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Willkommen beim Deutschen Turner-Bund

Mit Hilfe dieses Menüs können Sie sich im umfangreichen Themenspektrum der DTB-Website orientieren.

 

Frauen im Porträt

Ruth Abesmann

geb. 1937, Hessischer Turnverband

Was bleibt, ist die Verbundenheit.

Ruth Arbesmann

Biografie

Ruth Arbesmann wurden das Talent und die Liebe zum Turnen quasi in die Wiege gelegt: Mutter Turnerin, Vater Turnfestsieger 1928 in Köln im Zwölfkampf. Seit 1953 besucht Ruth Deutsche Turnfeste und mit ihrem Talent in den Disziplinen Gymnastik, Gerätturnen und Leichtathletik wurde sie zu einer der leistungsstärksten Turnerinnen in Hessen.

Aktivitäten

Ihre Gabe, ihr Können an andere weiterzugeben, Veranstaltungen zu organisieren und Statistiken zu erstellen führte sie zu Ehrenämtern, wie Frauenturnwartin, Frauenwartin, Gaualtersturnwartin und Mitglied in Landes- und Bundesauschüssen in der Leichtathletik im Hessischen Turnverband und dem DTB.


1973 führte sie in Hessen den Gruppenwettkampf „Gymnastik und Tanz“ in allen Altersklassen ein, dazu das erforderliche Kampfrichterwesen. Das Sportabzeichen ist Ehrensache für Ruth: Über 42 Mal legte sie das Sportabzeichen in Gold ab. Für die Welt-Gymnastraden erarbeitete sie mit den hessischen Turnerinnen die Großraumvorführungen. Sie erzählt: „Ein besonderer Horror war immer die Einkleidung. Ich erinnere mich besonders daran, als mir für 77 Teilnehmerinnen Hosenanzüge, Röcke, Blusen und Gymnastik- und Trainingsanzüge in 35 Kartons vor die Haustür auf die Straße gestellt wurden.“ 1993 machte sie noch eine Ausbildung zur Seniorentanzleiterin und leitet bis heute mit viel Spaß eine Seniorentanzgruppe.

Prof. Dr. Gisela Bentz

geb. 1920 | gest. 2011, Bremer Turnverband

Es ist befriedigend, Wegbereiterin gewesen zu sein.

Prof. Dr. Gisela Bentz

Biografie

Es ist befriedigend, Wegbereiterin gewesen zu sein
Das sagte Gisela Bentz vor einigen Jahren, als sie sich aus den sportlichen Führungspositionen auf der Bundes- und Landesebene zurückzog. In der Tat hat die Bremer Sportprofessorin Gisela Bentz in der Sportentwicklung der Nachkriegszeit viele Wege bereitet und wesentlich mitgestaltet, sei es beim Aufbau der turnerischen und sportlichen Jugendarbeit, sei es bei der Gestaltung des Sportunterrichts und der Lehrerausbildung, der Entwicklung eines neuen Breitensports in Zusammenarbeit mit Jürgen Dieckert und Jürgen Palm, der verstärkten Mitwirkung und Mitverantwortung von Frauen im Sport, beim Aufbau der Bildungswerke oder aber dem Bemühen um Sportangebote für Senioren.


Aktivitäten

Schon von früher Jugend an übernahm Gisela Bentz, dem Vorbild ihres Vaters folgend, ehrenamtliche Funktionen als Jugendwartin im Verein und später im Landesturnverband Bremen (1947-1966). Sie war eine begeisterte Gerätturnerin, spielte Faustball und Volleyball. Das Jugendtreffen der Turnerjugend der damaligen westlichen Besatzungszonen 1948 in Haltern zählte zu ihren schönsten Erinnerungen.

Gisela Bentz war danach u. a. in der Gründungsphase der Deutschen Sportjugend von 1951 bis 1954 als Mitglied des Arbeitsausschusses (Vorstandes) für die Mädchenarbeit im deutschen Sport zuständig, war von 1958 bis 1961 Bundesjugendwartin der Deutschen Turnerjugend und zählte zu den Frauen und Männern, die Ende der 50er Jahre die ersten Konzepte für die heutige Breitensportbewegung entwickelten.

Als Anerkennung für ihren jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz wurden ihr verschiedene Auszeichnungen verliehen. Der Deutsche Turner-Bund ehrte sie mit der Jahnplakette.

Gisela Bentz verstarb im Alter von 91 Jahren am 2. November 2011.

Sie wünschte sich: „Erinnert euch an mich, aber nicht in dunklen Tagen, erinnert euch in strahlender Sonne wie ich war, als ich noch alles konnte.“

Traudel Bothor

geb. 1932, Badischer Turner-Bund

Frage nicht, was Dein Land für Dich tut, sondern frage Dich, was Du für Dein Land tun kannst.

Traudel Bothor

Biografie

Traudel Bothor wurde in eine Fami­lie hinein geboren, die sich verant­wortlich fühlt und sich ehrenamtlich auf verschiedenen Ebenen enga­giert. Schon früh trat sie in einen Turnverein ein. "Ich war sehr be­weglich, aber mir fehlte die Kraft", erinnert sie sich heute. Als realisti­sche ldealistin, wie sie sich selbst bezeichnet, ging sie ihren Weg. Mit dem Gerätturnen begann es: Sie wurde Übungsleiterin. Die Rhythmische Sportgymnastik be­geisterte sie und als Gymnastik­wartin engagierte sie sich im Gau und in Südbaden. ln Lahr baute sie den Stützpunkt für die Rhythmische Sportgymnastik auf und aus.Nach Abschluss des Studiums, das neben Französisch und Eng­lisch natürlich auch Sport bein­haltete, lehrte sie in Lahr am Max­-Pianck-Gymnasium, heiratete, bekam drei Kinder und blieb ihrem Sport immer treu.


Wen wundert es, dass auch ihre Kinder von der Sportbegeisterung der Mutter an­ gesteckt wurden. Traudel Bothor vereinbarte mit großer  Energie  Pri­vatleben, Beruf und Ehrenamt. Sie wurde  in das Präsidium des Süd­badischen Sportbundes berufen, wurde Frauenvertreterin im Präsi­dium des LSV Baden-Württemberg und in den Frauenausschuss des Deutschen Sportbundes gewählt. "Diese Jahre in der Frauensport­politik, zu einer Zeit, als wir um den Frauenförderplan und bes­sere Vertretung in den Gremien kämpften, hat mich sehr geprägt", sagt sie. Heute engagiert sich Traudei Bothor auch in der Kommunalpolitik. Sie ist Ehrenmitglied im TV Lahr und wurde mit dem Bundesverdienst­kreuz geehrt. Der Sport ist immer noch ein wich­tiger Bestandteil ihres Lebens. "Turnen und Sport mit Gleichge­sinnten bedeutet für mich Lebens­qualität" bekräftigt sie.

Marita Bruckmann

geb. 1942 | gest. 2014, Westfälischer Turnerbund

Neue Chancen eröffnen.

Marita Bruckmann

Biografie

Sportliches Bewegen sollte nicht nur aus dem Blickwinkel des Spitzensports be-trachtet werden. Für Marita Bruckmann war es vielmehr zentrales Anliegen, die Vielfalt des Gerätturnens und der Gymnastik für den Breitensport zu entdecken, erlebbar zu machen sowie Übungsleitende, Lehrerinnen und Lehrer und Ausbildende entsprechend anspruchsvoll zu qualifizieren.


Aktivitäten

Schon früh, mit 14 Jahren, leitete sie das Kinderturnen in ihrem Heimatverein Lengerich-Hohne und blieb seitdem dem Sport eng verbunden. Als Dozentin am Fachbereich Sport der Universität Münster gründete sie früh die Gruppe „Münste-raner Turnideen“, die mit ihren innovativen Lehrvorführungen bei Deutschen Turnfesten wichtige Impulse für das „Freie Turnen an Geräten“ gab. Ihre zahlreichen Veröffentlichungen sind immer noch richtungsweisend für einen besonderen Zugriff auf das breitensportlich orientierte Turnen.

Ab dem Jahr 2000 arbeitete Marita Bruckmann ehrenamtlich im Technischen Komitee Gymnastik/RSG mit und war dort zuständig für Zielgruppen Freizeitsport beim Deutschen Turner-Bund (DTB).

