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Turn-Team-Deutschland

Voss balanciert am Balken auf den siebten Platz

13.10.2019 15:38

Lukas Dauser steigt bei der Heim-Weltmeisterschaft in Stuttgart im Finale am Barren ab

Sarah Voss musste als Dritte auf den nur zehn Zentimeter schmalen Grat. Nach souveränem Beginn schlichen sich ein paar Wackler in ihren Vortrag ein; dennoch lag die Kölnerin mit 13,266 Punkten erst einmal auf dem zweiten Platz hinter der Chinesin Li Shijia (14,30). Direkt danach zog allerdings die Europameisterschaftszweite Melanie de Jesus dos Santos mit einem starken Auftritt vorbei, für den sie nach einem Einspruch 13,966 Punkte erhielt. Das reichte nicht, um Titelverteidigerin Liu Tingting (China) abzufangen, die mit 14,433 Punkten in Führung ging. Auch die Amerikanerin Kara Eaker (14,00) setzte sich noch vor die Französin. Doch ihre Teamkollegin Simone Biles schob mit einer souveränen Kür alle nach hinten (15,066), und Voss musste auch noch der letzten Starterin Flavia Saraiva aus Brasilien (13,40) Platz machen.

„Wenn mir jemand vorher gesagt hätte, dass ich hier Siebte am Balken und Zehnte im Mehrkampf werde, hätte ich das nicht geglaubt“, erklärte die 19-Jährige. Erst am Ende ihres letzten Auftritts in der Schleyer-Halle sei ihr so recht bewusst geworden, mit welchen Größen sie in der Entscheidung stand. Dass ihr ein paar Wackler passierten und die D-Note drei Zehntel runterging, sei „menschlich“. Doch immerhin sei sie oben geblieben und konnte Finale und Fans noch einmal richtig genießen.

Dauser zeigt, dass er es eigentlich kann

Lukas Dauser wollte es am Barren wie immer perfekt machen, und es lief auch lange alles gut. Doch beim Makuts machten sich die Beine im Handstand selbstständig, die Banane konnte der Turner nicht halten und musste absteigen. Das bedeutete in einem hochkarätigen Finale mit 13,833 Punkten den achten Platz für den 26 Jahre alten Unterhachinger, der sich trotz eines Mittelhandbruchs und eines Bänderrisses am Fuß so tapfer in WM-Form gekämpft hatte. Der Brite Joe Fraser sicherte sich mit 15,00 Punkten die Goldmedaille.   

„Vorher lief es gut, danach lief es gut, nur in dem Moment lief es nicht“, ärgerte sich der Deutsche, der das problematische Element im Anschluss direkt noch mal sauber gezeigt hatte. „Die Anspannung vorher war noch nie so groß wie bei dieser Heim-WM.“ Jetzt werde er sich erst mal von seiner Familie aufbauen lassen, "auch wenn sie das wahrscheinlich nicht schafft".

Noch ein Titel für Biles

Die spektakuläre Entscheidung der Männer am Sprung gewann zum Auftakt des zweiten Gerätefinaltags Mehrkampf-Weltmeister Nikita Nagornyy (14,966). Der Ukrainer Igor Radivilov hatte mit einem Dragulescu (14,833) und einem Doppel-Tsukahara (14,666) schon gut vorgelegt (14,749). Doch der Mehrkampfzweite Artur Dalaloyan toppte das.  Erst zeigte er einen Jurtschenko mit Dreifachschraube, dann einen gebückten Roche, für die er jeweils 14,933 Punkte erhielt. Wieder machte ihm sein Kumpel Nagornyy Konkurrenz, indem er für seinen Doppelsalto mit halber Schraube ebenfalls 14,933 Zähler erhielt und für seinen gebückten Doppel-Tsukahara sogar 15,00. Der Hongkong-Chinese Shek Wai Hung brachte seinen noch schwereren Doppel-Tsukahara mit Schraube nicht in den Stand (13,933), erhielt aber für seinen gebückten Roche ebenfalls 15 Zähler, was im Mittel 14,466 Punkte und Platz sieben ergab.

Simone Biles rotierte am Boden mit 15,133 Punkten wie erwartet zu Gold und ihrer insgesamt 25. WM-Medaille. Den Schlusspunkt dieser Weltmeisterschaften setzte das Finale am Königsgerät, in dem nach einer attraktiven Flugschau der Brasilianer Arthur Mariano (14,90) ganz oben landete.