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Personen im Kreis | Bildquelle: Fotolia.com

 

Mit dem Verein sicher in die Zukunft

Mitgliedergewinnung und Mitgliederbindung in einer außergewöhnlichen Zeit
Auch wenn sich die aktuelle Situation etwas entspannt hat, können viele Vereine noch lange nicht in den Regelbetrieb zurückkehren. Im Moment ist es für die Vereine besonders schwierig neue Mitglieder zu finden. Außerdem stellt die Sicherung der Mitgliederanzahl eine Herausforderung dar, weil einige Mitglieder sehr verunsichert sind und nicht mehr an den Angeboten teilnehmen möchten. Der Mitgliederzuwachs stagniert durch die Corona-Pandemie und einige Mitglieder haben bereits den Verein verlassen. Jetzt kommt es darauf an, die Situation als Chance zu nutzen, um den Verein für die Zukunft sicher aufzustellen. In diesem DTB Ratgeber sollen Tipps und Empfehlungen gegeben werden, wie trotz dieser außergewöhnlichen Situation neue Mitglieder gewonnen und die Treue der Mitglieder gehalten werden können.

Mitglieder finden

Eine Idee ist es, dass die Bestandsmitglieder ihren Bekannten den Verein empfehlen und Vergünstigungen bekommen, wenn diese sich im Verein anmelden. Dieses Vorgehen kann weitergeführt werden, indem ebenso die Familienangehörigen in den Verein gebracht werden. Um dies weiter zu fördern kann eine Familienmitgliedschaft angeboten werden. 
Außerdem können Kooperationen mit ortsansässigen Institutionen eingegangen werden, um gemeinsame Angebote zu erstellen und für einander zu werben. Hier kann der Partner auf der Vereinswebsite erwähnt werden und die Flyer vom Verein beim Partner ausgelegt werden.
Ein weiterer Aspekt, um bestimmte Zielgruppen zu erreichen, ist einen neuen Kurs zu gestalten, der auf die speziellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Hierbei ist es entscheidend, dass die außergewöhnlichen Vorteile des Vereinssport aufgezeigt werden. Zum Beispiel gibt es im Verein die Möglichkeit ein breit gefächertes Kursangebot wahrzunehmen, mit Gleichgesinnten zu trainieren, von anderen Teilnehmenden oder den Übungsleitungen motiviert zu werden und somit die sozialen Interaktionen zu fördern.
 

Nutzung von Werbemitteln

Um auf die Vereine aufmerksam zu machen, kann auf bekannte Werbemittel wie die Print- und die digitalen Medien zurückgegriffen werden. Damit die eigenen Ressourcen optimal genutzt werden können, können Kooperationen mit anderen lokalen Vereinen oder regionalen Institutionen sinnvoll sein. Beispielsweise können die eigenen Vereinsangebote durch Flyer und Plakate in verschiedenen Sportstätten, in Arztpraxen und weiteren regionalen Organisationen beworben werden.
Soll die Zusammenarbeit intensiver sein, so kann auf Veranstaltungen des Kooperationspartners der eigene Verein und das dazugehörige Programm vorgestellt werden.

Ein weiterer Gedanke ist es gemeinsam ein Event zu organisieren, damit neue Interessierte auf das eigene Angebot aufmerksam gemacht und auf diesem Wege neue Mitgliedschaften generiert werden können.

Die verschiedenen Generationen werden durch unterschiedliche Marketingmedien angesprochen. Für die ältere Zielgruppe wird das Programm größtenteils über die Printmedien, wie zum Beispiel die Zeitung, Plakate und Flyer beworben.

 

Social Media | Bildquelle: pixabay.com

Bei den Programmen für die jüngeren Zielgruppen sollte auf die sozialen Medien zurückgegriffen werden. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden am besten über Instagram© erreicht. Hier können die Veranstaltungen über eine Story oder ein Posting beworben werden. Die Baby-Boomer-Generation wird besonders gut über Facebook© erreicht. Für die Bewerbung des Programms gibt es die Möglichkeit der Postings und für Events können Veranstaltungen erstellt werden.

Hierbei sollte bedacht werden, dass die öffentlichen Postings grundsätzlich jeder sehen kann und Mitglieder dazu motiviert werden ihre Freunde zu den Veranstaltungen einzuladen. Zusätzlich können die Angebote in den örtlichen und regionalen Facebook-Gruppen beworben werden, um so Teilnehmenden zu gewinnen, die noch nicht Mitglied im eigenen Verein sind.

Eine weitere Option, um die Angebote zu bewerben, ist die Plattform YouTube©. Hierfür können kurze Videos gedreht werden, in diesen die Vereinsprogramme und deren Inhalte kurz vorgestellt werden. Die Videos können dann auf Facebook© und Instagram© geteilt sowie in den Postings verlinkt werden.

Zugleich können am Ende von anderen YouTube©-Videos Verlinkungen zu den Vereinsvideos eingestellt werden.

Wie wird das Angebot gebucht?

Die Möglichkeiten zur Anmeldung für die unterschiedlichen Angebote sollte ebenfalls an die Zielgruppen angepasst werden. Zum einen erwarten die jüngeren Teilnehmenden, dass eine digitale Anmeldung angeboten wird. Diese kann über die sozialen Medien erfolgen, in dem die Links für die Meldung in den Postings oder den Videobeschreibungen integriert werden. Ansonsten können gleichermaßen die Messenger-Dienste in Instagram© oder Facebook© sowie die DOSB Vereins-App verwendet werden.

Zum anderen sollte für die Älteren die Anmeldungen über die persönlichen Kontakte oder über das Telefon in der Geschäftsstelle zur Verfügung gestellt werden. Über die unterschiedlichen Anmeldevorgänge kann auf Flyern, Plakaten und im Vereinsheft informiert werden. Insbesondere sollte hier auf die Öffnungszeiten der Geschäftsstelle und die Erreichbarkeit am Telefon hingewiesen werden. Dennoch sollte die Anmeldung über die sozialen Medien, über das Online-Modul und die Internetseite erwähnt werden.

Teilnahme am Angebot

Neben den allgemeinen Aspekten entsteht durch die Corona-Pandemie ein weiterer Faktor der die Teilnahme am Vereinsangebot erschwert. Es sollte immer darauf geachtet werden, dass die Hygiene-Auflagen der Bundesländer und die Empfehlung von DOSB sowie DTB eingehalten werden.

Für einen geregelten Wiedereinstieg und die gerechte Nutzung der Sporthallen und Vereinsräume wurden Hygieneschilder erstellt, die Vereine sich downloaden und für die Umsetzung der Hygienkonzepte nutzen können. Wenn das nicht gewährleistet werden kann, werden die angebotenen Programme für die Risikogruppe und deren Angehörige unerreichbar. Eine wichtige Regel sind die 3Gs - Geimpft - getestet - oder genesen. Wenn eine der drei Voraussetzungen erfüllt wird, darf am Sportprogramm teilgenommen werden.

Wenn die Hygiene-Auflagen vom Verein vollständig umgesetzt sind, möchten dennoch einige Personengruppen am Angebot, aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr, nicht teilnehmen. Sofern es die Kapazitäten und die Ressourcen zulassen, können für diese Gruppen die Erreichbarkeit sichergestellt werden, indem ein Online-Kursangebot erstellt wird. Dafür gibt es die Optionen die Programme zu streamen oder diese aufzunehmen und über YouTube oder andere Plattformen zur Verfügung zu stellen.

Wie wird das Angebot erlebt?

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Mitgliederbindung ist, wie die Teilnehmenden die Angebote erleben. Dabei kommt es in erster Linie auf die Rahmenbedingungen an. Darunter fällt zum Beispiel die Temperatur in den Räumlichkeiten, hier ist es so gut wie unmöglich für jeden die optimale Temperatur einzustellen, es sollte für den Großteil der Gruppe in Ordnung sein. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Sportstätte möglichst sauber gehalten wird, sodass sich die Teilnehmenden in der Umgebung wohlfühlen und komplett auf das Training konzentrieren können. Wenn es ein Problem mit unangenehmen Gerüchen gibt, sollte versucht werden diese durch Lüften, so klein wie möglich zu halten.
Zum Erleben des Programms gehört auch die die Qualität der Übungsstunde. Hier sollte der Zustand der Geräte und der Sportstätte genauer betrachtet werden. Die Geräte sollten für das Training die entsprechende Beschaffenheit haben und keine Mängel aufweisen, damit ein risiko- und verletzungsfreies Training absolviert werden kann. 
Der letzte wichtige Punkt für das Erleben des Angebots ist die Qualität und das Auftreten des Übungsleitung. Die Teilnehmenden sollten der Übungsleitung vertrauen und sich sicher aufgehoben fühlen. 
 

Mitgliedergewinnung | Bildquelle: AdobeStock

Mitglieder langfristig binden

Die momentane Zeit könnte dafür genutzt werden, um die Feedback-Struktur zu verbessern, diese könnte direkt angewandt werden, um einen Mitgliederabgang vorzubeugen. Durch Umfragen können die Unzufriedenheiten und die Bedürfnisse der Mitglieder herausgefunden werden. Die Erkenntnisse und Ergebnisse der Umfragen können dafür genutzt werden einer Kündigung entgegen zu wirken. Wenn Personen den Verein verlassen ist es hilfreich den Austrittsgrund zu kennen. In einem Telefonat kann dem Mitglied nach Kündigungseingang mitgeteilt werden, dass die Kündigungsbestätigung erstellt wurde und auf dem Weg ist. In diesem Zuge kann nach dem Grund der Kündigung gefragt werden und die Person persönlich verabschiedet werden, wodurch ein guter Eindruck hinterlassen wird. Dadurch wird das Gefühl vermittelt, dass die Person gerne jederzeit zurück in den Verein kommen kann. In Folge dessen könne Probleme gelöst werden und eventuell kehren Personen wieder zurück zum Verein.

Die Ergebnisse der Umfragen sollten dem Vorstand oder dem zuständigen Personal vorgelegt werden, damit diese handeln und die Unstimmigkeiten beseitigen können.
Außerdem ist es sinnvoll neben den Umfragen im ganzen Verein gezielte Evaluationen zu einzelnen Angeboten regelmäßig durchzuführen. Dadurch kann die Qualität sichergestellt und die Behebung von Schwachpunkte überprüft werden.

Ein weiterer hilfreicher Tipp ...

... ist eine Sammelstelle ins Leben zu rufen, wo die Bedürfnisse der Mitglieder entgegengenommen und gesammelt an den Vorstand weitergegeben werden. Dieser Vorgang kann über eine bestimmte Person oder einen Kummerkasten geschehen.

Der Grundstein für eine langfristige Mitgliedschaft wird bereits bei der Aufnahme, durch eine schöne Begrüßung und gute Aufnahme in den Verein, gelegt. Die Mitgliederzufriedenheit bildet die Basis, um erfolgreich als Verein zu sein auch außerhalb der Corona-Pandemie.

Quelle: Ü-Magazin 5/2020 Meyer & Meyer Verlages

Hier finden Sie die Hygiene-Auflagen und Empfehlungen des DOSB, DTB und der Bundesländer