Ein wichtiges Anliegen war ihr hier die Erstellung der Broschüren „Förderung des Bewegungsqualität“ des DTB, ein bedeutender Leitfaden für Ausbildende im Bereich der Gymnastik. Sie reformierte das Gymnastikabzeichen des DTB, entwickelte neue Übungen für den Breitensport Gymnastik für Männer, leitete entsprechende Fortbildungen und Angebote bei den Deutschen Turnfesten. Nebenbei war sie in der Turngemeinde Münster als Leiterin der Sparte „Gymnastik und Tanz“ tätig. Zwei Monate vor ihrem letzten Lehrgang für Ausbildende im Bereich Gymnastik Männer verstarb Marita plötzlich und unerwartet.

Elisabeth Buhmann

geb. 1946, Schwäbischer Turnerbund

Beweglichkeit währt am längsten.

Elisabeth Buhmann

Biografie

Mit dem Eintritt in die MTG Wangen begann ein sportlich vielseitiges Leben für die 10jährige Elisabeth. Neben der Schule hatte der Sport für sie eine große Bedeutung. Sie nahm an zahlreichen Kinderturnfesten, später als Jugendliche und Erwachsene an vielen Gau-, Landes- und Deutschen Turnfesten sowie Landes- und Weltgymnaestraden teil.

Aktivitäten

Als junge Lehrerin baute sie die Abteilung Rhythmische Sportgymnastik in der MTG Wangen auf und betreute über viele Jahre Wettkampfgruppen aller Altersklassen. Im Schulwettbewerb Jugend trainiert für Olympia – Rhythmische Sportgymnastik trug Elisabeth zunächst als Beauftragte für das Oberschulamt Tübingen, später als Landesbeauftragte für Baden-Württemberg Verantwortung.


18 Jahre führte sie das Amt der Vizepräsidentin Freizeitsport im Turngau Oberschwaben. Seit 1990 trägt sie als Landesturnwartin und Vorsitzende des Turnausschuss Freizeitsport Frauen im Schwäbischen Turnerbund Verantwortung. Und „nebenher“ ist sie seit 30 Jahren Übungsleiterin! Kreativ und kompetent gestaltet sie Großraumvorführungen bei zahlreichen Veranstaltungen mit. Im Jahre 2005 wurde ihre vielseitige und engagierte Arbeit im STB mit der Georgii-Plakette anerkannt und belohnt. Als Rektorin hat Elisabeth Buhmann längst die Bedeutung der Bewegung auch für Kinder erkannt und ist eine engagierte Vorkämpferin für die tägliche Sportstunde, die an ihrer Schule unter dem Motto „Hilf mir, mich selbst zu bewegen“ natürlich eingeführt ist. Bis heute verfolgt Elisabeth ihre Vision, den Menschen die große Bedeutung von Bewegung für ihr Leben bewusst zu machen und ihre körperliche, geistige und seelische Beweglichkeit zu fördern.

Angelika Fietzke-Hollbach

geb. 1950, Niedersächsischer Turner-Bund

Erwarte von anderen nicht mehr als du selber zu geben bereit bist.

Angelika Fietzke-Hollbach

Biografie

Geht es nach Angelikas Motto, so erwartet sie viel von den anderen. Die Liste dessen, was sie bereit war und ist zu geben, ist lang; reicht sie doch von der poli-tischen Arbeit im Kreisvorstand, über 25 Jahre Bürgermitglied im Jugendhilfeaus-schuss der Stadt Braunschweig bis hin zum Engagement in ihrem eigenen Stadtteil, der Bürgergemeinschaft Lindenberg, und dem Ehrenamt als Schöffin und Laienrichterin beim Verwaltungsgericht. Angelika kennt viele Leute in der Stadt Braunschweig und das hat auch immer gut geholfen, wenn es um die Belange des Turnens ging.

Aktivitäten

Lange Zeit war Angelika Vorsitzende des Sportvereins Lindenberg, Jugendwartin und Frauenwartin im Turnkreis Braunschweig und Mitglied im Ausschuss Frauen Familie und Ältere im NTB.


Und weil sie sich so gut mit EDV und Internet auskennt, engagierte sie sich, indem sie Kurse für Vereinsfrauen gab und diese fit in Sachen Computer und Internet machte. In ihrer Funktion als Mitglied im Bundesfrauenausschuss des Deutschen Turner-Bundes (DTB) hat Angelika sich immer auch für den FrauenInfoPoint auf den Deutschen Turnfesten engagiert und sie so entscheidend begleitet. Und all das neben ihrem Beruf als Kauffrau, die Kaufleute für Bürokommunikation ausbildet. Sie sagt von sich: „Ich mag Menschen. Freunde und Familie sind mir wichtig. Ich versuche immer da zu sein, wo ich gebraucht werde.“ So unterstützt Angelika auch seit 20 Jahren einen Studentenaustausch mit Weißrussland. Fast immer sind weißrussische Studentinnen und Studenten bei ihr anzutreffen, lange Freundschaften haben sich daraus entwickelt. Auch wenn Angelika sich ein bisschen zurückgezogen hat: Wenn sie gebraucht wird, ist sie da!

Anneli Fix

geb. 1946, Turnverband Mittelrhein

Nicht jammern, ändern!

Anneli Fix

Biografie

40 Jahre Mitglied im TUS Holzheim – mehr als 30 Jahre ehrenamtlich tätig: Das sind beeindruckende Zahlen im Leben von Anneli Fix.

Aktivitäten

Ebenso lang und vielfältig ist auch die Liste ihrer Tätigkeiten:

• Schüler- und Jugendturnwartin,
• Abteilungsleiterin Turnen,
• Geschäftsführerin,
• Gauvorsitzende im Turngau Rhein-Lahn,
• tätig im Verbandsrat,
• Hauptausschuss und Präsidium des Turnverbandes Mittelrhein, im Sportbund Rheinland und Landessportbund Rheinland-Pfalz.


In allen Gremien genießt Anneli Fix ein hohes Ansehen und gilt zu Recht als Vorbild für Frauen in Führungspositionen. Sie schaut über den Tellerrand hinaus und trägt damit zur Vernetzung in der Welt des Sports bei. Ihr besonderes Anliegen ist aktuell die Umsetzung des DTB-Programms „Pluspunkt Ehrenamt“. Sie bringt dieses Programm nicht nur nach vorne, sondern sie ist auch ein wunderbares Vorbild für gelebtes Ehrenamt. Ihr glaubt man, wenn sie sich für eine Sache stark macht. Mit ihrer ruhigen und positiven Art setzt Anneli Fix sich ein, treibt die Dinge voran und hat immer viel Verständnis für die Individualität ihrer Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Sie lebt vor, wie man sein Leben mit Beruf, Familie und Ehrenamt gestalten kann. Mit ihr macht die Zusammenarbeit Spaß: das wissen auch die Mitglieder des Bundesausschuss Frauen des Deutschen Turner-Bundes, dem Anneli Fix seit vier Jahren angehört, zu schätzen. 2015 erhält sie den Els-Schröder-Preis des Deutschen Turner-Bundes, mit dem die Arbeit von Frauen in der Turnbewegung sichtbar gemacht und gewürdigt wird. Der Präsident des Turnverbandes Mittelrhein, Michael Mahlert, sagt über Anneli: „Ihre Meinung hat bei uns einen hohen Stellenwert, ihr Rat – basierend auf der Erfahrung aus mehr als 30jähriger Tätigkeit in ehrenamtlichen Gremien – ist gefragt.“ Das wird sicherlich auch zukünftig so sein.

Ingrid Hamm

geb. 1945, Rheinhessischer Turnerbund

Turnen ist Leidenschaft: Neugier auf gemeinsames Erleben.

Ingrid Hamm

Biografie

Ingrid Hamms Turnwurzeln liegen, wie bei so vielen engagierten Frauen, im Kinderturnen, damals noch in Niedersachsen beim TV Deutsche Eiche Bilshausen in der Nähe von Duderstadt. Später zog sie dann nach Rheinhessen, wurde im Deutschen Turner-Bund Bundesfrauenturnwartin und arbeitete in damaligen DSB in Frauengremien mit.

