DTB Bildungsystem
"Ein System ist der stille Motor, der das Chaos ordnet und Fortschritt ermöglicht – es ist kein eng geschnürtes Korsett, das die Freiheit einschränkt, sondern der flexible Rahmen, in dem Innovation gedeiht." (Jens Mitzel - unterstützt durch ChatGPT)
Das Bildungssystem im Überblick
Das Bildungssystem an sich basiert auf drei Prinzipien:
- Humanismus - Der Mensch steht im Mittelpunkt. (Menschenwürde, Vernunft und ethisches Verhalten)
- Konstruktivismus - Wissen entsteht durch die individuelle Konstruktion. (Perspektiven, Erfahrung, Interpretation)
- Rationalismus - Vernunft führt zur Erkenntnis. (Logik, Analyse, Beweis)
Bildung wird im DTB unter drei Aspekten betrachtet:
- Bildung im Sport – Wirkt beim Sporttreiben. (Taktik, Technik etc.)
- Bildung durch Sport – Wirkt in die Gesellschaft. (Werte, Kommunikation etc.)
- Bildung für den Sport – Wirkt in Organisationen des Sports. (professionelle Arbeit)
Der Werterahmen der Bildung und Qualifizierung, als "Wertesystem-Bildung im DTB”, wird auf der Grundlage der Theorie basaler individueller Werte nach Shalom Schwartz, anhand von drei übergeordneten Wertedimensionen und dreizehn Werten definiert:
- Demokratiestärkung (gesellschaftlicher Fokus)
- Gleichbehandlung, Gleichwertigkeit, Engagement
- Selbststärkung (persönlicher Fokus)
- Leistung, Mitbestimmung, Integrität, Verantwortung
- Gemeinschaftssinn (sozialer Fokus)
- Fairplay, Respekt, Teamgeist, Teilhabe, Toleranz, Verlässlichkeit
Die DTB-Kompetenzkonzeption baut auf dem Wertemodell und dem DTB-Kompetenzmodell auf und beschreibt die Art und Weise, wie Qualifizierungen kompetenzorientiert aufgestellt werden.
- Das Kompetenzmodell beschreibt die Kompetenzen, die für die Qualifizierungen maßgeblich sind:
- Selbstkompetenz - Sich selbst kennen(lernen)
- Sozialkompetenz - Lernen mit anderen umzugehen
- Vermittlungskompetenz - Lernen zu handeln
- Fachkompetenz - Lernen zu wissen
- Das Kompetenzkonzept beschreibt den Rahmen, innerhalb dessen der Kompetenzerwerb in Qualifizierungen gestaltet werden kann.
- Anforderungssituationen für Trainer*innen & Übungsleiter*innen beschreiben
- Definierten Handlungsbereiche in den Anforderungssituationen herausarbeiten und priorisieren
- Lernziele zu den Handlungsbereichen erarbeiten
- Lernaufgaben erstellen, welche die Lernenden auf ihrem Weg zu den Lernzielen nutzen können
- Lernergebnisse sichern, durch Beobachtungen des Verhaltens von Übungsleiter*innen und Trainer*innen in Situationen und Reflexion der eigenen Tätigkeit und des Verhaltens über den gesamten Verlauf der Qualifizierung hinweg.
Um die kompetenzorientierte Qualifizierung im DTB zu unterstützen, setzt der DTB digitale Werkzeuge ein. Dabei wird in Blended-Learning Settings, die “Flipped-Classroom”-Methode genutzt, um Online- und Präsenzphase bestmöglich zu kombinieren. Der DTB stellt hierzu allen LTV eine Online-Lernplattform zur Verfügung und wird diese in absehbarer Zukunft um eine Online-Portfolio-Plattform ergänzen, damit auch Prüfungen noch kompetenzorientierter gestaltet werden können.
Das Qualifizierungssystem (DOSB-Lizenzsystem) des DTB im Überblick
Zuständigkeiten für die Qualifizierungsmaßnahmen (Aus-, Fort- und Weiterbildungen) im DTB (DOSB-Lizenzsystem):
- Vorstufenqualifikationen:
- Landesturnverbände / Landesturnjugenden
- 1. Lizenzstsufe - C-Lizenz:
- Übungleiter*in Breitensport: Landesturnverbände / Landesturnjungenden
- Trainer*in Breitensport: Landesturnverbände
- Trainer*in Wettkampf- & Leistungssport: Landesturnverbände
- 2. Lizenzsstufe - B-Lizenz
- Übungleiter*in Breitensport: Landesturnverbände / Landesturnjugenden
- Übungsleiter*in Sport in der Prävention: Landesturnverbände
- Übungsleiter*in Sport in der Rehabilitation: Landesturnverbände
- Trainer*in Breitensport: Landesturnverbände
- Trainer*in Leistungssport: DTB-Turn-Akademie
- 3. Lizenzsstufe - A-Lizenz
- Trainer*in Leistungssport: DTB-Turn-Akademie
Zielgruppen des Bildungssystems
Das DTB-Bildungssystem bedient vielfältige Zielgruppen und muss daher vielfältige Perspektiven berücksichtigen, um die unterschiedlichen Anforderungen zu erfüllen. Dabei setzt es sich das Ziel, ein passend zugeschnittenes Bildungsangebot für jede Zielgruppe bereitzustellen und seine Identität als Bildungsorganisation zu festigen. Es nutzt Maßnahmen des Bildungsmarketings und ein strukturiertes Bildungsmanagement, um diese Herausforderung anzugehen.
Zu den Zielgruppen gehören u.a.:
- Menschen, die sich zu Übungsleiter*innen und Trainer*innen ausbilden lassen möchten.
- Vereine und Verbände, die einen Bedarf an kompetenten und qualifizierten Mitarbeiter*innen haben.
- Politische Entscheidungsträger, die ein Interesse daran haben, die Vereinslandschaft in Deutschland zu stärken und zu unterstützen.
- Die Gesellschaft an sich, die durch gute Menschen in den Turn- und Sportvereinen, an ihrer Basis gestärkt wird.
Bildungsmarketing
Bildungsmarketing versteht der DTB als strukturübergreifende Haltung, die konzeptionell darin ihren Ausdruck findet, das Bildungssystem nach Außen, über Lobbyarbeit und eine zielgruppengerechte Ansprache, zu positionieren, um eine klare Identität zu schaffen und diese zu transportieren.
Bildungsmanagment und Organisationsebenen im DTB
Das Bildungsmanagement organisiert das Bildungssystem selbst und gibt ihm seine Struktur. Hierzu definiert es Rollen, Beziehungen, Aufgaben sowie Netzwerke innerhalb des Systems. Das Bildungsmanagement sichert den Produktionsprozess sowie die Lieferung des Bildungsversprechens an die Zielgruppen.
Die Organisationsebenen des Bildungsmanagements teilen sich in drei Bereiche, der normativen Instanz, dem strategischen Management – zusammengefasst als „System-Management“ bezeichnet – sowie dem operativen Management.
Der DTB-Werterahmen "Bildung"
"Werte sind erstrebenswerte, situationsübergreifende Ziele, deren Wichtigkeit variiert und die als Leitprinzipien im Leben einer Person oder einer anderen sozialen Einheit dienen." (Shalom Schwartz)
Der Werterahmen “Bildung” bildet das Konstrukt, innerhalb dessen die Werte des Bildungsbereichs im DTB bestimmt werden. Er ist die Grundlage für alle Bildungsdokumente. Dabei versucht er allen Menschen innerhalb der Organisation des DTB eine Orientierung zu bieten, wie die Organisation sein will.
Alle Bereiche, Sportarten und Handlungsfelder im DTB sind aufgerufen sich ihre eigenen (subkulturellen) Werterahmen zu geben und diese in den (globalen) Werterahmen des DTB zu integrieren.
Gleichzeitig lädt er alle Menschen innerhalb der Organisation, sich ihr eigenes Werteprofil zu erarbeiten und mit dem Werterahmen des DTB abzugleichen.
Da die Idee eines Werterahmens erst 2023 während des Erstellungsprozesses des Kompetenzmodells entstanden ist, bedarf es sicherlich noch einige Zeit, bis alle Bereiche im DTB sich auf den Weg machen und sich einen eigenen Werterahmen geben. Vorreiter in diesem Bereich ist der Niedersächsische Turner-Bund mit seiner Initiativen “Gold im Herzen” und “Wertetrainer”.
