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Zur aktuellen Berichterstattung des SPIEGEL

27.11.2020 13:11

Unabhängige Untersuchung der Vorwürfe zur Trainingssituation in Chemnitz

Turnen auf dem Balken | Foto: Minkus
Turnen auf dem Balken | Foto: Minkus

In der heutigen Ausgabe des SPIEGEL wird über Vorwürfe gegen eine am Bundesstützpunkt in Chemnitz tätige Trainerin berichtet. Unter anderem wird der Vorwurf erhoben, dass Athletinnen im Rahmen des Trainings psychischer Gewalt ausgesetzt waren und auch anderweitig unangemessene Trainingsmethoden angewandt wurden. Zudem sollen Medikamente ohne ärztliche Anordnung verabreicht worden sein.
 
Der DTB verurteilt jede Form von Gewalt und distanziert sich von etwaigen, in der heutigen Ausgabe des SPIEGEL beschriebenen Trainingsmethoden. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, würde dies in keiner Weise den Werten des DTB und den Rahmenbedingungen für ein verantwortungsvolles Training entsprechen.
 
Der DTB nimmt die erhobenen Vorwürfe äußerst ernst und wird die in Rede stehenden Sachverhalte unverzüglich unabhängig aufklären lassen, um sodann über mögliche Konsequenzen entscheiden zu können. Der DTB bittet alle Athletinnen und Athleten, Trainer*innen und Mitglieder des DTB, die Untersuchung und Aufklärung der Sachverhalte vollumfänglich zu unterstützen.
 
Unsere Position ist klar: Der DTB lehnt jede Form physischer oder psychischer Gewalt entschieden und ausnahmslos ab. Zugleich ist sich der DTB seiner besonderen Verantwortung gegenüber jungen Athletinnen und Athleten und deren Eltern bewusst. Dabei stehen der gesundheitliche Schutz und die persönliche Entwicklung der Athletinnen und Athleten für den DTB an erster Stelle. Hieran orientiert sich die gesamte Rahmentrainingskonzeption. Zugleich wird dieses Anliegen in der Aus- und Weiterbildung für Trainer*innen durch den DTB immer wieder in das Zentrum der Schulungsinhalte gestellt.
 
Der DTB spricht sich in dem im Jahr 2015 durch den Deutschen Turntag verabschiedeten „Leitantrag Verbandsentwicklung“ für eine Null-Toleranz-Haltung gegenüber physischer und psychischer Gewalt aus. Dem DTB ist es ein besonderes Anliegen, das Themenfeld Prävention von Gewalt in seinen Strukturen zu verstetigen und sich entsprechend zur konsequenten Umsetzung auf allen Verbandsebenen zu positionieren. Aus diesem Grund hat der DTB den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen explizit in seiner Satzung im Jahr 2019 verankert (§1 Absatz 1.8, Auszug: Er (der DTB) sieht sich insbesondere dem Schutz von Kindern verpflichtet, er fördert deren gesunde körperliche und geistige Persönlichkeitsentwicklung durch Turnen und Bewegung im Verein).
 
Etwaige Verstöße gegen die Ziele und Regeln des DTB zum Schutz von Athletinnen und Athleten können der hierfür eigens eingerichteten Position der Ombudsperson für Gewaltprävention physischer, psychischer oder sexueller Gewalt anonym gemeldet werden. Der DTB hat im Jahr 2020 zudem ein Präventions- und Interventionskonzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt eingeführt. In den jeweiligen Olympiastützpunkten, denen die Bundesstützpunkte zugeordnet sind, werden darüber hinaus sportpsychologische Angebote für die Athlet*innen angeboten. Die Cheftrainerin und die Bundestrainerin Nachwuchs Gerätturnen des DTB stehen den Athletinnen ebenfalls als Ansprechpartnerinnen und Vertrauenspersonen zur Verfügung. Wir stehen für eine Kultur des Hinsehens und des Handelns.
 
Wir begrüßen es ausdrücklich, dass sich auch über Deutschland hinaus ehemalige und aktive Athletinnen und Athleten zu Wort melden und über ihre Erfahrungen berichten. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag zu einer notwendigen Diskussion im Leistungssport und tragen dazu bei, etwaige Verfehlungen aus der Vergangenheit aufzuarbeiten und für die Zukunft die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.

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