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Turn-Team Deutschland

"Es war die richtige Entscheidung, die Spiele zu verschieben."

30.03.2020 08:03

Die Verschiebung der Olympischen Spiele bringt Gewissheit und gleichzeitig neue Chancen für das Turn-Team Deutschland.

Lukas Dauser am Barren | Bildquelle: MinkusImages
Lukas Dauser am Barren | Bildquelle: MinkusImages

Am vergangenen Dienstag (24.03.2020) verkündete das Internationale Olympische Komitee (IOC) unter Präsident Thomas Bach, die im Juli und August diesen Jahres geplanten, Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr zu verschieben. Für die Athlet*innen des Turn-Team Deutschland bedeutet diese Aussage Gewissheit und Erleichterung zugleich. In den vergangenen Wochen war für keinen der Turner*innen ein reguläres Training und noch weniger eine konzentrierte Vorbereitung auf die Spiele mehr möglich. "Selbst, wenn es gesundheitlich bedenkenlos gewesen wäre, in vier Monaten über 10.000 Athleten im Olympischen Dorf auf engstem Raum zusammenkommen zu lassen, wäre eine optimale Vorbereitung auf solch einen Karrierehöhepunkt nicht mehr möglich gewesen", so Barren-Spezialist Lukas Dauser. In den vergangen Wochen wurden Weltcups, Länderkämpfe und auch die anstehenden Gerätturn-Europameisterschaften der Männer und Frauen abgesagt. Viele Möglichkeiten für die Athlet*innen, zum einen Wettkampfroutine- und Erfahrungen zu sammeln, zum anderen weitere Qualifikationspunkte zu erturnen, die möglicherweise zu einem weiteren Nationenstartplatz geführt hätten. 

Für Lukas steht fest: "Einen fairen Schlagabtausch hätte es dieses Jahr in meinen Augen in Tokio nicht geben können." Die Gründe hierfür sind vielfältig: Das gesamte Qualifikationsprozedere hätte neu gestaltet werden müssen, regelmäßige Dopingkontrollen der Welt-Anti-Doping Agentur (WADA), welche eine Voraussetzungen für die Teilnahme an den Olympischen Spielen bilden, konnten nicht mehr durchgeführt werden und nicht zuletzt die unterschiedlichen Trainingsbedingungen für alle Aktiven. Auch für die zweimalige Olympia-Teilnehmerin Kim Bui hätten die Spiele in diesem Jahr niemals unter dem Gedanken "FairPlay und Fairness", der zugleich eine wichtige Säule der Olympischen Bewegung darstellt, ablaufen können. 

Die Verschiedbung der Olympischen Spiele bringt neue Chancen mit sich

Wärend sich sowohl das Turn-Team der Männer, als auch das der Frauen, bereits im Rahmen der Turn-WM in Stuttgart im letzten Jahr für die Spiele qualifizieren konnte, stand dieser Schritt für die Trampolinturner*innen und die Athletinnen der Rhythmischen Sportgymnastik noch aus. RSG-Teamchefin Isabell Sawade hebt in Bezug auf die Entscheidung ganz klar hevor: "Wir haben ein Jahr gewonnen, dass uns weiterhilft, uns zu entwickeln und zu verbessern. Unsere Chancen für eine Qualifikation sehen wir daher als gestiegen an." 

Wie sich die weiteren Qualifikationen gestallten, ist derzeit noch offen

In Bezug auf die weiteren Qualifikationsmöglichkeiten gilt es zunächst abzuwarten. Derzeit gibt es vom Internationen Turnverband (FIG) noch keine Aussagen, wann und in welcher Form die noch ausstehenden Wettkämpfe nachgeholt werden. Für Lukas Dauser steht fest: "Ich finde die nominell Qualifizierten sollten auch qualifiziert bleiben. Die, die sich noch hätten qualifizieren können, werden hoffentlich eine faire Möglichkeit bekommen." Für den Weltverband stehen nun nicht nur Fragen rund um den Qualifikationsmodus aller Turn-Sportarten aus, sondern er muss sich nun auch mit Thematiken wie Altersgrenzen befassen, denn die Athlet*innen, die in diesem Jahr für Tokio noch zu jung gewesen wären, hätten kommendes Jahr durchaus eine Chance sich zu qualifizieren. IOC-Präsident Thomas Bach verkündete bereits, das die Athlet*innen, die sich bereits qualifiziert haben, auch weiterhin qualifiziert bleiben.

Für Trampolinturnerin Leonie Adam, die gemeinsam mit ihren Teamkolleg*innen ebenfalls mitten in der Qualifikation um einen olympischen Startplatz stand, steht jetzt jedoch ganz klar ein Thema im Vordergrund: Die Gesundheit. So wie sie, hofft auch Lukas Dauser bald schon wieder sein Wettkampftrikot anziehen und an den Geräten starten zu können.