Das Werteystem "Bildung" im Überblick
Die Grundlage - Unsere Gesellschaft
Die wissenschaftliche Basis - Die Schwartz’sche Theorie der Grundwerte
Das Werteystem "Bildung" im Überblick
Die Grundlage - Unsere Gesellschaft
Die wissenschaftliche Basis - Die Schwartz’sche Theorie der Grundwerte
Das DTB-Kompetenzmodell
„Individuelle Kompetenzen werden auf Wissen fundiert, durch Werte konstruiert, als Fähigkeiten disponiert, durch Erfahrungen konsolidiert und aufgrund von Willen realisiert.“ (John Erpenbeck)
Kompetenzen, Werte und Haltungen sind in unserer heutigen Gesellschaft Schlagworte, die eine moderne Organisationen für sich aufnehmen und definieren muss. Gerade Organisationen wie der DTB, die einen klaren gesellschaftlichen Auftrag im Bereich der non-formalen Bildung haben, müssen sich Leitbilder geben. Diese müssen klar und eindeutig zeigen, wofür die Organisation steht, wie sie sich selbst sieht und wie sie sich verhält. Es gilt, diese Leitbilder auch in der täglichen Arbeit umzusetzen.
Für den DTB stehen hier zwei Bereiche im Vordergrund. Zum einen ein spezifischer Wertekompass für Trainer*innen und Übungsleiter*innen sowie ein Kompetenzmodell für die Aus- und Fortbildung im DTB.
Das DTB-Kompetenzmodell baut auf dem Wertekompass auf. Dieser Wertkompass gibt den Spielraum vor, auf dessen Basis ein Kompetenzmodell aufgesetzt und bemessen werden kann. Der DTB sieht in einem klaren Wertekompass und einem anwendbaren Kompetenzmodell die Grundlage eines Lern-Ökosystems, das sich durch die Landesturnverbände, die DTB Turn-Akademie und die Deutsche Turnerjugend in allen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen niederschlägt.
Es beschreibt die Regeln, Verhaltensweisen und Kompetenzen, an denen sich Trainer*innen im Bildungsbereich des DTB messen lassen müssen. Es bildet aus unserer Sicht die Grundlage, den/die "gute*n" Trainer*in zu definieren.
Unser Blick auf Kompetenzen
Unser Kompetenzverständnis
Der DTB-Kompetenzkompass
Unser Blick auf Kompetenzen
Unser Kompetenzverständnis
Der DTB-Kompetenzkompass
Die DTB-Kompetenzkonzeption
"Der Kompetenzbegriff impliziert also mehr als nur den Erwerb von Wissen und Skills. Er beinhaltet die Mobilisierung von Wissen, Skills, Haltung und Werten, um komplexe Anforderungen in Situationen der Unsicherheit zu bewältigen." (OECD Lernkompass 2030)
Grundsätzlich verfolgt das DTB-Bildungssystem das Ziel, Trainer*innen und Übungsleiter*innen zu befähigen, Trainings- und Wettkampfbegleitung in hoher Qualität anzubieten sowie Lernbegleiter*innen zu befähigen, Qualifizierungsmaßnahmen in hoher Qualität durchzuführen.
Die vorliegende Kompetenzkonzeption ist ein integraler Bestandteil, um diese Ziele zu erreichen. Sie greift auf die Grundlagen der Bildungsarbeit im DTB und auf das DTB-Kompetenzmodell zurück, ergänzt dies hinsichtlich praxisorientierter Aspekte und entwickelt sich somit hin zum DTB-Kompetenzkonzept, welches für die Ausgestaltung von Qualifizierungsmaßnahmen maßgeblich ist.
Die DTB-Kompetenzkonzeption unterstützt damit Personen, die für die Gestaltung und Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen verantwortlich sind, auf dem Weg, eine kompetenzorientierte Bildung in der Qualifizierungspraxis zu gewährleisten.
Das grundsätzliche Ziel der Kompetenzkonzeption ist es, Lernbegleiter*innen, Übungsleiter*innen wie Trainer*innen darin zu unterstützen kognitiv, emotional und physisch kompetent zu werden.
Mittelbar, über die Wirkung der Trainer*innen und Übungsleiter*innen in ihrer Tätigkeit, werden somit letztlich auch die Sportler*innen darin zu unterstützen, kognitiv, emotional und physisch kompetent zu werden.