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DTB News

Forderung an die Politik

16.11.2020 18:30

DTB und Landesturnverbände für eine modulare Öffnung der Sporträume

Corona-Hygiene | Bildquelle: Pixabay
Corona-Hygiene | Bildquelle: Pixabay

Der Deutsche Turner-Bund und seine Landesturnverbände haben auf der Hauptausschuss-Sitzung am Samstag (14.11.2020) eine gemeinsame Erklärung zur aktuellen Pandemie-Situation in den Turn- und Sportvereinen abgegeben, verbunden mit einer klaren Forderung an die Politik.

Demnach akzeptiert der Gesamt-Verband den Beschluss von Bund und Ländern vom 28. Oktober 2020 zur Bekämpfung des Corona-Virus grundsätzlich, setzt sich aber für eine differenzierte Betrachtung der Vereinsangebote und für eine pandemieangepasste, modulare Öffnung der Sporträume ein.

„Wir wollen und müssen unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und sehen die Pandemie-Bekämpfung als oberstes Ziel an. Der Sport kann und soll hierzu seinen Teil beitragen. Wir sind davon überzeugt und haben gute Argumente dafür, dass dies am besten zu leisten ist, wenn angepasste Bewegungsangebote in unseren Vereinen möglich sind und unsere Vereinsangebote nicht komplett eingestellt werden“, erklärte DTB-Präsident Dr. Alfons Hölzl.

Der DTB als zweitgrößter Spitzensportverband wird mit seinen 18.000 Turn- und Sportvereinen nach dem aktuellen Beschluss der Politik pauschal mit anderen Freizeiteinrichtungen gleichgestellt und entsprechend der Vereinssport untersagt. Dieser ist jedoch mehr als Freizeitvergnügen, wie auch der Sportentwicklungsbericht regelmäßig deutlich macht. Als gesellschaftspolitische Kraft, Gesundheitsförderer, Integrationsleister und Wirtschaftsfaktor ist Sport insbesondere ein Bestandteil der Bildung.

Nachgewiesen ist, dass sich Kinder und Jugendliche im Alltag nicht ausreichend bewegen, worunter die körperliche und seelische Gesundheit massiv leidet. Deshalb unterstützt der DTB als größter Kinder- und Jugendsportfachverband die Überlegungen, den Schulsport mit dem Vereinssport gleichzusetzen. „Dabei erwarten wir, dass der Schulsport tatsächlich durchgeführt wird. Den Kindern und Jugendlichen muss in der Zeit der COVID-19-Pandemie ermöglicht werden, sicher und angeleitet ihrem Bewegungsdrang nachzukommen“, so Hölzl. Die Landesturnverbände sind gemeinsam mit dem DTB der Auffassung, dass die Schul- und Vereinsangebote sicherer sind als mögliche unkontrollierte Zusammenkünfte von Kindern und Jugendlichen in ihrer Freizeit.

Bei Erwachsenen stärken die körperlichen und psycho-sozialen Gesundheitswirkungen des Sports die Fitness wie auch die Immunfunktion und auch die Insulinsensitivität. Zudem heben Sport und Bewegung die individuelle Stimmung und vertiefen Freundschaften. Diese Wirkmechanismen sind für eine gesunde und aktive Gesellschaft von großer Bedeutung. Dies gilt vor allem in der Pandemie-Zeit.

Die COVID-19-Pandemie wird enorme Folgewirkungen auch auf den organisierten Sport haben – in allen Bereichen: Sei es die Bindung von Mitgliedern, die Gestaltung des Ehrenamtes oder die Veränderung des Vereinsalltages durch die Digitalisierungsphänomene. Um die Verbände und Vereine zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, den anstehenden Herausforderungen zu begegnen, hat der DTB die „DTB Denkfabrik“ initiiert. Eine Onlinereihe mit verschiedenen Formaten, die sich mit Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des organisierten Sports im Schatten von Corona beschäftigt.

Dass der Leistungssportbetrieb weitestgehend gesichert ist und Profisportveranstaltungen weiterhin stattfinden können, begrüßen der DTB und die Landesverbände. Dennoch kann der Verband aktuell keine Veranstaltungen austragen. Die Spitzenathletinnen und -athleten des DTB sind deshalb in der Ausübung ihrer leistungssportlichen Karriere eingeschränkt. Der DTB hat sich maßgeblich an der Erarbeitung des TÜV geprüften DOSB-Hygienekonzeptes beteiligt und gemeinsam mit vielen Sportverbänden bewiesen, dass Spitzensportveranstaltungen auf Basis von Hygienekonzepten sicher durchgeführt werden können.

Die Forderungen an die Politik lauten deshalb:

  • Die Angebote in den Kindergärten, Schulen und Gemeinden nicht weiter herunterfahren und verbieten, sondern stattdessen mit Hilfe der seit dem 1. Lockdown in den Vereinen aufgebauten Expertise stärken und ausbauen. Mit differenzierten Lösungen und schlüssigen Konzepten soll organisiertes Sporttreiben möglich sein.
  • Darüber hinaus sollen für Kinder- und Jugendliche weiterhin Vereinsangebote und Schulsport als Teil der Bildung und auf Basis von Hygienekonzepten bestehen.
  • Für Erwachsene, insbesondere Ältere, gilt es auf Basis von Hygienekonzepten gezielt Sportangebote offen zu halten, um gesundheitliche Folgewirkungen und Vereinsamung abzuwenden.
  • Nach Öffnung der Vereinssportangebote ist eine regionale Wettkampfdurchführung und darauf aufbauende bundesweite Zulassung von Meisterschaften jenseits des Profisports unter Einhaltung der Hygienekonzepte zuzulassen.