Aktivitäten

Genauere Daten und Ämter weiß sie nicht mehr so genau, es ist ihr nicht wichtig. Wichtig ist ihr die Praxis und die fachliche Arbeit. Die Freude und die Leidenschaft für das Turnen, das kreative Arbeiten, alles dies wollte sie an die Basis, zu den Turnvereinen vor Ort, bringen.


Sie hat immer Wert darauf gelegt, die, wie sie sagt, alten Kittelschürzen auszuziehen, und auf dem neuesten Stand zu sein. Und bei alledem hat sie immer gekämpft für die Sache des Turnens, lautes Trommeln jedoch war nicht ihre Sache. Sie rief den Turnschaukasten ins Leben, um Show, Turnen und Tanzen zu verbinden. Aus dieser Veranstaltung wurde 2004 dann das „Rendezvous der Besten“ der Showwettbewerb für Vereinsgruppen, die so zeigen können, was sie erarbeitet haben. Ihre Leidenschaft aber galt den Großraumvorführungen, und der damit verbundenen Teamarbeit, bei deutschen und internationalen Turnfesten. Immer waren die Vorführungen penibel vorbereitet, gut geübt und so klappte alles immer prima. Dann kam die 10. Welt-Gymnastrada 1995 in Berlin. Nach einer sehr gelungenen ersten Vorführung in einem vollen Stadion standen erneut 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Rasen und die Musik begann nicht. Das Band war kaputt. Bis das Ersatzband zum Einsatz kommen konnte, vergingen 5 endlose Minuten. Ingrid erzählt: „Da habe ich zum ersten Mal in meinem Leben ge-merkt, wie lang fünf Minuten sein können.“ Heute arbeitet Ingrid Hamm nicht mehr als Übungsleiterin, aber sie hat nicht auf-gehört für das Ehrenamt zu werben. Die Turnstunden in ihrem Verein besucht sie weiterhin regelmäßig.

Elli Hartwigsen

geb. 1920 | gest. 2010, LTV Mecklenburg-Vorpommern

Ohne den Sport hätte ich vieles nicht geschafft.

Elli Hartwigsen

Biografie

Ein Leben ohne Sport konnte sich Elli Hartwigsen nicht vorstellen. "Nimm dein Bett und schlage es auf dem Sportplatz auf",sagte ein­mal ihre Mutter zu ihr.

Aktivitäten

Mit 8 Jahren trat sie in den TSV Stralsund ein. Viele Sportarten hat sie ausprobiert: Gymnastik, Gerät­turnen, Faustball, Prellball und Handball. Sie blickte auf 70 Jahre Übungslei­terinnentätigkeit zurück.


Seit 1939 stand sie vor Gruppen und leitete diese an. Eine Jungmädchen­ Gruppe im Gerätturnen und in der Gymnastik- das war der Anfang. Beruflich war Elli in einer Filiale der Notenbank beschäftigt. Dort gründete sie 1948 eine Gymna­stikgruppe und begeisterte Ihre Kolleginnen für das regelmäßige Sporttreiben. 1953 half sie beim Aufbau von Motor Stralsund.Elli hat in Ihrer 80-jährigen Vereins­mitgliedschaft viele Veränderun­gen mitgemacht. Sie erlebte den Sport in der Vor- und Nachkriegs­zeit, während des Aufbaus der DDR, während der DDR Zeit und nun nach der Wende. Immer wie­der stellte sie sich mit Erfolg den neuen Herausforderungen. Beson­dere Erlebnisse waren für sie die Deutschen Turn- und Sportfeste in Leipzig. Viele Jahre bereitete sie als Hundertschaftsleiterin Frauen und junge Mädchen in der Gymna­stik für die Großraumvorführungen und Galas vor. Nach der Wende arbeitete sie aktiv im Landesturnverband mit. Sie war bis zu ihrem Tod Mitglied im Lan­desfachausschuss Turnen der Älteren. Elli sagte über sich selbst: "Ich bin ein sehr disziplinierter Mensch", und ergänzte "Der Sport gab mir immer wieder Kraft und Mut, um Schicksalsschläge zu überstehen". Elli Hartwigsen verstarb am 11. Juli 2010 kurz vor ihrem 90. Geburtstag.

Sigrid Hein

geb. 1931, Berliner Turnerbund

Sport als Lebenshilfe.

Sigrid Hein

Biografie

Schon ihr erstes  Babyjäckchen zierte ein Aufnäher der Berliner Turnerschaft. Ihre Eltern waren begeisterte Turner und wen wun­dert's, dass Sigrid Hein schon mit zehn Jahren Vorturnerin wurde.

Aktivitäten

"Ohne Spaß an der Bewegung wäre alles trist", stellte sie fest und engagierte sich als ÜbungsIeiterin, Fachwartin, Jugendwartin und Abteilungleiterin. Sie wurde Vorstandsmitglied im Berliner Turnerbund und vertrat die Interessen der Frauen im Landessportbund und im Deutschen Turner-Bund. Durch ihre Zusammenarbeit mit Hermann Grauerholz ging sie neue Wege im Bereich der Tanzspiele. Als Referentin für "Gymnastik und Tanz mit Senioren" hat sie in vielen Lehrgängen für den Deutschen Turner-Bund, Berliner Turnerbund und in Japan  ihre  Erfahrungen weitergegeben.


Muss da noch erwähnt werden, dass sie seit 1953 an unzähligen Turnfestwettkämpfen teilgenommen hat? Sigrid Hein ist noch immer im Bereich des Seniorenturnens aktiv. Mit pfiffigen Ideen sucht sie für die spezifischen Lebensumstände der Älteren geeignete Turnhallen und andere Orte, wie zum Beispiel die Mensa einer Gesamtschule, die am Wochenende leer steht. "Hauptsache gesunde Bewegung und Geselligkeit", stellt Sigrid Hein fest und weiß, dass diese Treffen für viele ein Stück Lebenshilfe sind.

Ursula Hein

geb. 1942, Saarländischer Turnerbund

Turnen und Tanzen verbindet Körper und Seele.

Ursula Hein

Biografie

Ursula Hein und die Tanzspielwerkstatt sind weit über den Saarländischen Turnerbund (STB) hinaus bekannt. Beeindruckende Vorführungen der Werke von Hermann Grauerholz, z. B. in der "Kaiser-Wilhelm-Ge­dächtnis-Kirche" in Berlin oder im "Hohen Dom zu Trier" sind vielen Turnerinnen und Turner in bleibender Erinnerung.

Aktivitäten

Wie so oft fing alles in einem Turn­verein an. Schon als Sechsjährige trat Ursula Hein in den Turnverein TuS Herrensohr ein.1980 wurde sie Übungsleiterin, engagierte sich auf Gauebene als Kinderturn­wartin, Jugendwartin und Frauenturnwartin. Im Saarländischen Turnerbund hatte sie über 22 Jahre das Amt der Landesfrauenturnwartin inne.


Während dieser Zelt gründete sie auch die Tanzspielwerkstatt des STB, die sie bis heute noch leitet. Als Landesfrauenturnwartin motivierte Ursula Hein viele Frauen, an Großraumvorführungen teilzunehmen. Sechs Landesturnfeste hat sie maßgeblich mitgestaltet, an sechs Deutschen Turnfesten und fünf Welt-Gymnaestraden mit Ihren Turnerinnen aktiv teilgenommen. Noch heute leitet sie als ÜbungsIeiterin eine Gymnastik- und Gesundheitssportgruppe.

Helma Henschel

geb. 1936 | gest. 2008, Turnverband Mittelrhein

Frauenarbeit muss sichtbar sein!

Helma Henschel

Biografie

Helma Henschel trat bereits als 14-jährige in die Berliner Turnerschaft ein. Schon 5 Jahre später war sie Vorturnerin, danach Übungsleiterin. Sie entdeckte ihre Vorliebe für den Korbball und wurde Mitglied im Landesfachausschuss, dann Landesfachwartin, schließlich Bundesfachwartin im Korbball.

Aktivitäten

Immer aber war ihr die Stellung der Frauen in den Turnvereinen ein besonderes Anliegen. 1990 wurde sie Mitglied des BFA und setzte sich engagiert für frauenpolitische Belange im DTB ein.


