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Sprossenwand - Magazin im DTB

Turnerjugend

Parkour, Motorsport und Geschlechtergleichstellung

06.12.2022 14:47

Gemeinsames Workshop-Wochenende in Blossin

Gruppenarbeit am Workshop-Wochenende | Bildquelle: Dominik Horn
Gruppenarbeit am Workshop-Wochenende | Bildquelle: Dominik Horn

Vom 25. bis zum 27. November trafen sich das Juniorteam der Deutschen Turnerjugend (Tuju-Team), das Juniorteam der Deutschen Motorsportjugend (dmsj-VoIunteam) und das Juniorteam der gestgebenden Brandenburgischen Sportjugend im Jugendbildungszentrum Blossin. Anlass war ein Kooperationsworkshop zum Thema "Geschlechtergleichheit im Sport".

Der Fokus des Workshops lag auf der Frage: Warum werden die Angebote der Deutschen Motorsportjugend für junge Engagierte überwiegend von männlichen Teilnehmenden wahrgenommen und die der Deutschen Turnerjugend überwiegend von weiblichen Teilnehmenden. Ziel war es, die jeweiligen Angebote zu analysieren und gemeinsam mögliche Strategien und Lösungsansätze zu finden, um das Verhältnis bei künftigen Veranstaltungen ausgeglichener zu gestalten.

Zunächst wurden die unterschiedlichen Organisationsstrukturen und deren Angebote für junge Engagierte vorgestellt. Im Anschluss folgten Praxis-Workshops zur Sportart Parkour aus dem Turnen und zum Kart-Sport aus dem Motorsport-Bereich. In der Theorie-Phase wurden verschiedene Sportarten und deren Image in Bezug auf Geschlechterklischees verglichen und mögliche Gründe untersucht. Es wurden Charakteristika für gelungene Angebote für junge Engagierte erarbeitet und die jeweiligen Zielgruppen näher beschrieben.

Die teilnehmenden Mitglieder der verschiedenen Juniorteams waren sich einig, dass es zukünftig insbesondere gezielterer Öffentlichkeitsarbeit bedarf, um das Geschlechterverhältnis der teilnehmenden jungen Engagierten positiv zu verändern. Als ein möglicher Ansatz wurden Aktionstage außerhalb des üblichen Umfelds der Sportart z.B. auf öffentlichen Plätzen als unverbindliche Angebote besprochen. Außerdem könnten bestehende Sportart spezifische Geschlechterklischees gezielt zur Werbung eingesetzt werden. Eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung spielen auch die bekannten Gesichter und Vorbilder sowie eine vielfältige Darstellung der jeweiligen Sportart auf Social Media. Mehr gemeinsame Veranstaltungen von Sportverbänden, auch über Landes- bzw. Bundesebene hinweg werden als geeignetes Mittel herausgestellt, um gegenseitige Aufmerksamkeit zu erreichen und nutzen zu können.

Entwicklung von Social Media Konzepten und Material, das dazu beitragen soll, Probleme im Bereich Respekt, Toleranz und Vielfalt sichtbar zu machen und Lösungsansätze aufzuzeigen. Dabei wurden viele Ideen zu möglichen Logos oder Initiativen entwickelt, die uns richtungsweisend begleiten werden. Neben dem Besuch des "Geschichtsort Adlerwerke" in Frankfurt am Main, wo die Teilnehmer*innen vieles über Zwangsarbeit und die Zustände im früheren KZ-Katzbach lernten, stand auch der Besuch der Deutschen Rallycross Meisterschaften in Schlüchtern auf der Agenda.

Dort wurde vom Inklusionsmanager Gernot Müschenborn erläutert, welche Ideen er in seinem Projekt "Event-Inklusionsmanager*in im Sport" des DOSB bereits umgesetzt hat und welche es noch gilt, in Angriff zu nehmen. So erfuhr die Gruppe, dass bereits die Website barrierefrei umgestaltet wurde, sodass jeder leicht Zugang zu Informationen erhalten kann. Weiterhin wurden die jungen Engagierten über die Grundlagen und aktuellen Maßnahmen von Inklusion im Motorsport informiert, was in einer ausgiebigen Frage- und Diskussionsrunde endete. Abschließend trotzten die Teilnehmer*innen Wind und Wetter und schauten gemeinschaftlich die Finalläufe des siebten Lauf der DRX an, bevor sie wieder die Heimreise antraten.