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Gerätturnen

Bundesliga der Männer ab 2019 ohne MTV Stuttgart

12.09.2018 14:04

Bundesligist MTV Stuttgart wird sein Männer-Team ab kommende Saison aus der ersten Liga zurückziehen.

Der MTV Stuttgart wird sein Männer-Team ab kommende Saison aus der ersten Liga zurückziehen. | Bildquelle: Minkusimages
Der MTV Stuttgart wird sein Männer-Team ab kommende Saison aus der ersten Liga zurückziehen. | Bildquelle: Minkusimages

Der zuständige DTL-Abteilungsleiter Mirko Wohlfahrt bestätigte am Dienstag das Vorliegen einer entsprechenden Absichtserklärung des Meisters von 2014. «MTV-Geschäftsführer Karsten Ewald hat uns per Email darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Verein für die Saison 2019 nicht mehr in der Bundesliga plant», sagte Wohlfahrt. Dafür habe der MTV mehrere Gründe angegeben. Zum einen kritisiert der Verein, dass es in der DTL keine Vorgaben für eine Vereinheitlichung der Vergütung von Turnerinnen und Turnern durch die Ligavereine gebe. Darin sieht der Club durch die strengen Regelungen in Baden-Württemberg ebenso einen Standortnachteil wie in der großen Konkurrenz durch andere württembergische Teams in der Bundesliga.

Die so eingeschränkten Möglichkeiten, Top-Turner zu verpflichten, hätten nach Einschätzung Ewalds als Folge des Verlusts von Spitzenathleten wie Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen letztendlich zu einem signifikanten Rückgang des Zuschauerinteresses in Stuttgart geführt. Die Schwaben, die seit Mitte der 80er-Jahre als KTV Stuttgart in der Deutschen Turnliga aktiv sind, waren 2011 unter dem Dach des MTV untergekommen. Die Frauen-Mannschaft, die im vergangenen Dezember ihren neunten Titel gewann, ist von dem Ausstieg aber nicht betroffen.

DTL-Präsident Jens-Uwe Kunze drückte sein Bedauern über die Stuttgarter Entscheidung aus. «Es ist natürlich sehr schade, dass der MTV aus den aufgeführten Gründen von einem weiteren Engagement in der Bundesliga absehen möchte. Wir haben uns in Präsidium und Abteilung zur Vereinheitlichung der Vergütungen sehr ausführlich besprochen», sagte er und auch Vizepräsident Wohlfahrt stellte klar: «Es gibt gesetzliche Regelungen, die bei der Vergütung von Sportlern eine Rolle spielen. Die Einhaltung dieser obliegt den Mitgliedsvereinen bilateral mit den Sportlern», betonte er. Die Abteilung Männer wie auch das Präsidium seien daher mehrheitlich zu der Überzeugung gelangt, dass es nicht Aufgabe der DTL sei, für die Vereine solche Rahmenvorgaben einzurichten.

«Dass es am Ende aus Stuttgarter Sicht in diesem Hauptstreitpunkt zu keiner Lösung kam, bedauern wir sehr», sagte Kunze. Der Berliner dankte jedoch Ewald für seinen jahrelangen Einsatz in der Bundesliga. «Wir haben Karsten Ewald immer als engagierte Größe im Verband wahrgenommen, dem kein Weg zu weit und keine Überlegung zu ungewöhnlich schien, um die Liga voranzubringen. Hierfür möchten wir ihm an dieser Stelle noch einmal danken», sagte der DTL-Präsident.