1996 wurde sie zur Vizepräsidentin Frauen gewählt. Unter ihrer Federführung wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Gertrud Pfister das Coaching-Projekt des DTB durchgeführt. Ziel war es, Frauen für die Übernahme von Führungsaufgaben in den Landesturnverbänden zu gewinnen und fit zu machen. Helma war es wichtig, Frauen und ihre Arbeit in den Vereinen sichtbar zu machen. Sie stieß die Diskussion an, Ehrungen nicht abhängig zu machen von z. B. einer langjährigen Mitgliedschaft oder die langjährige Übernahme einer Aufgabe. So wurde 1999 der Els-Schröder-Preis zum ersten Mal imRömer, der guten Stube Frankfurts, verliehen. Im Jahre 2000 zog Helma sich aus der Präsidiumsarbeit zurück; der Frauenarbeit im DTB blieb sie aber noch erhalten: Sie war Mitorganisatorin der Frauenaktivitäten auf dem Frauen-Info-Point anlässlich des Deutschen Turnfest in Leipzig. Am Turnfest in Berlin konnte Helma ohne ehrenamtliche Verpflichtungen teilnehmen und hat dies sehr genossen. Im September 2008 erhielt sie den Els-Schröder-Preis. Kurze Zeit später, im Dezember 2008, starb Helma Hentschel

Ingrid Horn

geb. 1937, Niedersächsischer Tuner-Bund

Ein Leben für die Turngeschichte.

Ingrid Horn

Biografie

Ingrid Horn, im Verein Micky genannt, ist untrennbar mit dem MTV Treubund Lüneburg verbunden. Hier hat sie Wettkämpfe im Gerätturnen bestritten und hier ist sie bis heute als Übungsleiterin aktiv.

Aktivitäten

Als Landeskampfrichterin und Bezirksfachwartin engagierte sich Ingrid Horn für die Rhythmische Sportgymnastik. Ungezählte Vereinsveranstaltungen hat sie bisher als ehrenamtliche Helferin oder auch zu offiziellen Anlässen an der Seite ihres Gatten, dem Präsidenten des Vereins, Karl-Ernst Horn, begleitet. Ihre ganz große Leidenschaft gilt der Turn- und Sportgeschichte.


Seit nunmehr 35 Jahren leitet Ingrid Horn das Vereinsarchiv des MTV Treubund. Für die Chronik zum 150jährigen Bestehen des MTV, deren Mitautorin sie ist, erhielt der MTV 1997/98 den 1. Preis des Deutschen Turner-Bundes im Wettbewerb um die beste Vereinschronik.Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen und Vorträge zur Turn- und Sportgeschichte und Ausstellungen auf regionaler und überregionaler Ebene, wie z. B. beim Deutschen Turnfest in Berlin die Ausstellung über das Frauenturnen am FrauenInfo-Point, die große Beachtung erlangte. Und für genau diese Ausstellung „Den Frauen einen Platz im Männerbund“ – MTV Lüneburg“ erhält Ingrid Horn im Jahre 2004 vom DTB den 1. Preis im Wettbewerb „Frauen sichtbar machen“. Ingrid hat eine eindrucksvolle Darstellung der Frauensportgeschichte verfasst, in der sich historische Entwicklungen, sportliche Ereignisse und Biographien engagierter Frauen im Turnen miteinander verbinden.

Edith Hünecken

geb. 1946, Niedersächsischer Turner-Bund

Es gibt nichts Gutes – außer man tut es.

Edith Hünecken

Biografie

Turnen prägte das Leben von Edith Hünecken von Kindheit an stark. Mit sechs Jahren Mitglied des TSV Dannenberg, mit 16 Jahren Ausbildung zur Helferin, später dann die Übungsleiterinnen-Lizenz. Bis 1996 war Edith als Übungsleiterin tätig. 1987 wurde aufgrund ihrer Initiative eine Seniorengruppe im TSV Dannenberg gegründet.

Aktivitäten

Neben der Übungsleitertätigkeit hat sie sehr schnell die sportpolitische Interessenvertretung von Frauen interessiert.


Als Frauenvertreterin im Verein, im Turnkreis, im Sportbund und im Niedersächsischen Turner-Bund (NTB) war ihr Anliegen, die Bedeutung der Frauenarbeit im Verein und Verband sichtbarer zu machen und damit eine höhere Anerkennung zu erreichen. Frauen zu qualifizieren, ihre Interessen selbstbewusster zu vertreten, Macht als ein Instrument zu verstehen, das zur Durchsetzung von Interessen unverzichtbar ist, Frauen zu motivieren, Ämter zu übernehmen – all das sieht sie als ihre Aufgabe. 1994 erreichte sie im NTB, dass die Bezeichnung Frauenwartin in Vizepräsidentin für Frauen umgewandelt wurde. Damit war der NTB der erste Verband in der BRD mit dieser Amtsbezeichnung. Im Frauenausschuss des LSB Niedersachsen wirkte sie daran mit, das Qualifizierungsprogramm für Frauen im LSB und NTB umzusetzen und im DTB bekannt zu machen. Es war und ist ihre Überzeugung, dass Frauen die Spielregeln im Sport verstehen lernen, um ihre Interessen besser durchsetzen zu können. Edith Hünecken ist ein Beispiel dafür, was es heißt, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen, die damit verbundenen Herausforderungen anzunehmen und auftretende Schwierigkeiten zu überwinden.

Elsbeth Kallenbach

Gretel Kottkamp

geb. 1932, Westfälischer Turnerbund

Bewegung ist Leben.

Gretel Kottkamp

Biografie

Gretel Kottkamp kam erst spät zum Turnen. Als sie dann mit 14 Jahren in den TuS von 1865 Lübbecke eingetreten war, ging alles ganz schnell. Sie turnte am Gerät und war in der Gymnastikabteilung, spielte Feldhandball und Tischtennis und das alles mit großem Eifer.

Aktivitäten

Sie nahm an Einzel und Mehrkämp­fen auf Bezirks und Gauebene teil und fuhr zu den Deutschen, Landes­ und Gau-Turnfesten. Gretel Kottkamp wurde Bezirksfrauenwartin und war Landes­frauentarnwartin in Westfalen. Inzwischen kann sie auf 50 Jahre Tätigkeit als Übungsleiterin zu­rückblicken.


Sie ist Mitglied im Ausschuss für Ältere und leitet noch immer den Lehrgang "Fit zu Zweit" ,den sie während ihrer Tätigkeit als Landesfrauenturn­wartin ins Leben gerufen hat. Lang ist die Liste ihrer turnerischen Aktivitäten, aber sie hat auch einen guten Ruf als "Frau hinter der  Linse". Als begeisterte Fotogratin hat Gretel Kottkamp Die DeutschenTurnfeste seit 1953, die Gymnaestraden, Gruppenwettbewerbe aber auch die geselligen Treffen in Bildern fest­ gehalten. Ihr Fotoarchiv ist eine Fundgrube und wird Immer gern für Ausstel­lungen in Anspruch genommen.

Waltraud Krause

geb. 1934, Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund

Nach 128 Jahren die erste Frau an der Spitze ihres Vereins.

Waltraud Krause

Biografie

„Vielseitiges Engagement, nicht zu brechenden Optimismus und eine offene, gesellige und hilfsbereite Art“, all das bescheinigt Claudia Zinke als Laudatorin Waltraud Krause, als diese Frau des Jahres wird und der BTB ihr den erstmalig verliehenen Vera-Ciszak-Preis 2010 verleiht.

Aktivitäten

Waltrauds Verein ist die Berliner Turnschaft Korporation. Hier engagierte sie sich viele Jahre lang als Abteilungs- und Gruppenleiterin der Gymnastikabteilung, wechselte dann in den Vorstand und leitete acht Jahre lang erfolgreich den Verein, als erste Frau nach 128 Jahren.


