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Faustball

Sportarten im Blick: Faustball

10.02.2021 08:00

So klein und zunächst unbekannt die älteste Ballsportart der Welt erscheinen mag, so groß und emotionsvoll ist die Freude am Sport.

Faustball beim Turnfest | Bildquelle: Turnfestfotos.de
Faustball beim Turnfest | Bildquelle: Turnfestfotos.de

Ein bisschen Volleyball, einen kleinen Schuss Fußball und die Stimmung bei Turnieren und Meisterschaften wie beim Eishockey. So könnte vielleicht das Rezept aussehen, das sich ein Neuankömmling in der Sportart Faustball notieren würde.

Doch der pure Vergleich mit anderen populären Sportarten wird dem Faustball, als älteste Ballsportart der Welt, nicht gerecht. Mit Voraussetzungen wie Athletik, Dynamik, Kraft, Ausdauer, Ballgefühl und Teamgeist fordert sie den mehr als 30.000 Aktiven in Deutschland einiges ab.

Im fünf gegen fünf stehen sich die gegnerischen Mannschaften, im Sommer auf dem Sportplatz, im Winter in der Halle, gegenüber. Dabei trennt sie ein Band, dass das 20 x 50 Meter große Spielfeld in zwei Teamfelder teilt. Nur in einem Punkt scheint der Vergleich zu Volleyball gegeben: In der Kontaktlosigkeit zum Gegner. Den Faustballsport daher als „Lifetime-Sportart“ zu bezeichnen wird ihm mehr als gerecht. Die Jüngsten lernen die Bewegungen und das Ball-Handling bereits ab dem vierten Lebensjahr, bevor sie in der U8-Mannschaft ihre ersten Turniere bestreiten. Doch auch auf der anderen Seite der Altersskala bestreiten die Spielerinnen und Spieler der Altersklasse 60+ hoch ambitioniert ihre Kämpfe um deutsche Meistertitel oder nehmen auf höchstem Niveau an den Weltseniorenspielen teil.

Ballwechsel mit bis zu 140 km/h

Mit einem Blick auf die Eigenschaften und Regeln der Sportart erübrigt sich jeder weitere Vergleich. Mit bis zu 140 km/h zischt der Ball über das Spielfeld hinweg, während die Teams versuchen diesen so im gegnerischen Feld zu platzieren, dass er für den Gegner nicht mehr spielbar ist. Dabei wird der Ball mit der Innenseite des ausgestreckten Unterarms gespielt oder mit der Faust geschlagen. Pro Spielzug darf der Ball von maximal drei unterschiedlichen Spieler*innen berührt werden und zwischen jeder Ballberührung einmal auf dem Boden aufspringen.

Seit 1870 wird in Deutschland Faustball gespielt und das sehr erfolgreich: Insgesamt neun Weltmeistertitel in Folge sicherten sich die deutschen Männer zwischen 1968 und 1995, bevor in den nachfolgenden Jahren Brasilien und Österreich siegreich waren. Doch Faustball wäre keine deutsche Domäne, würden die Athletinnen und Athleten nach der Einführung der Frauen-Weltmeisterschaft 1994 und der U18-Mannschaften in 2003 nicht auch derzeit mit insgesamt 28 WM-Goldmedaillen an der Weltspitze stehen.

Als Teil der Turn-Sportarten im DTB ist der Spielbetrieb dennoch durch die Deutsche Faustball-Liga (DFBL) selbstständig organisiert. Nicht nur auf Turnfesten und nationalen Ebenen erfreut sich der Faustballsport einer stetig wachsenden Gemeinschaft. Zuletzt beantragten auch eher exotische Nationen wie Samoa, Haiti und Hongkong die Aufnahme in den Internationalen Faustballverband (International Fistball Association).

Premiere der Faustballerinnen im Rahmen der World Games 2022

Mit dem Blick auf die kommenden Jahre heißt es für die große Fangemeinde: Stimmbänder ölen. Denn zum ersten Mal in der Geschichte der World Games werden 2022 neben den Männern auch die Frauen ihr Können in der Weltspitze unter Beweis stellen. Doch nicht nur auf das kommende Jahr herrscht große Vorfreude, auch auf 2023 wird hin gefiebert. Nach 1972 und 1982 ist Deutschland in zwei Jahren erneut Gastgeber der Weltmeisterschaft und hat die Chance vor 12.000 Zuschauern in der SAP Arena in Mannheim auch den nächsten Weltmeistertitel zu erspielen.

Weitere Informationen zum Faustball: