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DTB News

Hinter den Kulissen von "Die Finals 2022"

23.06.2022 14:22

Die ehrenamtlichen Helfer*innen in der Max-Schmeling Halle

Wolfgang Willam (5.v.r.) mit dem Aufbauteam | Bildquelle: DTB Laura Mainusch

"Die Finals 2022" sind mittlerweile in der Max-Schmeling Halle in vollem Gange und die Athlet*innen kämpfen um die Meistertitel. Damit alles glatt über die Bühne geht, sind während der Finals über 160 Helfer*innen eine Woche lang im Einsatz. Doch wer sind diese Helfer*innen, die hinter den Kulissen zumeist ehrenamtlich schuften? Ein bekanntes Gesicht ist Wolfgang Willam, der langjährige Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes, früher stets in Anzug und Krawatte zu sehen, trug er am Montag eher Stahlkappenschuhe und Arbeitshandschuhe.

Von 1995 bis 2021 war der 66-Jährige als Sportdirektor des DTB tätig. Von 2004 bis 2016 gehörte er zudem dem Exekutivkomitee des Internationalen Turnerbundes (FIG) an und prägte so maßgeblich die internationalen Entwicklungen im Turnen mit. Bei unzähligen internationalen Wettkämpfen war er auf der ganzen Welt im Einsatz. Nun ist er bei den Finals 2022 wieder mit dabei, aber diesmal als Helfer im Auf- und Abbau-Team.

Warum er dabei ist? Als eine Art Selbstreflexion
Bei früheren Großveranstaltungen des DTB wie Deutsche Meisterschaften habe er damals schon immer die Organisator*innen "drangsaliert" mit der Forderung nach einem Podium, wie er selbst zugibt. Als Gegenargumente habe er häufig zu hören bekommen, dass es teuer sei und dass es ein ungemeiner Aufwand wäre, so ein Podium in eine Halle zu stellen. Trotzdem habe er immer drauf bestanden, da es zum einem eine starke Funktion für die Sportler*innen besitzt und zum anderen bei der Übertragung im Fernsehen für die Zuschauer*innen viel ansprechender ist. Diese Debatten blieben bei dem nun in Berlin Ansässigen haften und darum entschied er sich, der Sache selbst auf dem Grund zu gehen.

Das Fazit - der Aufwand ist tatsächlich sehr groß
Es war ein "knüppelharter Tag", welcher sich auch noch danach muskulär deutlich bemerkbar gemacht habe. "Aber es ist die Erfahrung absolut wert. Das Kennenlernen und das zwischenmenschliche Miteinander waren etwas ganz Besonderes, gerade aufgrund der internationalen Vielfalt", sagte Willam über die anderen Helfer*innen, die teilweise aus den unterschiedlichsten Ecken Europas kamen und bereits an vielen Großveranstaltungen mitgewirkt haben. Als dann auch noch Führungskräfte des Berliner Turn- und Freizeitsport-Bundes (BTFB) mit anpackten, war es für ihn, als würde die Turnfamilie zusammenkommen, "um den ersten Teil von etwas Großem zu leisten".

"Die Finals" sind für Willam ein ganz besonderes Format
Als "DTB-Urgestein" hat der gebürtige Niedersachse von der Planung bis zur Entstehung der Finals alles mitbekommen. So verriet er, dass es ein Jahrzehnt gedauert habe, bis die ersten Finals 2019 in Berlin stattgefunden haben. Die Gedanken, ein Pendant zum deutschen Wintersportblock zu entwickeln, gab es jedoch schon viel länger. "Nun unmittelbar mitzubekommen, welchen Aufwind das Format bekommt, freut mich ganz besonders", so Willam. Gerade der Zuwachs bei den teilnehmenden Sportarten beobachtet er begeistert. So finden in diesem Jahr auch zum ersten Mal die deutschen Meisterschaften im Trampolinturnen, im Rahmen der Finals, statt. Damit sei jetzt auch die olympische Familie des DTB komplett.

Mit Freude blickt Willam nun darauf in den kommenden Tagen die alten Kolleg*innen des Turnens wiederzusehen und sich die Wettkämpfe in Ruhe anzuschauen, bevor es dann auch für ihn wieder heißt, das Podium abzubauen. Bis dahin wird auch der Muskelkater sicherlich verflogen sein.