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Willkommen beim Deutschen Turner-Bund

Mit Hilfe dieses Menüs können Sie sich im umfangreichen Themenspektrum der DTB-Website orientieren.

Gesellschaftspolitik 

Personalentwicklung

1. Werkstatt-Brief

„Die richtige Person zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle“

1. Werkstatt-Dialog am 19.9.2016 in Göttingen

In einer kleinen, aber äußerst gut informierten und kompetenten Runde diskutierten ca. 20 Teilnehmende über neue Strategien und moderne Strukturen für ein Ehrenamt, von dem auch jüngere Menschen angesprochen werden.

Denn wie stark sich Ehrenamt verändern muss, dass ging aus dem Impulsreferat von Maike Tietjens mit dem Titel „Ehrenamtsentwicklung in der Generation Y“ hervor.
Mobilität, virtuelles Networking, Teamwork in flachen Hierarchien und eigenverantwortliches Handeln mit der Möglichkeit, Neues zu erproben – auch und gerade im Ehrenamt – sind für die Generation Y wichtige Voraussetzungen bei der Übernahme einer ehrenamtlichen Funktion.
Die oft verkrusteten Strukturen in den Vereinen und Verbänden wirken diesen Wünschen entgegen.
Auch die Aussicht auf lange Amtszeiten, nächtliche Sitzungen, die Schwierigkeit Familie, Job und Ehrenamt miteinander zu vereinbaren und Arbeitsüberlastung sind für diese Generation ein Ausschlusskriterium bei der Übernahme eines Ehrenamtes – ganz ähnlich den Forderungen aus Frauenkreisen während der letzten 20 Jahre.


Familien als Zielgruppe fürs Ehrenamt

Dieses Thema wurde von Ulrike Seifert vom Deutschen Alpenverein beleuchtet. Durch ihr Engagement ist das Wandern in Familien zu einem absoluten Erfolg geworden – und eine hervorragende Möglichkeit, Menschen für ein längerfristiges ehrenamtliches Engagement an den Verein/Verband zu binden-
auch wenn die Kinder bereits selbstständig geworden sind. Wesentlich für die Realisierung war das konzeptionelle Umdenken von „das Kind wandert mit“ in „das Kind wandert mit uns“ sowie die Einführung von Gruppenmitgliedschaften.

„Gemeinsam sind wir stark“ Fragen, Thesen, Meinungen

Der 2. Themenblock des 1. Werkstatt-Dialogs „Gemeinsam sind wir stark“ – Erfahrungen im Team, im Tandem und in der Doppelspitze mit Kirsten Abe-Witte fokussierte neue Ansätze in den Strukturen der Sport-Verbände. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie dringend hier Veränderungen nötig sind, um die Generation Y (die heute 20 –35-jährigen) für eine ehrenamtliche Tätigkeit begeistern zu können.

Meinungen, Thesen, Fragen

  • Wie sprechen wir die Generation Y an?

  • Professionelles Ehrenamtsmanagement und „Kümmerer“

  • (Persönliche Ansprache)

  • Flache Hierarchien

  • Das Ehrenamt braucht kurzes und langfristiges Engagement.

  • Das Ehrenamt braucht Transparenz, Partizipation und Feedback-Kultur.

  • Verstärkte Nutzung neuer Medien

  • Wir müssen unsere Kommunikation an den Menschen ausrichten, die wir ansprechen/erreichen wollen.

  • Das Ehrenamt braucht persönliche und virtuelle Netzwerke.

  • Familie muss wieder ins Zentrum der Vereine gerückt werden - für Ehrenamt und Teilhabe.

  • Was den Familien gut tut, kann dem Verein nicht schaden.

  • Ehrenamtliches Engagement hat viele Facetten, Gesichter.

  • Tandems, Teams und Doppelspitzen –Perspektiven fürs Ehrenamt

Fazit:

Das Fazit aus der engagiert geführten Diskussion und den Abschluss-Statements von Ilse Ridder-Melchers, DOSB-Ehrenpräsidentin, Dr. Petra Tzschoppe, DOSB-Vizepräsidentin und Rosel Schleicher, ehem. Präsidentin des hessischen Turnverbands:
„Nur wenn sich die Strukturen im Ehrenamt des organisierten Sports verändern und zwar ganz erheblich, wird es gelingen, Jüngere, aber auch Frauen und Mädchen für Ehrenämter zu begeistern. Viele der Strategien, wie z. B. eine Doppelspitze in der Verbandsführung, projektbezogenes, zeitlich begrenztes Ehrenamt versus lebenslanger Mitarbeit, veränderte Sitzungszeiten und Amtszeitbegrenzungen sind keine neuen Forderungen. Sie wurden von den Frauen in den Führungsämtern des Sports schon seit Jahren gefordert und gelten eben genauso für die Generation Y – allerdings wird der Druck engagierte Menschen zu finden immer größer – und das auf allen Ebenen. Dies könnte aus der Notwendigkeit heraus zu Veränderungen führen!“

2. Werkstatt-Brief

„Flüchtlinge - Chancen für die Vereine?“

2. Werkstatt-Dialog am 10.9.2016 in Göttingen

Waren es beim letzten Werkstatt-Dialog noch ca. 20 Teilnehmende, die nach Göttingen gekommen waren, nahmen am 2. Werkstatt-Dialog zum Thema „Flüchtlinge – Chancen für die Vereine“ 30 äußerst engagierte Menschen aus Verbänden und Vereinen teil.
Das Grußwort von DTB-Vizepräsidentin Maike Tietjens, fokussierte die große Herausforderung einer gelingenden Integration der Menschen mit Fluchterfahrung in den Verbänden und Vereinen und die damit verbundenen Chancen und Möglichkeiten.

