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Verband

Sport kann Veränderungen anstoßen und Zeichen setzen

15.06.2022 15:06

DTB-Vizepräsident Martin Hartmann diskutiert mit Innenministerin Faeser auf Konferenz zum Thema "Sport und Menschenrechte“

Faeser, Amtsberg, Weikert und Hartmann (v.l.) | Foto: Picture Alliance
Faeser, Amtsberg, Weikert und Hartmann (v.l.) | Foto: Picture Alliance

Am Dienstag (14.06.2022) veranstaltete das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe eine Konferenz zum Thema "Sport und Menschenrechte".

Neben Bundesinnenministerin Nancy Faeser nahmen auch DOSB-Präsident Thomas Weikert und DTB-Vizepräsident Martin Hartmann sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter nationaler und internationaler Sportverbände und die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Luise Amtsberg teil.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser forderte aus den schweren Menschenrechtsverletzungen wie in China, für künftige Topevents des Sports Konsequenzen zu ziehen. "Der Sport allein kann Menschenrechtsverletzungen nicht beseitigen. Aber er kann sich mit seiner weltweiten Popularität für Verbesserungen stark machen", so Faeser.

Martin Hartmann stellte als Vertreter für den DTB das Projekt "Leistung mit Respekt" vor und erläuterte den breit aufgestellten und transparenten Prozess im DTB mit mehreren Foren, einem Beirat und sieben Arbeitsgruppen. "Es ist für mich als Vertreter eines bundesweiten Sportfachverbandes mit über 4,6 Millionen Mitgliedern die oberste Pflicht, sicherzustellen, dass wir alles tun um Gewalt in jeglicher Form in unserem Verband zu verhindern und bereits erste Anzeichen ernst zu nehmen und zu intervenieren“, so Hartmann.

Die Achtung der Menschenrechte müsse sich im Tagesgeschäft des Sports widerspiegeln – auch in Deutschland, erklärte die Innenministerin. Deshalb schaffe man gemeinsam mit den Ländern und Sportverbänden ein Zentrum Safe Sport für sicheren und gewaltfreien Sport. Eine Einrichtung, die der DTB sehr unterstützt und bereits seit geraumer Zeit durch die Politik einforderte. "Wir sind davon überzeugt, dass dies der richtige Weg ist. Wir wissen jedoch aus eigener Erfahrung, dass es bis zu einer wirklichen Kultur- Strukturveränderung weit ist und nur über eine systemische Betrachtung des Sports führt", sagte Martin Hartmann über die unabhängige Ansprechstelle für Betroffene aber auch mit Blick auf das DTB-Projekt "Leistung mit Respekt".

Anlass für die Konferenz waren nicht zuletzt die Olympischen und Paralympischen Winterspiele sowie die bevorstehende Fußball-WM, die wegen der Menschenrechtslage in den beiden Ausrichterländern China und Katar seit Jahren Gegenstand einer intensiven öffentlichen Debatte sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bereichen Sport, Politik, Zivilgesellschaft und Medien diskutierten mit Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland darüber, wie insbesondere den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte im Sport künftig stärker Rechnung getragen werden kann.

Dabei wurde deutlich, dass sich das Thema Menschenrechte nicht nur bei herausragenden Sportgroßveranstaltungen im Ausland stellt. Auch der Sport und die Sportpolitik in Deutschland stehen in der Verantwortung. Die Schaffung einer zentralen Einrichtung für sicheren und gewaltfreien Sport ist hingegen ein Handlungsauftrag des Koalitionsvertrages. Noch in diesem Jahr soll eine unabhängige Ansprechstelle für die Erstberatung von Betroffenen eingerichtet werden.