Turn-Team Deutschland

Darja Varfolomeev kommt mit Übergepäck aus Mailand zurück

Darja Varfolomeev in Mailand

Die Olympiasiegerin sichert sich beim Weltcup-Finale der Rhythmischen Sportgymnastik drei Siege und vier Trophäen in den Gesamtwertungen / Platz zwei für die Gruppe des DTB

Ich glaube, Darja braucht einen Extrakoffer, um das alles nach Hause zu bringen. Das Übergepäck für den Heimflug aus Mailand hat Isabell Sawade sicher gerne geregelt, denn die DTB-Teamchefin konnte sich nach dem Weltcup-Finale der Rhythmischen Sportgymnastik über eine satte Trophäen-Sammlung freuen. Darja Varfolomeev (TSV Schmiden) sicherte sich mit einem überlegenen Triumph im Mehrkampf nicht nur hier den Weltcup-Gesamtsieg, sondern auch in den Einzelwertungen von Ball, Keulen und Band.

Natürlich gibt es immer noch Kleinigkeiten, an denen wir arbeiten müssen. Aber mit dem letzten großen Wettkampf vor der WM bin ich sehr zufrieden, sagte die Olympiasiegerin selbst mit Blick auf die Heim-Weltmeisterschaft in gut einem Monat in der Frankfurter Festhalle: Vor allem durch den Mehrkampf bin ich ohne größere Fehler durchgekommen. Was in Zahlen bedeutete, dass sie mit 119,40 Punkten mehr als sechs Zähler Vorsprung auf ein italienisches Duo mit Sofia Raffaeli (113,050) und Tara Dragas (112,700) hatte. Der Bestnoten-Modus galt auch für die Einzelwertungen, wo sie mit Reifen (29,700), Ball (29,550), Keulen (30,950) und Band (29,200) mindestens 0,4 und bis zu 1,2 Punkte Abstand zwischen sich und die Konkurrenz legte. 

Ähnlich souverän entschied die elffache Weltmeisterin das Keulen-Finale (31,000) für sich und holte mit dem Ball (28,950) einen weiteren Einzelsieg. Da habe ich auch jeweils meine Höchstschwierigkeiten gezeigt, freute sich Darja Varfolomeev über die in diesen beiden Fällen gelungene WM-Generalproben, ließ sich in den anderen beiden Finals aber noch Luft nach oben: Die Übung mit dem Reifen war ein bisschen unsauber. Da misslang mir wie auch mit dem Band eine Drehung, erklärte die Olympiasiegerin nach Platz fünf mit dem Reifen (28,700) und Platz sieben mit dem Band.

Aber ich bin auch ganz froh, dass noch nicht alles perfekt ist. Wir haben ja noch ein paar Wochen und Ziele, an denen wir arbeiten, resümierte Isabell Sawade pragmatisch und zog in Mailand eine insgesamt positive Bilanz, natürlich mit einer überragenden Darja, bei Höhen und Tiefen bei den anderen Gymnastinnen. Viktoria Steinfeld (TSV Schmiden) belegte im Mehrkampf Platz 26 mit den Keulen (Rang 16/27,350) als bestem Einzelergebnis. Vereinskollegin Lada Pusch (TSV Schmiden)rangierte in der Gesamtwertung der 86 Gymnastinnen auf Platz 34, für sie bedeutete Rang 28 (26,050) mit dem Reifen das beste Gerätergebnis.

Mit Höhen und Tiefen verlief der Wettkampf in Mailand auch für die deutsche Gruppe (Alisa Datsenko, Anja Kosan, Alina Ott, Helena Ripken, Anna-Maria Shatokhin und Emilia Wickert). Nach einem weniger gelungenen Auftritt mit den fünf Bällen machte das deutsche Team nervenstark noch einen großen Sprung in der Ergebnisliste. 26,100 Punkte für die Übung mit Reifen und Keulen bedeuteten Rang zehn im Mehrkampf, Rang sieben in der Disziplinwertung und vor allem die Qualifikation für das Finale. Dort zeigte die Gruppe dann ihr ganzes Potenzial und turnte sich mit Platz zwei hinter China in den Kreis der Medaillenanwärterinnen für die Heim-WM.

Im Mehrkampf lag Brasilien (56,050 Punkte) vor den Gruppen aus China und Spanien (beide 55,850). Punktgleich endete auch das Finale mit fünf Bällen: Brasilien vor Spanien (beide 28,050). Auch dies aussagekräftige Vorzeichen für die Weltmeisterschaften in Frankfurt, vor denen es für die Einzelgymnastinnen noch einen nationalen Härtetest gibt: Die Finals vom 23. bis 26. Juli in Hannover. Isabell Sawade und das Publikum können sich schon jetzt auf eine Darja Varfolomeev in Hochform freuen und auf einen sicher spannenden Kampf um die WM-Tickets, die neben den nationalen Titeln ebenfalls vergeben werden.