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Rhythmische Sportgymnastik

Die Freude an der Rhythmischen Sportgymnastik

29.06.2022 10:06

Die älteste Gymnastin über "Die Finals 2022"

Andra Günnemann bei den Finals 2022 | Bildquelle: Minkusimages
Andra Günnemann bei den Finals 2022 | Bildquelle: Minkusimages

Wenn man mit der Bremerin Andra Günnemann spricht, spürt man ganz genau ihre Liebe für den Sport, den sie jetzt schon mehr als 20 Jahre betreibt. Mit fünf Jahren habe sie mit der Rhythmischen Sportgymnastik begonnen, nun ist sie mit 27 Jahren die älteste Teilnehmerin des Feldes bei den Finals im Einzel.

Sie sei auch schon immer eine der größten Teilnehmerinnen gewesen, dass sie nun auch die Älteste sei, störe sie wenig. Obwohl sie es manchmal schon beneidenswert finde, wenn sie sieht, wie die jungen Mädchen mit Leichtigkeit ihren Überspagat präsentieren. "Da wünscht man sich schon wieder etwas jünger zu sein, da war alles ein wenig einfacher mit der Dehnung und man hatte ja doch noch etwas mehr Energie", erinnert sie sich lachend. Aber das Alter bringe auch seine Vorteile: "Ich mache mir nicht mehr so den Druck. Ich kann dann einfach mehr den Wettkampf und die Atmosphäre genießen."

Die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften war für Andra Günnemann bisher das Highlight des Jahres, da sie nicht wirklich damit gerechnet habe. Vergangenes Jahr hat die Gymnastin des TV Eiche Horn "nur" mit der Gruppe an den Finals teilgenommen. Ihre Entscheidung, an den Qualifikationen für die Einzelmeisterschaft teilzunehmen, bezeichnet sie daher als recht spontan. "Ich wollte es einfach noch mal versuchen", meinte Günnemann bescheiden. Durch das entfallene Gruppentraining fiel der Junior Project Controllerin die Entscheidung deutlich leichter, sich neben dem Job auf die Einzel-DM vorzubereiten. Denn das Team von 1860 Bremen, welches im Vorjahr noch knapp die Goldmedaille verpasste, nahm in diesem Jahr nicht an den Finals teil. Die Extrazeit habe ihr dann zwar gut gepasst, jedoch vermisste sie das Teamgefühl im Training.

Aber das trübte nicht im Geringsten die Freude an der Teilnahme bei den Finals. Allein der Ausblick auf einen Auftritt auf einem Podium, dazu die Beleuchtung und die Technik, die aufgeboten wird, machte das Ganze zu einem besonderen Erlebnis. Die Medienpräsenz sei ebenfalls etwas Außergewöhnliches für sie gewesen, vor allem mit dem Livestream. "Der Rhythmischen Sportgymnastik wird so eine ganz andere Plattform geboten," so die 27-Jährige. Früher habe zum Beispiel kaum einer gewusst, wann die Meisterschaften in der Sportart stattfinden.

Ein wenig schade findet Andra jedoch, dass die alten Zeiten, als man mit der gesamten Abteilung zu den Deutschen Meisterschaften gefahren ist, vorbei zu sein scheinen. "Von den Minis bis hin zu den Senioren, alle in einem Bus unterwegs zu den Deutschen Meisterschaften. Das war schon was", lachte die Gymnastin, die am Bundesstützpunkt in Bremen trainiert. Jedoch machte die Stimmung in der großen Halle, mit Moderation und der einzigartigen Atmosphäre, alles wieder wett.

Auf die Frage, was die sportliche Zukunft für sie bereithält, ist sie sich sicher: Zum Aufhören ist sie noch nicht bereit. Aber was genau das bedeutet, weiß sie noch nicht. "Da muss man schauen, was sich noch so ergibt." Vielleicht konzentriere sie sich auf ihre Rolle in der Mannschaft, ob es dann auch zu den Finals geht oder sie nur in der Bundesliga starte, das müsse man dann sehen.

Und wer weiß, vielleicht sehen wir die dann 28 Jahre alte Bremerin auch im nächsten Jahr wieder bei den Finals im Einzelwettkampf.