätten:

  • Französisch: Franc, Frais, Fier, Fort.
  • Englisch: Frank, Fresh, Frish, Free.
  • Italienisch: Franco, Fresco, Fiero, Forte
  • Spanisch: Franco, Fresco, Firme, Fuerte
  • Portugiesisch: Franco, Fresco, Fero, Forte.
  • Schwedisch: Frisk, From, Freidiji, Fri.
  • Dänisch: Frisk, From, Freidig, Fri.
  • Holländisch. Vroed, Vrank, Vrij, Vroom.

(Festbuch, 7. DT. Turnfest, München 1889, XII./3.)

Auf dem o. g., Turnfest hatten die Turner bei der Planung einer Deutschen Turnerschaft auch das „Fromm“ aus der Viererformel weggelassen. Das umgangssprachliche Fromm und seine Nähe zum Sinn von brav, lammfromm, passte nicht zum eingestandenen politisch-republikanischen Zweck. Der nicht sehr fromme Pfarrerssohn Jahn hat sich in seiner „Ehrenrettung“ 1847 entschieden für die Beibehaltung des Fromm ausgesprochen und als „Inbegriff aller sittlicher Thatkraft, aller Willensstimmung“ definiert. „So befesselt fromm die gesamte Pflichttreue und das Voransein in ihr für die Gemeinde, so nachfolgt.“ (Gasch 2. Aufl. 1893, s. 208). Warum Jahn unbedingt am Fromm festhielt, geht möglicherweise auf sein Bestreben der Wiederbelebung des unverfälschten altdeutschen Wesens, bzw. auf seine Verbindung mit der Studentenschaft (er war Mitbegründer Burschenschaft von 1817) zurück und deren Reim aus dem 16. Jahrhundert. Ein Dreierstabreim ohne „Fromm“ wäre doch auch sinnvoll gewesen, da Dreiergruppen im Deutschen geläufig sind. Aller guten Dinge sind drei; z. B. Einigkeit und Recht und Freiheit – Dies zu erreichen, war doch der Turner Bestreben im Deutschen Vormärz. Die nach der verlorenen Revolution von 1848/49 in die USA emigrierten republikanisch gesinnten Turner haben den Wahlspruch Jahns auch in den dortigen Turnvereinen eingeführt: Das Fromm aber verschwand allmählich und 1880 wurden offiziell im Turnerbund der USA Jahns vier F in Frisch und Frei, Stark und Treu abgewandelt (Neumann, BD.32, S. 71 f). Der politischen Nähe der deutschen Emigranten mit den Turnern im ATB ist es wohl zuzuschreiben, dass der ATB auf seinem 8. Bundestag in Stuttgart 1907 die Einführung des Bundes(ab)zeichens „Frisch, Frei, Stark und Treu“ beschloss.(O. Drees, in: Achilles/Lüdecke, 1982, S. 75) Auf Grund der Distanzierung der Deutschen Turnerschaft (DT) vom antijüdischen Verhalten des Niederösterreichischen Turngaues 1888 und der daraufhin 1889 in Österreich beschlossenen Gründung des Deutschen Turnerbundes erfolgte auch eine Abgrenzung in der Symbolik. Das Felsingsche Kreuz, das sich inzwischen in der DT durchgesetzt hatte, wurde vom österreichischen DTB und der völkischen Bewegung so umgestaltet, dass es dem ab 1920 von den Nazis geführten Hakenkreuz ähnelte. Mit der Machtübernahme durch die Nazis 1933 haben sich die Turnvereine allmählich in ihrer Symbolik auf das Hakenkreuz umgestellt. Viele Vereine haben z. B. zunächst noch ihre aus der Weimarer Zeit (1919-1933) stammenden Briefköpfe mit DT-Emblem und Felsing-Kreuz verwendet, andere das Hakenkreuz hinzugenommen. Eine Anweisung von „oben“ gab es nicht. Spätestens mit dem Reichsflaggengesetz vom 15. September 1935, das die Hakenkreuzfahne als alleinige Reichs- und Nationalfahne vorschrieb (Bernett, 1992, S.28), ist in den Turnvereinen das Hakenkreuz als dominantes Symbol geführt worden. Gleich nach dem Krieg sind bei den Turnfesten die Turnerfahnen mit den vier F in Kreuzform wieder geführt worden, aber zu dem traditionellen Turnergruß „Gut Heil“ gab und gibt es noch heute starke Berührungsängste. Absicht oder Zufall – beim Deutschen Turnfest in München 1958 wurde in der Festzeitung das Turnerkreuz noch nicht wieder verwendet, aber ein stilisierter Turner mit gespreizten Beinen und Armen gezeigt, der die Urfassung für das im Vorfeld des Deutschen Turnfestes in Hamburg 1994 entwickelte schöne Markenzeichen des DTB gewesen sein könnte. Dieses neue „Logo“ soll sicherlich nicht die personifizierten vier F darstellen bzw. ersetzen. Aber die je nach Sparte oder Sportart typisch sich bewegende Figur, die für viele traditionsbewusste Turner vielleicht zu farbenfroh ausgefallen ist, verlebendigt das steife Kreuz und spricht die Jugend an, auch viele Alte. Sie ist ein echter Gewinn.