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Sprossenwand - Magazin im DTB

Prävention

Jeder Verein steht in der Verantwortung seinen Mitgliedern gegenüber, die er um keinen Preis aufgeben darf. Um im Voraus gegen Gewalt vorgehen zu können, wird jedem Verein geraten, ein auf dessen Bedürfnisse zugeschnittenes Präventionskonzept zu etablieren. Oft genug wird das Thema Schutz vor Gewalt im Sport nicht ernst genug genommen, die Problematik verharmlost oder gar ganz verschwiegen. Doch damit ist den Opfern nicht geholfen. Folgende vier Punkte sind erste wichtige präventive Handlungsschritte: 

  • Jegliche Gewalt enttabuisieren

    Es ist essentiell wichtig, dass im Verein ein Problembewusstsein über jegliche Formen von Gewalt herrscht, um entsprechende Situationen zu erkennen und dementsprechend darauf reagieren zu können. Je besser das Thema im Verein kommuniziert wird, desto einfacher ist es für Betroffene, sich jemandem anzuvertrauen. Dies wiederum hat zur Folge, dass potenzielle Täter abgeschreckt werden. 
    Mit einem systematischen Präventionskonzept haben Übungsleiter*innen mehr Handlungssicherheit im Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Sportverein.

  • Wissen und Handlungskompetenzen entwickeln

    Eine kontinuierliche Kommunikation dieser Thematik ist grundlegend für eine gelungene Prävention im Sportverein. Das bedeutet im Konkreten, dass Übungsleiter*innen regelmäßig das Thema "Gewalt" bei Vereinssitzungen ansprechen sollen, um die Wichtigkeit zu verdeutlichen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit für jeden Verein, eine vereinsinterne Qualifizierung mit Referenten*innen kommunaler Präventionsstellen oder der örtlichen Polizeikommissariate durchzuführen. Haben einige Mitarbeiter*innen eine solche interne Qualifizierung bereits gemacht, können sie darüber hinaus noch an weiteren externen Fortbildungen zu diesem Thema teilnehmen.

  • Sportliche Aktivitäten transparent gestalten

    Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, den gesamten Sportbetrieb transparent zu halten. Gerade das Stichwort Teamarbeit hilft, um eine "offene Sportstunde" zu gestalten. Diese Durchsichtigkeit hat auch in Zusammenarbeit mit den Eltern einen hohen Stellenwert. Eltern soll immer gewährleistet sein, dass sie während der Übungsstunden ihrer Kinder anwesend sein dürfen. Damit jedoch auch die Übungsleiter*innen Verhaltenssicherheit im Umgang mit Kindern und Jugendlichen entwickeln, ist es sinnvoll, einen gemeinsamen Verhaltensleitfaden aufzustellen. Dieses Regelwerk sollte gemeinsam in der Gruppe erarbeitet und regelmäßig überarbeitet werden.

  • Kinder stärken

    Nicht alle Kinder kennen ihre Rechte. Daher sollten Mitarbeiter*innen des Sportvereins bei Gelegenheit mit den Kindern über ihre Rechte auf Gewaltfreiheit und sexuelle Selbstbestimmung sprechen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass zwischen Kindern und Jugendlichen und den Mitarbeitern*innen des Vereins ein vertrauliches Verhältnis besteht, denn es sollte für sie kein Problem sein, um Hilfe und Rat zu fragen. Dazu gehört allerdings auch, dass die Stimme der jungen Menschen gehört und ernst genommen werden muss.