Ratgeber
Wie kann mein Verein eine saubere Sportkultur verankern?
Eine saubere Sportkultur steht für Fairness, Respekt, Transparenz und eine klare Haltung gegen jede Form der Manipulation. Sie trägt entscheidend dazu bei, Sportlerinnen und Sportler vor Doping zu schützen und ihnen ein sauberes Umfeld zu bieten.
Gerade Vereine übernehmen hier eine wichtige Aufgabe und tragen eine besondere Verantwortung, denn sie sind das Fundament des Sports. Sie geben Werte an Sportlerinnen und Sportler weiter, schulen aber auch Trainerinnen und Trainer, Eltern und weitere Personen im Umfeld der Athletinnen und Athleten.
Wie aber können Vereine eine saubere Sportkultur in ihr Vereinsleben verankern oder diese weiter stärken?
Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat einige Tipps zusammengestellt, die dabei helfen, Sportlerinnen und Sportlern ein sauberes Umfeld im Verein zu bieten.
Werte definieren und sichtbar machen
Wofür steht mein Verein und welche Werte sind in unserer Vereinskultur und in unserem Sport besonders wichtig? Dies sollten Vereine für sich beantworten können und sich bewusst machen, welches Leitbild sie verkörpern möchten sowie wofür sie als Verein einstehen.
Werte sind in wenigen Bereichen so erlebbar wie im Sport und sollten fest im Vereinsleben verankert sein. Da Werte grundsätzlich subjektiv sind und persönliche Moral und Ethik widerspiegeln, ist es wichtig, sich als Verein der eigenen Werte bewusst zu sein und diese klar zu formulieren. Ebenso wichtig ist es, diese Werte nach innen und außen zu kommunizieren – denn die Werte eines Vereins gehören nicht in die Schublade, sondern in die Satzung, auf die Website, ins Vereinsheim und auf Veranstaltungen.
Und ganz besonders wichtig: Werte müssen gelebt werden – vom Vorstand, von Trainerinnen und Trainern sowie von den Mitgliedern. Nur so entsteht eine saubere Sportkultur.
Die NADA hat eine Liste mit Werten zusammengestellt, die für die Dopingprävention besonders wichtig sind.
Transparente Strukturen schaffen
In einem Verein sollte klar geregelt sein, wer Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner für Fragen rund um die Themen
- Doping,
- Ethik und
- Prävention ist.
Ein Verhaltenskodex für Trainerinnen und Trainer, Athletinnen und Athleten sowie alle, die sich im Verein engagieren, schafft Vertrauen und bietet die Möglichkeit, Anti-Doping-Themen fest zu verankern. Außerdem stärken anonyme Meldemöglichkeiten und eine Kultur des offenen Ansprechens das Vertrauen. Das anonyme Hinweisgebersystem SPRICH’S AN der NADA, kann dazu genutzt werden mögliche Dopingverstöße der NADA anonym und vertraulich zu melden.
Es ist zudem wichtig, dass ein Verein seinen Sportlerinnen und Sportlern auch Perspektiven und Strukturen neben der sportlichen Laufbahn vermittelt.
Beispielsweise bieten die Olympiastützpunkte eine Laufbahnberatung an.
LaufBAHNBERATUNG Olympiastützpunkte
Ebenfalls verfügen die Olympiastützpunkte über ein Netzwerk an Sportpsychologinnen und -psychologen sowie medizinischer Unterstützung. Diese Angebote sollten die Mitglieder eines Vereins kennen, denn sie können dabei helfen, den Leistungsdruck von den Schultern der Athletinnen und Athleten zu nehmen und sie somit vor Doping zu schützen.
Gemeinschaftsgefühl stärken
Ein starker Fokus auf Leistung und Ergebnisse in einem Verein kann Sportlerinnen und Sportler vom sauberen Weg abbringen. Leistungsdruck kann dazu führen, dass sie sich der Belastung nicht mehr gewachsen fühlen und zu Mitteln greifen, die ihre Leistung steigern sollen. Vereine sollten daher das Gemeinschaftsgefühl stärken, anstatt einseitig Leistung und Konkurrenz zu fördern. Das kann entscheidend dazu beitragen, eine saubere Sportkultur im Verein zu verankern.
Dopingprävention und Aufklärung fördern
Die NADA bietet eine Reihe von Angeboten, die Vereine kostenfrei nutzen können, um Sportlerinnen und Sportler aufzuklären und so eine saubere Sportkultur zu schaffen.
Die Angebote reichen von digitalen Hilfestellungen und Tools bis hin zu Aufklärung vor Ort: GEMEINSAM GEGEN DOPING
Auf der Website des Präventionsprogramms GEMEINSAM GEGEN DOPING können Vereine zu verschiedenen Themen Informationen finden sowie Infomaterialien für Veranstaltungen und zur Auslage im Vereinsheim anfordern.
Workshops und Infostände
Mit Workshops, Vorträgen und Infoständen reist die NADA durch ganz Deutschland, klärt über mögliche Dopingfallen auf und lädt dazu ein, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Im direkten Gespräch sensibilisieren wir für die Anti-Doping-Thematik, vermitteln Wissen und regen zur Werte- und Rollenreflexion an. Unsere Workshops sind für alle Sportarten und Altersklassen interessant, wobei der Fokus auf Jugend- und Nachwuchssportlerinnen und -sportlern liegt. Vereine können die Workshops kostenfrei beantragen.
Ebenfalls kostenfrei bietet die NADA Infostände für verschiedene Veranstaltungen wie regionale und nationale Meisterschaften und Turniere an. Der Infostand ist ideal für einen niedrigschwelligen Erstkontakt und bietet einen spielerischen Zugang zum Thema Anti-Doping.
Die Medikamenten-Datenbank der NADA ermöglicht sowohl Sportlerinnen und Sportlern als auch Betreuerinnen und Betreuern, eine leicht zugängliche und schnelle Auskunft über die Dopingrelevanz von Medikamenten zu erhalten. Die Datenbank enthält eine Auswahl häufig verschriebener oder angefragter Medikamente, die in Deutschland als Arzneimittel zugelassen oder als homöopathische Arzneimittel registriert sind.
Die Verbotsliste umfasst sämtliche Substanzen und Methoden, die sowohl während des Wettkampfs als auch zu jeder Zeit verboten sind.
Auch Athletinnen und Athleten sind manchmal von Verletzungen und Erkrankungen betroffen. Was zu beachten ist, wenn eine Sportlerin oder ein Sportler erkrankt und Medikamente anwenden muss und wann eine medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) erforderlich ist, kann mit dem TUE-Navigator der NADA ganz einfach herausgefunden werden.
Vereine können die digitalen Angebote beispielsweise auf ihrer Website verlinken und so Athletinnen und Athleten einen einfachen Zugang zu Anti-Doping-Themen bieten.
Fazit
Eine saubere Sportkultur entsteht nicht von allein. Sie braucht klare Leitlinien, die im Vereinsalltag spürbar sind und Menschen, die sie mit Leben füllen.
Vereine, die Fairness, Respekt und Gesundheit aktiv fördern, schaffen nicht nur bessere Bedingungen für ihre Mitglieder, sondern schützen ganz aktive saubere Sportlerinnen sowie Sportler und leisten damit auch in diesem Bereich einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft.
Noch Fragen?