Danach folgte als Einstieg ein Info-Teil zum Tagungsthema „Flüchtlinge – Chancen für Vereine“. Der Bereich „Bürokratische Hindernisse – kennen und damit umgehen“ – stellte anschaulich dar, welche Hürden zu umgehen sind und mit welchen Formalitäten zu rechnen ist, wenn Menschen mit Fluchterfahrung als Vereinsmitglieder oder als Mitarbeitende in einem Verein mittun möchten.
Nicht alle Vereins-Mitglieder sind sich immer einig darin, Möglichkeiten wie z. B. die kostenfreie Mitgliedschaft für Menschen mit Fluchterfahrung zu schaffen. Daher ist es gut, die Vereinssatzung oder ein Betragsordnung entsprechend zu kennen, zu ändern oder auch zu nutzen.

Herausforderungen im und an den Sport mit Flüchtlingen

Fatma Keckstein, Direktorin und Frauenreferentin in Deutschen Ju Jutsu und im Hamburgischen Verband, kennt die Herausforderungen, die auf Vereine zukommen, wenn sie sich auf den Weg machen und Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung in das Vereinsgeschehen integrieren wollen.
Viele müssen erst einmal lernen, Vertrauen aufzubauen, viele Dinge, die für uns völlig „normal“ sind, stellen für Menschen mit Fluchterfahrung vor ganz neue Herausforderungen. „Wir können uns das nur ganz schwer vorstellen und nur mit viel Einfühlungsvermögen kann es uns gelingen, die traumatisierten Frauen und Mädchen in unsere Vereine zu integrieren“ so Fatma.


Norbert Rüscher, Koordinator Ehrenamt zur Integration von Flüchtlingen der Stadt Braunschweig, Vize-Präsident des Stadt-Sportbundes Braunschweig, machte deutlich, wie wichtig für eine erfolgreiche Integration und Einbeziehung von Flüchtlingen Kooperationen und Vernetzung mit den örtlichen Akteuren ist. „Der Kontakt zu allen, die sich vor Ort mit dem Thema Flüchtlinge befassen wie runde Tische, regelmäßige Treffen etc. erleichtern die Arbeit und vermeiden die Doppelung von gleichen Hilfsangeboten.
Für die Integration wird ein langer Atem benötigt – nur gemeinsam kann das gelingen“. Norbert Rüscher hat in seiner Powerpointpräsentation auch eine Fülle von Informationen zusammen getragen, die die Arbeit erleichtern.

Meinungen, Thesen, Empfehlungen

  • Meinungen, Thesen, Empfehlungen

  • Alle in Verband und Verein benötigen den gleichen Wissensstand

  • Vernetzung untereinander, Vernetzung stärker koordinieren und Netzwerke als „Markt der Möglichkeiten“ nutzen.

  • Freiwilligenagenturen- und Börsen kontaktieren.

  • Einen Überblick über die bereits erfolgreichen Projekte schaffen.

  • Einen Überblick über die bereits erfolgreichen Projekte schaffen.

  • Eine Willkommenskultur entwickeln – nur damit kann Integration gelingen.

  • Eine Willkommenskultur entwickeln – nur damit kann Integration gelingen.

  • Engagierten auch mal „danke“ sagen für ihr Engagement – Wertschätzung!

  • Flüchtlinge für ehrenamtliche Arbeit gewinnen und qualifizieren.

Fazit:

„Die Integration von Geflüchteten in unser Land ist aktuell und in Zukunft eine wichtige politische und gesellschaftliche Aufgabe. Vereine und Verbände sind gefordert, sich mit dieser Aufgabe auseinanderzusetzen.

Flüchtlinge in den Sportverein aufzunehmen, ist eine Herausforderung, die viel Zeit und Geduld erfordert. Der Anfang scheint relativ einfach. Gestik, Mimik, Sprachversuche und Zeichensprache reichen in der ersten Zeit. Aber wir kann es dem Sport gelingen, auch sprachbildend zu wirken?

Jungen und Männer bietet der Fußball eine erste Orientierung. Für geflüchtete Frauen sind spezielle Angebote gefragt. Für die Kinder bietet das Kinderturnen einen ersten Zugang. Womit muss sich der Vorstand auseinandersetzen? Gesetzliche Bestimmungen sind zu beachten. Muss ich Satzungsänderungen vornehmen? Wie informiere ich die Mitglieder? Soll es ein Patensystem geben? Ein Turn- und Sportverein mit einem ehrenamtlichen Vorstand kann diesen zeitlichen Arbeitsaufwand nur schwer leisten. Hier sollte er sich Verbündete suchen Geflüchtete Frauen, Männer und Kinder sind eine Bereicherung unseres Vereinslebens. Sportvereine dürfen sich die Chance nicht entgehen lassen, sich daran zu beteiligen, diese Menschen in unsere Reihen zu integrieren und sie willkommen zu heißen.