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Frau nach Sport | Bildquelle: AdobeStock

 

Covid 19: Return to Sport

Tipps und Handlungsempfehlungen im Umgang mit Long-COVID

Die Covid-19-Pandemie hat in den letzten zweieinhalb Jahren das Leben aller in vielerlei Hinsicht auf den Kopf gestellt. Während sich jedoch das Sporttreiben in den Vereinen allmählich wieder normalisiert, bleibt die Frage, wie mit einer überstandenen Infektion in Hinblick auf Sport umzugehen ist. Viele Menschen haben den Infekt bereits mindestens einmal gehabt, wobei die Bandbreite von sehr leichten bis zu dramatischen Verläufen groß ist. Die Gesundheit und die Teilhabe am normalen Leben wiederherzustellen und den Betroffenen den (Wieder-)Einstieg gut zu ermöglichen, wird immer wichtiger und gehört zu den Herausforderungen, denen sich Sportvereine stellen müssen. Für Vereine und deren Übungsleitende ist es daher essenziell, sich mit dem Krankheitsbild auszukennen und zu wissen, was es bei diesen Personen zu beachten gibt und wie die Rückkehr zu einem gesunden Leistungsniveau in Angriff genommen werden kann.

Long-Covid- und Post-Covid-Syndrom

Häufig berichten Betroffene nach einer durchgemachten Coronainfektion über länger anhaltende Symptome, die inzwischen als Long-Covid- oder Post-Covid-Syndrom bekannt sind. Sehr häufig berichten die Betroffenen von starker Erschöpfung, dem Chronic Fatique Syndrome (CFS). Zum Teil müssen sie sich bereits nach minimaler Belastung, wie z. B. dem Kaffeekochen oder dem Duschen, wieder hinlegen und ausruhen. Eine normale Teilhabe am Alltag ist dadurch meist nicht möglich.

Hinzu kommt oftmals der sogenannte Brain Fog ("Hirnnebel"), bei dem die Betroffenen in ihrer kognitiven Funktion eingeschränkt sind. Hierbei kann es unter anderem zu Konzentrations-, Merkfähigkeits-, Koordinations- sowie weiteren Gedächtnisstörungen kommen. Weitere Symptome können Kurzatmigkeit, Leistungs- und Aktivitätseinschränkungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Beeinträchtigungen des Geruchs- und Geschmackssinns sowie Magen-Darm-Beschwerden sein.

Rückkehr zum Sport

Return to Sport | Bildquelle: Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP)

Handlungsempfehlung zum Vorgehen bei Sporttreibenden mit Covid-19

Im Mai dieses Jahres hat der Wissenschaftsrat der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) zusammen mit Experten aus sportmedizinischen Einrichtungen eine neue Handlungsempfehlung zum Vorgehen bei Sporttreibenden mit Covid-19 festgelegt.

Diese sind auf die aktuell vorherrschende Omikron-Virusvariante abgestimmt. Mit bewegungstherapeutischen Ansätzen im Rahmen des Rehabilitationssports, des freien Vereinsangebots und der selbst durchgeführten Übungen gibt es verschiedene Möglichkeiten, Teilnehmende mit durchgemachter Covid-19 Erkrankung zu betreuen.  

Zu den grundlegenden Ansätzen zählen:  

  • Atemübungen zur Steigerung der Lungenfunktion  
  • Kognitions- und Koordinationstraining zur Steigerung der Gehirnfunktion 
  • Dauer- und Intervallmethode zur Steigerung der Ausdauerfähigkeit
  • Funktions- und Krafttraining zur Steigerung der Muskelkraft
  • Entspannung zur Steigerung des Wohlbefindens

Personen, die nach ihrer COVID-Erkrankung ihren vorherigen Fitnesslevel nicht wieder erreicht haben, können Menschen mit Bewegungsmangel gleichgesetzt werden.

Zielgruppe für die Gesundheitssport-Angebote der Vereine

Sportvereine sollten sich im Klaren darüber sein, wen sie mit ihren Gesundheitssport-Angeboten betreuen können und wer nach einer Infektion (noch) nicht geeignet ist. Grundsätzlich sollten Betroffene, die nach einer COVID-Infektion ihr vorheriges Fitnesslevel noch nicht wieder erreich haben, die Sporttauglichkeit von ihrem Hausarzt abklären lassen. Alle anderen Personen  z. B. Personen mit Erschöpfungszuständen (Brain Fog etc.) müssen außer acht gelassen werden, da sportliche Aktivität den Gesundheitszustand verschlechtert. Für sie sind entsprechende Reha-Gruppen die vorerst richtige Alternative.

 

Welche gesundheitsförderlichen Angebote der Vereine gibt es bereits?

Die folgenden bestehenden gesundheitsförderlichen Angebote eignen sich hervorragend, um die o. g. Zielgruppe zu integrieren:

  • Präventionskurse mit dem Siegel "Deutscher Standard Prävention"
  • Gesundheitssportangebote mit dem Qualitätssiegel Pluspunkt Gesundheit
  • Niederschwellige Bewegungsangebote, um Menschen, die lange keinen Sport getrieben haben oder durch die COVID-Erkrankung ihre Fitness wieder aufbauen wollen, an Bewegung und Sport heranzuführen mit dem Ziel sie in die bestehenden Angebote zu integrieren.

Gruppe beim Sport

Belastungssteuerung beim (Wieder-) Einstieg in den Sport

In Hinblick auf die Belastungssteuerung beim (Wieder-) Enistieg in den Sport bietet sich das unten abgebildete Fünf-Phasen-Modell an.

Hierbei gibt es jeweils genaue Kriterien, die das Aufsteigen von einer in die andere Phase erlauben und somit einen gesundheitsbasierten, stetigen Belastungsanstieg ohne Überlastung gewährleisten.


Fünf-Phasen-Modell zur Rückkehr zum Sport | Bildquelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Salman D, Vishnubala D, Le Feuvre P, Beaney T, Korgaonkar J, Majeed A, McGregor AH. Returning to physical activity after covid-19. BMJ. 2021 Jan 8;372:m4721.

TIPP! 

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Beschwerdebilder von Long-COVID ist das Einrichten von spezifischen  Long-COVID-Bewegungsgruppen nicht ratsam. Die aktuellen, standardisierten Gesundheitssportprogramme sind spezifisch für Neu- und Wiedereinsteiger sowie Menschen mit geringem Fitnesslevel konzipiert. Der Übungsleitende kann diese auf die besonderen Erfordernisse anpassen.

Mehr Informationen ...

... zum Thema "Covid-19: Return to Sport" mit entsprechenden Übungen zum Einstieg finden Sie in der aktuellen Ausgabe des Ü-Magazins 4/2022! Das Heft ist zu beziehen über den Meyer & Meyer-Verlag. Für Einzelheftbestellungen wenden Sie sich bitte per Mail an vertrieb@m-m-sports.com