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Turn-Team Deutschland

Leah Grießer beendet Turnkarriere

03.05.2021 11:31

Voller Fokus auf das Studium.

Leah Grießer | Foto: Minkusimages
Leah Grießer | Foto: Minkusimages

Leah Grießer von der TG Karlsruhe-Söllingen hat ihre internationale Turnkarriere beendet. Das bestätigte die Karlsruherin kürzlich in einem Interview der Badischen Neuesten Nachrichten. Die 22 Jahre alte Medizinstudentin will ab sofort den Fokus voll auf ihr Studium legen. "Die endgültige Entscheidung habe ich nach bestandener Prüfung zum ersten Staatsexamen Ende März getroffen. Bis dahin hatte ich mir die Option offen gelassen, noch einmal Wettkämpfe anzupeilen. Aber auch aufgrund der Corona-Auswirkungen wäre das dieses Jahr nicht mehr so attraktiv gewesen", erklärte sie. Das große Ziel Olympia in Rio de Janeiro hätte sie 2016 fast geschafft. Letztlich fuhr dann jedoch ihre Freundin und Teamkollegin Pauline Tratz zum Zuckerhut. "Ich bin auch ohne Olympia-Teilnahme mit meiner Karriere im Reinen. Ich durfte an so vielen großen Wettkämpfen teilnehmen und habe durch das Turnen sehr viel erlebt und auch gelernt. Nein, wirklich, rückblickend kann ich sagen: Mir fehlt nichts", sagte sie. Und in den KRK-Turnerinnen Tratz und Maike Enderle habe sie im Turnen "Freundinnen fürs Leben" gewonnen.
Leah Grießer feiert ihre Silbermedaille bei den European Games in Baku (AZE).

Fragt man sie nach dem Highlight ihrer Karriere, kommt ihr sofort das Jahr 2018 in den Sinn. Denn danach wurde sie nach einer mehrmonatigen Auszeit und einem ausgedehnten Urlaub in Australien und Neuseeland in Leipzig deutsche Meisterin am Boden. Der zusätzliche Lohn: Die Teilnahme an der WM in Doha/Katar und der Einzug dort ins Teamfinale. "Aber auch die European Games 2015 in Baku waren eine großartige Erfahrung", erinnert sie sich. Zuletzt sei ihr aber auch immer stärker bewusst geworden, dass sie eigentlich nicht der Wettkampftyp sei. "Ich turne super gerne. Aber Wettkämpfe habe ich eher als Stress wahrgenommen. Generell hat mir die tägliche Trainingsarbeit die größte Freude gebracht", verriet sie.

Auch zur aktuellen Diskussion um Trainer*innen und Trainingsmethoden hat Grießer am Ende ihrer Karriere eine Meinung entwickelt. "Zwischen Trainern und Athleten sollte es eine vertrauensvolle Beziehung auf Augenhöhe geben. Sinnvoll wäre auf jeden Fall zudem, das Startalter für die großen internationalen Wettkämpfe um zwei Jahre auf dann 18 anzuheben", ist sie überzeugt.