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Kinderturnen

Bewegung als (über)-lebenswichtig anerkennen

05.07.2021 17:53

In der DTB Denkfabrik Kinderturnen, die am 5. Juli via YouTube Livestream durchgeführt wurde, war sich das Plenum über die Forderung von strukturellen Rahmenbedingungen im Kinderturnen und Bürokratieabbau für Vereine einig.

Symbolbild Kinderturn-Club Falkensee
Symbolbild Kinderturn-Club Falkensee

Für Kinder hat sich alles auf den Kopf gestellt

Mit Behzad Borhani (BÜNDNIS 90/Die Grünen), Falko Mohrs (MdB, SPD-Abgeordneter für Helmstedt / Wolfsburg, Boldecker Land / Brome), Kerstin Holze (Vorsitzende der Deutschen Kinderturn-Stiftung und Kinderärztin) und Wiebke Glischinski (Vorsitzende Deutsche Turnerjugend, Senior HR der Deutschen Bahn) diskutierte Moderator Rainer Schmidt über die Möglichkeiten, die verlorene Zeit der Kinder und Jugendlichen wieder aufzuholen. Dabei betonte Kerstin Holze, dass aus Kinderaugen das letzte Jahr eine sehr lange Zeit war, die einen Abbruch ihrer normalen Entwicklung darstellt und „Kinder keine Medizin, sondern Bewegung brauchen". "Es gibt für Kinder ein Goldenes Zeitalter der Bewegung, das jetzt aufgeholt werden muss", forderte Holze.

Borhani sieht den Sport in der Kindheit als elementare gesellschaftliche Aufgabe an: „Bewegungsangebote müssen für die Kinder bewahrt werden." Für den Grünen-Politiker war das einschneidenste Erlebnis die abgesperrten Spielplätze in der Corona-Zeit. „Das war ein Grund in die Politik zu gehen." Für Behzad Borhani geht es im Vereinssport auch um Wertschätzung und er stellt die Frage, ob die Aufteilung so richtig sei, dass Breitensport nur von den Ländern umgesetzt wird und nicht vom Bund.

Für Falko Mohrs ist die Kindergrundsicherung ein Herzensprojekt. „Jedes Kind braucht das, was ein Kind zum Leben braucht. Diejenigen die am wenigsten Einkommen haben, bekommen die meiste Unterstützung und die Beteiligungsformate für Vereine sowie die Infrastruktur für Sport und Bewegung müssen sich verbessern, denn all das ist Teilhabe", so Mohr.

Bei der Diskussion um das Aktionsprogramm der Bundesregierung "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche", das 2 Mrd. Euro bereithält, stellte Moderator Schmidt die Frage, ob es gerecht sei, dass für den Vereinssport gerade mal 50 Mio. vorgesehen sind. Während Mohrs sich glücklich schätzte, solch eine Summer überhaupt im Bereich für Kinder- und Jugendbildung bereit gestellt zu haben, forderte Holze mehr, betont jedoch, dass es nicht nur um Geld geht, sondern dass Kinderrechte ins Grundgesetzt mit aufgenommen werden müssen, was für Zustimmung aller Beteiligten sorgte.

Als Fazit fasste Wiebke Glischinski die Forderungen zusammen: „Es muss einen politischen Willen geben, sich auf den kommenden Herbst auf die Ausbreitung der Delta-Variante vorzubereiten, Konzepte zu leben und dafür zu sorgen, dass nicht die ungeimpften Kinder und Jugendlichen unter einer weiteren Welle leiden". Weiterhin forderte die Vorsitzende der DTJ das Förderprogramm für Bewegungsangebote auszubauen und finanziell zu unterstützen sowie die Kinderrechte ins Grundgesetz zu bringen, damit die Kinder auch ohne Lobby geschützt werden.

Borhanis möchte sich dafür einsetzen, dass die Politik „die Bewegung als (über)-lebenswichtig anerkennt" und Falko Mohr schloss ab mit den Absichten, die strukturellen Rahmenbedingungen für Vereine zu verbessern und den Bürokratieabbau anzugehen.

Die gesamte Diskussion ist im Re-Livestream zu sehen.