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DTB Ratgeber

Jetzt für Workshop "Burnout erkennen und vorbeugen" anmelden

09.08.2018 10:54

Nicht nur Stress kann zu Burnout führen, vielmehr führt der Verlust von unserer inneren Dialogfähigkeit zu einem Verlust unseres Selbstschutzes. Wichtige Präventivmaßnahmen und den Mut, etwas dagegen zu unternehmen werden im Workshop »Burnout« bei der GYMWELT-Convention am 18. August in Frankfurt erklärt.

Burnout - wenn aus Niedergeschlagenheit eine Krankheit wird | Bildquelle: pixabay.com
Burnout - wenn aus Niedergeschlagenheit eine Krankheit wird | Bildquelle: pixabay.com

Reflektiert handeln

Eins ist klar: ausgebrannte Menschen sind überlastet. Doch woran erschöpfen wir wirklich? Burnout kommt nicht nur vom Stress, es geht um viel mehr. In einem Perspektivwechsel können Interessierte jetzt noch zu einem Sonderpreis von 70 Euro bei der GYMWELT Convention an zwei verschiedenen Workshops teilnehmen.

Workshop-Zeitplan am Sa., 18.08.2018

WS 601: 10:15 - 11:30 Uhr: Burnout erkennen und vorbeugen
WS 602: 11:45 - 13:00 Uhr: Übungen vermitteln und Teilnehmer korrigieren - erprobte Strategien
WS 603: 14:15 - 15:30 Uhr: Körperhaltung - relevant, schön, komplex
WS 604: 15:45 - 17:00 Uhr: Achtsamkeitstraining = Stressbewältigung

Hier geht es zur Anmeldung, die bis Montag, den 13. August 2018 noch an kongress@dtb-online.de eingereicht werden kann.

Exkurs: Das Burnout-Syndrom

Burnout bedeutet so viel wie "ausgebrannt sein". Damit ist jedoch kein kurzfristiger Ermüdungszustand am Ende eines langen und harten Arbeitstages gemeint. Vielmehr handelt es sich um das Endstadium eines lange andauernden, schleichenden Prozesses, der in eine langfristige körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung mündet und in Phasen unterteilt werden kann. Es gibt allerdings nicht den typischen Verlauf des Burnouts. So wurden bisher unterschiedliche Gruppen aus Wirtschaft oder aus helfenden Berufen untersucht.

Phasen des Burnout-Syndroms

  1. Enthusiasmus: Es wird mit großem Enthusiasmus und guten Vorsätzen an eine Tätigkeit heran gegangen.
  2. Stagnation: Die Person merkt aber, dass sie durch ihr Handeln keine Fortschritte erzielt.
  3. Frustration: Stagnation, womöglich Rückschritte führen zu Frustration, machen zynisch gegenüber der Klientel.

Apathie: In der Phase der Apathie ist die berufliche Tätigkeit nur noch unter großen Anstrengungen auszuüben. Man ist unmotiviert, sich neue Ziele zu stecken und häufig fehlt auch das Bewusstsein für seine eigene Situation. In der Phase wirken die Betroffenen äußerst phlegmatisch und können sich selbst zu nichts mehr antreiben, weder beruflich noch privat. Hier sind auch erste körperliche Anzeichen von Erschöpfung sichtbar.

Hält dieser Zustand für eine längere Zeit an, spricht man vom Burnout-Syndrom.

Charakteristische Merkmale

Es gibt einige charakteristische Merkmale, anhand welcher ein Burnout-Syndrom ausgemacht werden kann. Hier eine kleine Checkliste, mit der Sie herausfinden können, ob Sie gefährdet sind und einige dieser Punkte auf sie zutreffen.

Checkliste:

  • körperliche und emotionale Erschöpfung
  • chronische Müdigkeit
  • abnehmende Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • der Verlust der Fähigkeit sich zu erholen
  • zynische, abweisende Grundstimmung gegenüber Kollegen, Klienten und der eigenen Arbeit
  • Ängste
  • leichte Reizbarkeit
  • Sinnschwäche
  • Ursachen und Diagnostik

Ursache für diese Erkrankung sind meist die Anforderungen die eine Person an sich selbst stellt bzw. die auf beruflicher oder privater Ebene an sie herangetragen werden, die fehlende Fähigkeit mit den eigenen Energieressourcen entsprechend hauszuhalten sowie einen entsprechenden Ausgleich zu finden und die eigenen Energiespeicher wieder aufzufüllen.

Letztendlich kann ein Burnout-Syndrom aber viele Ursachen haben. Deshalb muss bei der Vorsorge und Abklärung Ihrer Beschwerden besonders darauf geachtet werden, zunächst organische Erkrankungen auszuschließen. Das geschieht am besten im Rahmen einer bewährten Stufendiagnostik:

Stufe I

In einem ersten Schritt werden die Organfunktionen überprüft und das Beschwerdebild eingegrenzt. Auf diese Weise erkennt man Störungen wie Schilddrüsenunterfunktion, Hypertonie, Eisenmangel, Herzinsuffizienz, Infektionserkrankungen, Schlafapnoe, Diabetes mellitus, etc.