Heute ist sie Beauftragte für Liegenschaften und Mitglied im Öffentlichkeits- und Vermögensausschuss der Berliner Turnerschaft. Über den Vera-Ciszak-Preis freute sie sich, sagt aber gleichzeitig: „Meine Meinung ist ja, dass wir Frauen mittlerweile so weit sind, dass es solcher Hervorhebungen gar nicht mehr bedarf; wir machen das schon! Wir müssen neue Wege in der Vereinsarbeit gehen, und zwar Frauen und Männer gemeinsam. Neuen Ideen ist Waltraud nie abgeneigt. Sie betont: „Traditionen sind gut und wichtig und müssen gepflegt werden, doch dürfen sie die Entwicklung nicht behindern. Neben der Arbeit im Sport organisiert Waltraud regelmäßig historische Kiezspaziergänge. Auch schreibt sie gerne, so z. B. für die Festschriften zur 140-Jahr-Feier der BT und der 50-Jahr-Feier des BTB, dem sie viele Jahre als Vertreterin der Großvereine angehörte. Und nicht nur das: Als ehemalige Sekretärin einer Kreuzberger Schule hilft sie immer noch regelmäßig aus, wenn es in der Schule zu Engpässen kommt.

Ursula Lehmann

geb. 1943, Mecklenburg-Vorpommern

Über ein halbes Jahrhundert für die Gymnastik.

Ursula Lehmann

Biografie

„Ich möchte auch einen roten Trainingsanzug haben“, sagte Uschi Lehmann eines Tages zu ihrer Schwester, die als Mitglied der damaligen Sportvereinigung Dynamo einen solchen besaß. Da war Uschi zwölf Jahre alt.

Aktivitäten

Auf 54 Jahre aktives Sportleben kann sie nun schon zurück blicken. Jahrzehntelang setzt sie sich als Übungsleiterin, Kampfrichterin und Mitglied der Abteilungsleitung für die Entwicklung der Sportgymnastik ein und vermittelt als Übungsleiterin Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen die Freude an der körperlichen Bewegung.


Zu Zeiten der ehemaligen DDR lehrte sie Tausenden von Mädchen das Einmaleins der Gymnastik und führte sie zu großen Erfolgen bei Wettkämpfen in der Rhythmischen Sportgymnastik. Als es nach der Wende zum Zusammenschluss im Landesturnverband kam, stand Uschi gleich für die neuen Aufgaben zur Verfügung. Sie wurde Landesfachwartin für Gymnastik/Tanz. Ihre Ideen und Kenntnisse sind immer gefragt und gern gibt sie sie weiter. Auch den Nachwuchs im Übungsleiterbereich hat sie fest im Auge. Es ist die Arbeit mit den Menschen, die ihr sehr viel Spaß macht. Wenn sie ihre Ziele verwirklicht sieht; wenn sie sieht, dass die Menschen Freude an der Bewegung und der Geselligkeit im Verein empfinden, dann ist das für sie der beste Lohn, gleichzeitig aber auch weiterer Ansporn für die nächsten Aufgaben. Und Ideen hat sie noch viele.

Doris Lubosch

geb. 1942, Märkischer TurnerBund Brandenburg

Treibe Sport und Du bleibst gesund.

Doris Lubosch

Biografie

Der Schulsport weckte bei Doris Lubosch die Begeisterung für die Bewegung. Die Leichtathletik hatte es ihr angetan. Sie nahm erfolg­reich an den Schulmeisterschaften teil. Natürlich war sie auch als Jugendliche in Leipzig bei den großen Sportfesten.

Aktivitäten

Ab 1970 nahm sie an den Zusammenkünften des DTB teil und ließ sich zur Übungslelterin ausbilden. Sie engagierte sich im Kolkwitzer Sportverein und leitete Gymnastik­gruppen.


Übte mit den Turnorinnen Vorführungen ein, die auf den öffentlichen Veranstaltungen ein Highlight des Ortes waren. 1987 stieg sie in die Vorstandsar­beit ihres Vereins ein und organi­sierte den Frauensport, neun Jahre später wurde sie Schatzmeisterin und stellvertretende Vorsitzende. Sie machte die B-Lizenz für den Rehasport/Orthopädie und erwei­terte so nicht nur ihre Qualifikationen, sondern auch die Angebots­palette des Kolkwitzer Sportvereins.
Grundlage lhrer Arbeit sind die "3 K":
• Konzentration,
• Koordination und
• Kondition.

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Margitta Moeller

geb. 1941, Pfälzer Turnerbund

Turnen ist mehr.

Margitta Moeller

Biografie:

Schon im TV Biebrich 1846 stellte Margitta Moeller als Kind fest, dass nicht nur Turnen an Geräten zum Vereinsprogramm gehörte. Denn während die Kinder turnten und spielten, trainierten in einem Teil des Geräteraums der traditionsrei­chen Turnhalle die Boxer, übte die Leichtathletikgruppe draußen den Weitsprung und spielte in der nahegelegenen Halle der Fanfaren­zug des Vereins.

Aktivitäten

Beruf und Familie führten zu einer sportlichen Pause bis sie 1971 am neuen Wohnort wieder in den Turn­verein, diesmal der pfälzische TSG Maxdorf, eintrat.


1987 wurde Margitta Moeller Übungsleiterin, machte Fortbildungen und stieg voll in die Vereinsar­beit ein. Bald wurde der Pfälzer Turnerbund auf sie aufmerksam. Die Landesfrauenturnwartin fragte sie, ob sie nicht als Landesfrauenwartin die Interessen der Frauen im Vorstand des Pfälzer Turnerbundes vertreten will. Margitta Moeller sagte "Ja". Die Amtsbe­zeichnung wechselte, die gesellschaftspolitische Ausrichtung blieb gleich. "Anfangs hatten wir keine Landesfachwartin", erzählt Margitta Moeller, "und so koordinierte ich auch diese Arbeit in enger Kooperation mit den Fachwartinnen der Turngaue. Und diese fachliche Arbeit ist es, die hilft, Gesellschaftspolitik, an die Frau' zu bringen." Als der Sportkreisvorsitzende ausfiel übernahm sie zuerst kommissarisch das Amt. Inzwischen ist sie in der Pfalz die einzige Frau, die einem Sportkreis vorsteht und dazu eine von wenigen Sportkreisvertretern, die aus dem Turnbereich kommen. Im Verein trainiert Margitta Moeller noch die Senioren und in einem Seniorenheim die Hochaltrigen.

Gertrudis Mühlhaus

geb. 1941, Westfälischer Turner-Bund

Egal, wie weit die Meinungenauseinander lagen, wir gingen immer als Freundinnen aus der Tür.

Gertrudis Mühlhaus

Biografie

Die Gleichstellung von Frau und Mann, das war schon früh ihr Thema. Und so lautete das Thema des Abschlussgespräches ihrer Frauenstudien in Dortmund: Frauensport im gesellschaftlichen Wandel.

Aktivitäten

1979 begann Gertrudis ehrenamtliche Arbeit in ihrem Verein, dem TV Mühlhausen-Ülzen. Sie setzte sich zu Beginn der 90ziger Jahre fort im Frauenausschuss des WTB, den sie auch bei den Bundestagungen des DTB vertrat. Dann kam Helma Henschel und Gertrudis wurde Mitglied im Bundesfrauenausschuss. Gertrudis Hauptanliegen, Frauen im Sport sichtbar zu machen, verfolgte sie als Vizepräsidentin Frauen im WTB. So veröffentlichte sie jeden Monat in der Verbandzeitschrift einen Beitrag zum Thema Frauen und stellte Frauen in ihren Ämtern vor.


Als Mitglied im Frauenbeirat des LSB in NRW wurde ein weiteres Thema interessant: „Frauen in Führungspositionen“. Dort brachte sie ihre Erfahrungen aus dem DTB-Coaching-Projekt ein. 2007 wurde der Frauenbeirat aufgelöst, es folgte eine Genderkommission, Gertrudis zog sich aus gesundheitlichen Gründen zurück. Heute ist sie immer noch Mitglied im Landesfrauenausschuss des WTB. Gertrudis ehrenamtliches Engagement wurde, neben dem NRW-Preis „Mädchen und Frauen im Sport“, mit dem Els-Schröder-Preis 2009 gewürdigt. In der Laudation heißt es: Gertrudis Mühlhaus setzt stets auf die leisen Töne und darauf, zu motivieren und zu begeistern. Positiv beharrlich bekam sie in all den Jahren so manches dicke Brett gebohrt. Hitzige Diskussionen lenkt sie in ihrer ruhigen und sachlichen Art ohne jemanden auf die Füße zu treten.

Sigrid Nanew

geb. 1939, Rheinischer Turnerbund

Mit Musik und Tanz den Alltag meistern.

Sigrid Nanew

Biografie

Mit 10 Jahren tritt Sigrid in den Turnverein ein. „Das war Leben pur“ erinnert sie sich heute.

Aktivitäten

Sechs Jahre später leitet sie die Kinderturnabteilung, wird im Verein Kinderturnwartin und bald darauf Kinderturnwartin im Turngau Köln. Diese Arbeit macht ihr viel Freude, so dass sie sich entschließt, Gymnastiklehrerin mit den Fächern Sport und Spiel sowie Gymnastik und Tanz zu werden. Nach ihrer Ausbildung übernimmt sie das Amt der Gymnastikwartin im Turngau Köln. „Tanzen im Turnverein“ ist ihre Botschaft. Sie führt viele Lehrgänge durch und gründet 1973 das Gymnastik-Forum Köln.


25 Gymnastik-Foren folgten; rund 8000 Turnerinnen und Turner nehmen daran teil. Speziell für Kinder und Jugendliche organisiert sie das „Spielen und Tanzen auf der Domplatte“. 1972 organisierte Sigrid mit ihrem Team die 1. Kölner Kinder- und Jugend-Olympiade. Sieben weitere Olympiaden folgen an denen durchschnittlich 3.000 bis 6.000 Kinder und Jugendliche teilnehmen. Seit über 10 Jahren gehört Sigrid der Präsidialkommission Frauen an. Ihr Anliegen ist es, Frauen für die Arbeit im Verein und Verband zu gewinnen und zu schulen. Das jährliche Frauen-Sport-Forum bietet dafür eine geeignete Plattform. Inzwischen schaut Sigrid auf 50 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit zurück. „Diese Arbeit hat mein Leben mitbestimmt und geprägt“ sagt sie im Rückblick.

Rosemarie Napp

geb. 1943, Niedersächsischer Turner-Bund

Sport macht Spaß.

Rosemarie Napp

Biografie

Begonnen hat alles in Wolfenbüttel beim Gerätturnen im dortigen MTV und in der Anna-Vorwerk-Schule, wo Rosemarie sich erstmals ehrenamtlich in einer AG engagierte.

Aktivitäten

Nach dem Umzug nach Hannover trat sie in den TuS Ricklingen ein und ist seitdem als Übungsleiterin für ihren Verein, dessen Vorsitz sie 1996 für zehn Jahre über-nahm, tätig. Doch es blieb nicht bei der Übungsleiterinnen-Tätigkeit, die Wettkampfgymnastik trat in den Vordergrund. Über die Fachwartin Wettkampfgymnastik im Niedersächsischen Turner-Bund ging es zum Deutschen Turner-Bund.


Es folgten internationale Kampfrichtereinsätze u. a. in Seoul und in Atlanta. Auch in der Organisation diverser Europa- und Weltmeisterschaften engagierte Rosemarie sich – und das alles neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin. Schließlich wurde sie 2006 Vizepräsidentin Olympischer Spitzensport im Deutschen Turner-Bund. Unter ihrer Arbeit errangen die Turnerinnen und Turner fünf Medaillen bei den Olympischen Spielen in Peking und London. Ihr Engagement für den Turnsport in Deutschland ist beispielhaft. 2013 wurde sie aus ihrem Amt auf dem Deutschen Turntag verabschiedet und zum Ehrenmitglied des Deutschen Turner-Bundes ernannt. Sichtlich gerührt sagte Rosemarie: „Gerade meine letzte Tätigkeit hat mich sehr viel Kraft gekostet, auch physische und psychische Stabilität. Dennoch habe ich davon immer noch genug.“ Und das glauben wir ihr unbesehen. Jemand wie Rosemarie Napp wird sich nicht so schnell aufs Altenteil zurückziehen.

Annemarie Ohl

geb. 1954, Niedersächsischer Turner-Bund

Nicht Zuschauerin sein – den Stein ins Rollen bringen – bewegen wollen.

Annemarie Ohl

Biografie

Der MTV Braunschweig wurde vom 3. Lebensjahr an das turnerische Zuhause für Annemarie Ohl. Von 1976 an übernahm sie erste ehrenamtliche Aufgaben in ihrem Verein. Sie sammelte zunächst Erfahrungen als Jugendwartin und in der Niedersächsischen Turnerjugend, fing an, sich für die Position der Frauen im Sport zu interessieren, was dann ihren weiteren ehrenamtlichen Weg bestimmte.

Aktivitäten

Für den LandesSportBund Niedersachsen stellte sie sich als Referentin zur Verfügung, war tätig im Kuratorium der Akademie des Sports, in der Leitbildkommission des LSB und in anderen Gremien.


1986 wurde sie zunächst stellvertretende Vorsitzendes des MTV, dann 2002 Vizepräsidentin, verantwortlich für den Bereich Sportentwicklung. Als Realschullehrerin, später dann Rektorin, mit Familie, zwei Kindern und einer pflegebedürftigen Mutter, schaffte sie es, sich weiter ehrenamtlich einzusetzen. Die Frage um den tatsächlichen Einfluss der Frauen innerhalb der Sportstrukturen und entsprechende Veränderungsmöglichkeiten wurden durch sie zur Diskussion gebracht. Frauen Mut machen, Frauen qualifizieren, Frauen eine Stimme verschaffen, das war und ist ihr Anliegen. „Besonders, wenn es um die Belange der Frauen geht, kann sie unerbittlich kämpfen und ist dabei erfolgreich: dies aber keineswegs verbissen.“‚ so der Präsident des MTV Braunschweig. Eine Würdigung der langen ehrenamtlichen Karriere erfuhr Annemarie 2006 mit der Verleihung des Els-Schröder-Preises des Deutschen Turner-Bundes und ein Jahr später mit der Verleihung der Sportmedaille der Stadt Braunschweig.

Prof. Dr. Dr. Dr. Gertrud Pfister

geb. 1945, Deutscher Turner-Bund

Das Alte betrachten, um das Aktuelle zu beeinflussen.

Prof. Dr. Dr. Dr. Gertrud Pfister

Biografie

Berlin, Kopenhagen, Chicago, den Herd zugedeckt, mit einer Pflanze darauf: Wenn Gertrud Pfister kocht, benutzt sie die Mikrowelle – wenn sie denn überhaupt kocht. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit liebt sie das Reisen, sie ist quasi nie zu Hause, ihr Zuhause sind die Flughäfen der Welt.


Aktivitäten

Zehn Jahre lang, von 1996 bis 2006, war Gertrud Pfister Vizepräsidentin Gesell-schaftspolitik des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Ihre Schwerpunkte waren und sind die Themen „Frauen und Sport“ und „Sport und Gender“. „Das Alte betrachten, um das Aktuelle zu beeinflussen“, so lautet ihr Motto. Ihr imponieren die Frauen, die in den letzten 100 Jahren an sportlichen Aktivitäten teilnahmen oder im Sport Führungspositionen übernahmen. Sie hält diese Frauen für mutig, denn sie setzen sich über Normen und Regeln hinweg, stellten unbequeme Forderungen und wagten oft, sich lächerlich zu machen. Dennoch setzten sie Veränderungen in Gang. Erste sportliche Erfahrungen sammelte Gertrud in ihrem Heimatverein TV Traunstein. Sie gilt als exzellente Sportlerin, sei es im Tennis, im Skifahren oder beim Laufen. Trotz ihrer hervorragenden wissenschaftlichen Karriere ist sie unprätentiös, stets kooperativ und großzügig. Weibliche Solidarität und Freundschaft sind ihr wichtig. Ihr Name steht für Frauen- und Gender- Wissenschaften im Sport weltweit. Auch wenn Gertrud seit 2001 an der Universität Kopenhagen lehrt, hat sie den Bezug zum Deutschen Turner-Bund nicht verloren. Ihr besonderes Augenmerk gilt der historischen und soziologischen Entwicklung des Frauen- und Mädchenturnens. Sie setzt sich dafür ein, dass Traditionen gepflegt und in ihrer Vielfalt gewürdigt werden. Sie sollten allerdings vom Staub der Langeweile befreit und erlebbar gemacht werden. 2013 erhielt Gertrud Pfister den Els-Schröder-Preis des Deutschen Turner-Bundes.