Stufe II

Die Diagnostik wird durch eine Neurostreß-Analyse und ein erweitertes Labor ergänzt. Damit lassen sich Störungen im Neurotransmitterhaushalt, eine Nebenniereninsuffizienz oder Belastungen mit freien Radikalen und Nitrostreß erkennen.

Stufe III

Auf dieser Stufe werden mitochondriale Störungen, Hormone, Zucker-Stoffwechselstörungen, Giftstoffbelastungen, Nahrungsunverträglichkeiten, Nährstoffmängel und Wirbelblockaden untersucht.

Die Stufen lassen sich individuell anpassen, je nach Risikoprofil, Vorgeschichte und Vorbefunden. Aus den erhobenen Befunden wird ein auf Sie abgestimmtes Therapiekonzept entwickelt. Dabei kommt nicht nur die klassische Schulmedizin zum Einsatz, sondern insbesondere hocheffektive Verfahren wie orthomolekulare Medizin, mitochondriale Medizin oder auch Naturheilverfahren. Es wird mit den Bereichen Sporttherapie, Ernährungstherapie und Psychosomatik zusammen gearbeitet.

Präventive Maßnahmen

Zeiten der Überbelastung und des Dauerstresses müssen jedoch nicht zwangsläufig zu einem Burnout-Syndrom führen. Es ist sehr wichtig, sich selbst Zeit und Raum zum Ausruhen und Regenerieren sowie für Ausgleichsmöglichkeiten wie Sport, Musik oder andere Hobbys zu geben. Aber auch Meditation oder andere Methoden, die dem Einzelnen ermöglichen, Ruhe und Entspannung zu erfahren, indem sie die Aufmerksamkeit gezielt von dem Belastungsbereich weglenken, können geistig und körperlich sehr entlastend wirken.

Und hier kommen Bewegung und Sport ins Spiel: ein Nebeneffekt körperlicher Belastung ist der Abbau von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol - also jener Stresshormone, die für die Entstehung des Burnouts verantwortlich sind.

Besonders hilfreich ist ein regelmäßiges moderates Ausdauertraining. Dazu bieten sich Bewegungsformen wie Walking, Jogging, Nordic Walking, Skilanglauf, Wandern oder Orientierungslauf an.

Doch durch ein regelmäßiges Training wird nicht nur ein Burnout verhindert, sondern erwiesenermaßen bringt eine gesteigerte Fitness neben einem entspannten Zustand auch ein höheres Konzentrations- und Leistungsvermögen mit sich und trainierte Menschen tolerieren zudem größere psychische Belastungen als untrainierte.

Doch auch hier gilt wie überall: nicht übertreiben und trainieren mit Maß! Denn zu große Überlastungen wirken sich kontraproduktiv aus, da dabei die gleichen Stresshormone wie bei psychischer Überlastung ausgeschüttet werden.

Bewegen zum Loslassen und Entspannen

Permanenter Stress, Ruhelosigkeit und Hektik - auf Dauer hat das Auswirkungen auf die Psyche und den Körper. Man fühlt sich überfordert, ausgepowert, müde und kraftlos. Wird dieser Zustand chronisch, kann das krank machen. Wichtig ist es, sich Oasen zu schaffen, in denen man Abstand vom Alltag gewinnt, loslassen und auftanken kann. Nur dann wird man auf Dauer gesund bleiben.

Bewegung kann hier Wunder wirken. Wer unter Strom steht, entspannt sich und wer ständig müde und mies drauf ist, bekommt neue Energie und fühlt sich sofort wieder frisch. Sanfte Bewegung kann helfen, muskuläre Verspannungen, die fast immer mit zu viel Stress und Hektik im Alltag verbunden sind, zu lösen.

Oft sind vor allem die Nacken-  und Schultermuskeln verspannt. Und das hat Folgen: Angespannte, feste Muskeln sind schlecht durchblutet und deshalb auch ungenügend mit Sauerstoff versorgt. Verspannte Muskeln tun nicht nur weh, sie ziehen auch die Gelenke in ungünstige Positionen und Haltungen. Ein Teufelskreis aus Anspannung, Schmerz und ungesunder Haltung entsteht. Dabei können auch Blutgefäße und Nervenbündel gequetscht werden und die Nerven können sich entzünden. Diese treten nämlich an jedem Wirbelkörper aus und versorgen von dort aus Hände, Finger und  Arme. Das ist der Grund, warum durch Verspannungen in Schultern und Nacken auch Kopfschmerzen, Atemprobleme, Schwindelgefühle, ein Kribbeln, Einschlafen oder Anschwellen der Finger und Hände oder ein Druckgefühl im Brustraum ausgelöst werden können.

Meistens kann der Kopf dann nicht mehr richtig gedreht werden. Aber nicht nur jede Bewegung des Kopfes tut weh, oft reagiert die gesamte Schulter-Nacken-Partie hochsensibel auf Druck. Wenn jede Berührung, jede Massage, jeder Druck in dieser Region schmerzt, ist das ein Indiz dafür, dass der Schulter-Nacken-Bereich überfordert, schlecht durchblutet und sauerstoffunterversorgt ist.