Ilse Ridder-Melchers

geb. 1944, Deutscher Olympischer Sportbund

Das Amt gestalten, nicht verwalten.

Ilse Ridder-Melchers

Biografie

„Charmant und streitbar – überzeugend in der Gesellschaft“, so beschreibt Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), Ilse Ridder Melchers.

Aktivitäten

Ilse kam im Jahr 2000 als ehemalige Ministerin für Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen als Quereinsteigerin zum Deutschen Turner-Bund. Mit ihr begann eine neue frauen- und sportpolitische Dimension im DTB. Die übliche „Grußtantenrolle“ war mit ihr nicht zu machen. Sie will nicht ein Amt verwalten, sie will es gestalten.


Als erste Vorsitzende des Ausschusses für Frauen im Sport im damaligen DSB erarbeitet sie ein frauenpolitisches Positionspapier, dass das eher appellative Frauenförderprogramm von 1989 ablöste. Gleichstellung ist ihr zentrales Thema, ihr politisches Oberthema aber ist die Gleichheit von Lebenschancen. Rainer Brechtken betont, dass Ilse sich nie auf ein Spezial-gebiet zurückgezogen hat, sondern als Präsidiumsmitglied immer auch Gesamtverantwortung übernommen hat. Sie hat den Pluspunkt Ehrenamt mit auf den Weg gebracht. Für Migrantinnen im Sport eingesetzt, die Frauensporttage initiiert und 2008 die Verleihung des Gleichstellungpreises des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) eingeführt. Gemeinsam mit der Sprecherinnen-Gruppe des DOSB erarbeitet Ilse das Konzept der Führungstalente-Camps, das Mentoring Programm „Mit dem gemischten Doppel an die Spitze“, Fachforen zu gleichstellungspolitisch relevanten Themen und wendet sich gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen und im Sport. Ilse Ridder-Melchers hat den Frauen im Sport aufgezeigt, wohin der Weg gehen muss und stets vorgelebt, dass sie sich an den „drei K“ orientieren können: klug, kämpferische und kompromisslos zu sein, wenn es um Frauenrechte geht. Und bei allem ist die streitbare Ilse eine warmherzig-charmante Persönlichkeit, mit der die Zusammenarbeit immer Spaß macht.

Maria Rieck

geb. 1938, Märkischer Turnerbund

Lächele in die Welt und die Welt lächelt zurück.

Maria Rieck

Biografie

Wenn Maria Rieck zur Bundesfrauentagung kam, wussten wir: Jetzt wird gesungen! Und sie wusste für jede Lebenslage ein Lied, das wir dann begeistert mitsangen. Seit dem 12. Lebensjahr ist Maria Rieck Gerätturnerin mit Leib und Seele. Noch heute turnt sie Wettkämpfe in ihrer Altersklasse. 12-mal Landesmeisterin in Berlin/Brandenburg, einmal Deutsche Vizemeisterin – das sind ihre Erfolge.

Aktivitäten

Seit 1960 ist sie bis heute Übungsleiterin, im Vereinsvorstand verantwortlich für neun Gymnastikgruppen, davon zwei Koronargruppen, die sie selber leitet. Auch eine Yoga-Gruppe im Fitnessstudio gehört dazu.


Hinzu kommt ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Seit der Wende leitet sie den Kreisturnverband Prignitz, ist 16 Jahre Vizepräsidentin in unterschiedlichen Funktionen im Märkischen Turnerbund. Und heute ist sie weiterhin aktiv im Vereinsvorstand der Turngemeinde Prignitz und Vorsitzende des Kreisturnverbandes. Mit ihrer fröhlichen und lebensbejahenden Ausstrahlung verbreitet sie immer gute Laune. Die Turnfamilie ist für sie das Auffangbecken, wenn es mal hart auf hart kommt. Zu ihrem Netzwerk gehören zahlreiche Frauen, die sich schon sehr lange kennen und begleiten. Und dann hat Maria auch noch einen grünen Daumen. So erhalten alle Frauen aus ihren Gymnastikgruppen zu runden Geburtstagen eine von ihr selbst gezogene Pflanze. Wie geht nun ein Tag bei Maria zu Ende? Mit einem Kopfstand und einem Spagat. Frau muss ja in Übung bleiben, wenn man 76 Jahre alt ist und nicht durchhängen will!

Prof. Dr. Gertalis Schohs

geb. 1926 | gest. 2015, Turnverband Mittelrhein

Frisch, fromm, fröhlich, frei.

Prof. Dr. Gertalis Schohs

Biografie

„Ich bin durch mein Elternhaus zum Turnen gekommen“. Eine Turnlehrerin hatte ihre Eltern ermutigt, ihre vierjährige Tochter in einen Turnverein anzumelden. So wurde Gertalis Schohs 1930 Mitglied in der Kölner Turnerschaft 1843. Nach dem Umzug ihrer Eltern nach Koblenz wechselt sie zum TuS Niederberg.

Aktivitäten

Ihre Begeisterung für das Turnen spiegelte sich auch in ihrer beruflichen Laufbahn wider. Gertalis absolvierte ein Studium zur Diplom-Sportlehrerin und habilitierte im Fach Sportwissenschaften.


Ehrenamtlich übernahm sie viele Aufgaben. Um nur einige zu nennen: Sie war im Turnverband Mittelrhein Jugendturnwartin, Jugendwartin und schließlich ab 1989 erste Vorsitzende. Im Deutschen Turner-Bund vertrat sie von 1962 bis 1970 die Interessen der Jugend, ab 1986 gehörte sie dem Vorstand an und war für das Ressort Gesellschaftspolitik zuständig. Bis zum zuletzt war Gertalis Mitglied im Schiedsausschuss und seit 1994 Ehrenmitglied des Turnverbandes Mittelrhein.

Bärbel Schöttler

geb. 1934, Niedersächsischer Turner-Bund

In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.

Bärbel Schöttler

Biografie

Mit fünf Jahren gaben die sportlichen Eltern ihre Tochter Bärbel in die Turnabteilung des MTK Bad Harzburg. Motiviert von hervorragenden Lehrkräften, durch viele Schauturnen und ein intensives Trainingsprogramm, entstand schon sehr früh der Wunsch „später auch einmal solch einen Beruf zu ergreifen“. Doch es blieb nicht bei der Gymnastik und beim Turnen, Vielseitigkeit schien den Eltern wichtig zu sein und so wurde im Sommer auch Schwimmen, Kunstspringen und Leichtathletik, im Winter Alpiner Skilauf und Eislaufen trainiert. Eine ideale Voraussetzung für die späteren Jahn-Wettkämpfe von Bärbel Schöttler und das Studium an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Aktivitäten


Bärbel Schöttler hatte das große Glück, das Hobby zum Beruf machen zu dürfen. Und sie unterrichtete 38 Jahre lang an ihrer ehemaligen Ausbildungsstätte. Selbst ein Trampolin-Unfall 1962 konnte die Begeisterung für Beruf und Ehrenamt im Sport nicht schmälern. Das „Markenzeichen“ von Bärbel Schöttler sind seit 18 Jahren ihre Geh(h)ilfen. Mit ihnen meisterte sie als Bundesturnwartin den Bereich der Älteren bei den Deutschen Turnfesten in München 1998, Leipzig 2002 und Berlin 2005. Sie erarbeitete mit einem Team das Konzept für die „Bewegungsangebote für Hochaltrige“ sowie die Grundlagen „Ältere für Ältere“ und setzte eine Kooperation des Niedersächsischen Turner-Bundes mit dem Deutschen Bridge Verband durch. Jährlich stattfindende Lehrgänge „Bridge und Bewegung“ haben das Ziel, im Alter nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit zu bleiben. Bärbel Schöttler bekleidete ihr Leben lang Ehrenämter im nationalen und internationalen Bereich. Sie arbeitete bis 2011 im Landesturnausschuss mit und übernahm das Amt der Fachwartin für das Turnen der Älteren im Turnkreis Goslar-Salzgitter. Und damit: Zurück zu den Wurzeln!