Testen Sie die Beweglichkeit Ihrer Halswirbelsäule

Diese beiden Testübungen helfen Ihnen herauszufinden, wie beweglich Ihre Halswirbelsäule ist. Ist die obere Wirbelsäule gut beweglich, befinden sich Muskeln und Gelenke in der Balance. Ist die Beweglichkeit jedoch eingeschränkt, ist dies ein Indiz für verspannte Muskeln, für eine ungesunde Haltung und falsche Bewegungsmuster im Bereich von Schultern und Nacken.

1. Testübung: Den Kopf seitlich zur Schulter neigen

Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, beide Füße stehen mit der ganzen Sohle fest auf dem Boden. Schauen Sie nach vorn. Nun den Kopf seitlich beugen, so als wollten Sie das Ohr auf die Schulter legen. Führen Sie die Testübung auf beiden Seiten durch.

A: Sie können den Kopf problemlos in Richtung zur Schulter führen. Der Abstand zwischen Ohr und Schulter ist maximal eine Faust breit.

B: Es macht Ihnen Probleme, den Kopf seitlich abzulegen. Sie schaffen maximal die halbe Strecke.

C: Sie können den Kopf kaum zur Seite neigen.

2. Testübung: Den Kopf nach hinten drehen

In der gleichen Ausgangsposition nun den Kopf langsam weit nach hinten drehen und ausprobieren, wie weit Sie dabei nach hinten blicken können. Probieren Sie auch diese Testübung wieder auf beiden Seiten aus.

A: Sie können Ihren Kopf auf beiden Seiten so weit nach hinten drehen, dass Sie es schaffen, weit hinter Ihre Schulter zu blicken.

B: Sie können Ihren Kopf so weit nach hinten drehen, dass Sie Ihre Schultern anschauen können.

C: Sie können Ihren Kopf kaum zur Seite drehen.

Auswertung der Testübungen: Wenn Sie bei den Testübungen ein B oder sogar ein C erreichen, haben Sie ernsthafte Probleme in der Schulter-Nacken-Region. Ihre Beweglichkeit ist eingeschränkt, wahrscheinlich leiden Sie unter Verspannungen. Sie sollten aktiv werden, und die Muskeln in diesem Bereich lockern, dehnen und deren Durchblutung fördern.

Melden sich sich doch am besten noch für den Workshop Körperhaltung am 18. August in Frankfurt an.

Diese Übungen können dabei helfen

Anspannen und Lösen

Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, die Arme liegen auf den Oberschenkeln. Nun die Fäuste ballen, Hände, Arme und Schultern fest anspannen und die Schultern nach oben zu den Ohren ziehen. Diese kräftige Anspannung kurz halten - und dann wieder lösen. Spüren Sie wie die Schulter-Nacken-Partie gut durchblutet wird? Wiederholen Sie die Übung dreimal.

Die Schulter kreisen

Stellen Sie sich aufrecht hin, die Arme hängen seitlich locker am Körper herab. Beginnen Sie damit, die rechte und die linke Schulter im Wechsel einige Male vorwärts kreisen zu lassen, dann einige Male rückwärts.

Weiter geht's damit: Nun die rechte Hand auf die rechte Schulter, die linke Hand auf die linke Schulter legen und einige Male vorwärts kreisen lassen, dann rückwärts. Und zum Schluss mit langen  Armen wechselseitig erst vorwärts und dann rückwärts kreisen lassen.

Den Nacken lang machen

Eine Hand auf den Hinterkopf, die andere in den Nacken legen. Dann das Kinn nach vorn bewegen und vorsichtig den Nacken in die Länge ziehen. Atmen Sie ruhig und entspannt weiter und genießen Sie das Langwerden des Nackens. Halten Sie diese Dehnposition solange Sie Ihnen gut tut, etwa 20 Sekunden lang.

Den Kopf wenden

Einatmen, dabei ist der Kopf gerade nach vorn ausgerichtet. Mit dem Ausatmen den Kopf zur rechten Seite wenden. Mit dem Einatmen den Kopf wieder gerade nach vorn anheben. Wiederholen Sie die Übung auf der rechten Seite dreimal. Dann dreimal auf der linken Seite.

Seitbeuge

Im lockeren aufrechten Stand den rechten Arm nach oben anheben und über Kopf weit zur linken Seite beugen. Dann die Übung auf der anderen Seite durchführen. Wiederholen Sie die Übung auf jeder Seite zweimal.

Rücken rund

Beugen Sie Ihre Knie, stützen Sie sich mit beiden Händen auf ihre Oberschenkel und machen Sie den Rücken ganz rund. Dabei das Kinn nach vorn in Richtung zur Brust führen.  Dann den Rücken gerade machen. Immer im Wechsel. Wiederholen Sie die Übung mehrere Male.

Bei diesen Symptomen sollten Sie zum Arzt

  • sehr starke Kopfschmerzen
  • Schwindel und Übelkeit
  • sehr starke Nackensteife
  • lang dauernde Schmerzen bis in die Arme
  • Taubheitsgefühle  in den Fingern

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