Dagmar Schröder

geb. 1940, Rheinischer Turnerbund

43 Jahre für die Frauen im Sport: Und es geht noch weiter!

Dagmar Schröder

Biografie

Wirft man einen Blick auf den turnerischen Lebenslauf von Dagmar Schröder, so fällt auf, dass sie die Ämter, die sie inne hatte, immer sehr lange geführt hat.


Aktivitäten

• Ehrenamtlich tätig seit 1968 in ihrem Verein TV Jahn Kapellen 06 – und das bis heute,
• 22 Jahre Frauenwartin im Präsidium des Rheinischen Turnerbundes,
• Zehn Jahre Bundesfrauenwartin des Deutschen Turner-Bundes(DTB),
• Elf Jahre 2. Vorsitzende des Kreissportbundes Neuss und zur Zeit dessen Vorsitzende.

Diese Aufzählung ließe sich noch fortsetzten. Und in dieser ganzen Zeit hat Dagmar kräftig gekämpft für Frauen in Führungspositionen.

Als sie 1986 Bundesfrauenwartin wird, wurde heftig darüber diskutiert, ob dieses Amt abgeschafft werden sollte, schließlich gab’s auch keinen Männerwart. In dieser Zeit entstand auch der Frauenförderplan, den Dagmar im Rheinischen Turnerbund und im LSB Nordrhein-Westfalen durchboxte. Insbesondere die Gewinnung von Frauen in Vereinen und Verbänden lag ihr am Herzen. Auch die Übernahme einer frauenfreundlichen Sprache in Satzungen, Ordnungen u. ä. fiel in diese Zeit. Und auf dem Deutschen Turnfest in Hamburg 1994 führte sie erstmals eine eigene Veranstaltung mit Ausstellungen und Workshops mit großem Erfolg durch. Bis heute setzt sich Dagmar für die Belange der Frauen im Verein und Verband ein. Dieses Engagement wurde mit zahlreichen Auszeichnungen belohnt, u. a. der Walter-Kolb-Plakette des DTB und dem Alice-Profé-Preis des DOSB für besonderes Engagement für den Sport von Frauen, den Dagmar zusammen mit Gertrud Pfister erhielt.

Hanni Strübe

geb. 1939, Niedersächsischer Turner-Bund

Beginne den Tag mit einem Lied.

Hanni Strübe

Biografie

Hanni Strübe ist mit dem Turnen in Niedersachsen eng verbunden. 18 Jahre war sie im Präsidium des Niedersächsischen Tumer-Bundes als Vizepräsidentin für die Gesell­schaftspolitik zuständig.

Aktivitäten

Ihre ehrenamtliche Arbeit im Sport begann 1965 als Übungsleiterin im TSV Deutsche Eiche Bardowick e.V. Schon fünf Jahre später setzte sie sich als Frauenwartin im Turnkreis Lüneburg für die Interessen der Frauen im Turnen ein.


Sie wurde stellvertretende Vorsitzende im Turnkreis Lüneburg und zwei Jahre später Landesfrauenwartin im Landesverband. Hanni Strübe setzte neue Schwer­punkte in der Referentenausbildung und arbeitete am Konzept des ersten "Feuerwerk der Turnkunst" mit. Sie organisierte die ersten Gruppen­wettbewerbe "Gymnastik und Tanz" und führte die Ausbildung und Ab­nahmen für das Niedersächsische Gymnastikabzeichen durch. Um den Kontakt zu den Frauen an der Basis zu vertiefen, lud sie zum ersten Kreisfrauentreffen ein. Diese Tagung ist inzwischen eine feste Einrichtung im Verband. Die Tradition des Turnens und die Bindung an Friedrich-Ludwig-Jahn interessierte sie sehr. So erscheint es folgerichtig, dass sie auch im Vorstand des Jahn-Fördervereins mitarbeitete. Durch ihr persönliches Engagement vertiefte sich die Verbindung zwischen den Lan­desturnverbänden Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. 2008 schied Hanni Strübe aus dem Präsidium des Niedersächsischen Turner-Bundes aus. Sie wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Heute engagiert sie sich beim Auf­bau des Archivs des Niedersächsi­schen Turner-Bundes in der Landesturnschule in Meile.

Anita Traulsen

geb. 1940, VTF Hamburg

Wer aufhört an sich zu arbeiten, hört auf, gut zu sein.

Anita Traulsen

Biografie

Das Ist das Leitmotiv von Anita Traulsen. Als Tochter sportlicher Eltern begeisterte sich Anita Traulsen als Zwölfjährige für das Getät­turnen. lhre Leidenschaft für das Turnen machte sie konsequenterweise zum Beruf. Sie wurde Sport­referentin.

Aktivitäten

Im Hessischen Turnverband wid­mete sie sich ehrenamtlich dem Kinderturnen, entwickelte neue Projekte und baute parallel ihr Wissen im Bereich Bewegungs­theater, Show und Pantomime aus.


Anita Traulsen mit Agnes Hartmann beim Turnfest 2009

1987 zog sie nach Hamburg und ihre Liebe galt dort ganz dem Be­reich Vorführungen. Als Mitglied der Arbeitsgruppe Vorführungen/Choreographie ist sie maßgeblich an der Gestaltung der Veranstaltung "Rendezvous der Besten'' beteiligt. Hamburg ist Ihr Heimatverband und auch dort engagiert sie sich im Vorführbereich. Ihre Familie unterstützt sie bei den vielen Aktivitäten. Privat betreibt sie den "Sport der anderen Art'', wie sie sagt. Anita Traulsen läuft Ski, segelt und spielt Golf.

Anita Traulsen gestaltet seit 1990 die Großgrup­penvorführungen anlässlich der

  • Deutschen Turnfeste,
  • der Welt-Gymnaestraden
  • und vieler Landesturnfeste.

Inge Voltmann-Hummes

geb. 1954, Niedersächsischer Turner-Bund

Wirf deinen Hut in den Ring!

Inge Voltmann-Hummes

Biografie

Inge Voltmann-Hummes ist eine Niedersächsin von der Waterkant, die zu Hause noch plattdeutsch spricht und den Tee echt ostfriesisch trinkt, mit selbst hergestellter Mischung, versteht sich.

Aktivitäten

Übungsleiterin im Kinderturnen im TuS Esens, Leistungssportlerin in der Leichtathletik, Torfrau im Handball, Deutsche Vizehochschulmeisterin im Volleyball mit der Universität Göttingen, Übungsleiterin Segeln, das waren Stationen in Inge Voltmann- Hummes sportlichem Lebenslauf. Vier Jahre lang war sie im Niedersächsischen Turner-Bund Vizepräsidentin Frauen und 2004 als erste Frau Vorsitzende des Organisationskomitees des Landesturnfestes in Hameln.


Als Vizepräsidentin hat Inge Voltmann-Hummes mit ihrem Ausschuss sehr viel bewegt, nicht immer nur zur Freude der männlichen Präsidiumskollegen, die oft nicht Schritt halten konnten oder wollten. 2004 wechselte sie in das Präsidium des Deutschen Turner-Bundes und trieb dort insbesondere das Thema Personalentwicklung voran, rief den Pluspunkt Ehrenamt ins Leben und brachte Netzwerke mit Migrantinnen nach vorne. Ihre Ehrenämter hat Inge Voltmann-Hummes immer mit vollem Einsatz ausgefüllt – und manchmal ohne Rücksicht auf die eigene Person. Ihr zweites Lebensmotto: „Wirf dein Herz über’n Zaun und spring hinterher!“ steht dafür, dass Frau manchmal Hindernisse überwinden muss und dafür auch eine gute Portion Mut braucht. Inge Voltmann-Hummes hat innovative Projekte und Angebote entwickelt, die die besondere Lebenssituation von Mädchen und Frauen berücksichtigen und sie gerade deshalb zur Übernahme von Ämtern und Führungsaufgaben ermutigt. Der Deutsche Turner-Bund ehrte sie zu Recht 2014 mit dem Els-Schröder-Preis.